Zitat von BernhardQXY: Und bei Leistungen, die nach netto gerechnet werden, kann man durch geschickte Wahl der Steuerklasse das Maximum erreichen.
Nur dass man das in der Regel im Kalenderjahr vorher einrichten muss, da die Leistungen (Elterngeld, Krankengeld, ALG1) sich nach dem Netto des Vorjahres oder der Vormonate richten. Beim Elterngeld kann das klappen, wenn frau genau so schwanger wird, wie vom Paar geplant. Beim Kranken- und ALG1-Geld muss das Paar vorher wissen, wer von beiden krank oder arbeitslos wird, um dem dann vorab die Steuerklasse 3 zu geben.
Erkennst Du das Problem?
Zitat von BernhardQXY: Die Wahl der Veranlagung kann jederzeit durch einen der Ehepartner geändert werden.
Welcher Mann (bzw. welche besser verdienende Frau) würde es nicht als Störung empfinden, wenn einseitig die Steuerklasse zu eigenen Gunsten geändert wird?
Daher haben die meisten modernen Paare ja IV/IV.
Zitat von ElGatoRojo: Nicht verzagen - es gibt auch nette Männer.
Natürlich gibt es die. Die sind auch mittlerweile in der Mehrheit, wenn man "Gleichberechtigung" als Teil des Nettseins sieht.
Aber Gesetze werden ja immer für die Nicht-Netten gemacht.
Wir sind uns alle einig, dass Mord und Totschlag unanständig sind. Dennoch denkt niemand, dass wir auf die Paragrafen, die das bestrafen, verzichten können. Und der BGH urteilt auch nicht, dass Tötung in der Ehe nur dann unter Strafe gestellt wird, wenn die Partner das vorab vertraglich vereinbart haben.
Nun ist die Steuerklasse und das daraus resultierende Machtungleichgewicht in Ehen kein Mord. Aber es kann den Geringerverdienenden in einer missbräuchlichen Ehe halten und es scheint noch keinen mehrheitlichen Gesetzgebungswillen zu geben, diese Verletzungsmöglichkeit auszuschließen.
Zitat von Ema: Dann muss man aber dasselbe Argument für Männer gelten lassen. Die wurden (und werden zum Teil) nämlich auch so geprägt und kamen gar nicht auf die Idee, dass sie sich womöglich mies benehmen. Die kannten ja auch nichts anderes und fanden das alles völlig normal.
Bei Männern lässt man dieses Argument aber nicht gelten. Die sind halt einfach A*löcher, wenn sie (heute noch) so denken.
Absolut. Es gibt viele weibliche Verfechterinnen patriarchaler Muster. Die wichtigste Frage bei allen gesellschaftlich und politisch gewollten Strukturen ist doch: Wer profitiert davon auf wessen Kosten?
Zitat von Blind-Meg: Der Gedanke "Du könntest doch gehen" kommt bei vielen dieser Frauen wahrscheinlich überhaupt nicht vor, das ist buchstäblich un-denk-bar, ist keine Option, steht nicht zur Debatte
Bei diesem Einzelfall war es so, dass die Schwimu den Schwiva bis zu dessen Tod nicht verlassen hat, weil er im Alltag völlig hilflos war. Schwimu war mal eine Woche im Krankenhaus und Schiva hat in dieser Woche seine Körperpflege ohne ihre Hilfe/Kontrolle/Ermahnung derart vernachlässigt, dass er in der Bikinizone eine offene Wunde hatte. Außerdem aß er täglich außer Haus. Beide wären finanziell nicht ohne den anderen klar gekommen. Er, weil er als gelernter Anstreicher damals zwar genug Netto für eine 4köpfige Familie hatte, aber nie kochen, waschen, putzen gelernt hat und das Geld nie gereicht hätte, um alleinstehend all diese Arbeiten auszulagern. Sie, weil sowohl ihre Herkunftsfamilie als auch ihr Mann eine Berufsausbildung für entbehrlich hielten und sie ab Volksschulende immer als Ungelernte gearbeitet hat (mit 6 Jahren Pause wegen der Kinder und weiteren Jahren in Teilzeit). Beide Familien könnten oder wollten sich schlicht nicht leisten, drei Jahre nur Ausbildungsgehalt von ihr zu bekommen. Mit ihren Renten wären beide nach Trennung zu Aufstockern geworden. Und meine Schwimu empfand sich trotz eines Mannes, der sich nicht ordentlich den Hintern wischen kann, ohne Mann als schutzlos. Vor allem anderen Männern gegenüber. Und das funktioniert ja auch bis heute, dass Frau von Männern anders behandelt wird, sobald klar ist, dass sie einen festen Partner hat. Dass eine meiner Klassenkameradinnen mit Gymnasialempfehlung von den Eltern in der Realschule angemeldet wurde, weil sich so eine lange Ausbildung (Gymnasium und Studium = 5 Jahre länger) bei ihr nicht lohnt, während ihr 2 Jahre älterer Bruder schon auf dem Gymnasium war, war die Ausnahme, aber eben auch in meiner Generation immer noch existent. Kein Lehrer hat protestiert, kein Jugendamt oder Pfarrer den Eltern ins Gewissen geredet. Natürlich hätte Silke später noch per Abendschule das Abi nachholen und dann berufsbegleitend studieren können. Aber ihr Weg wurde ihr allein aufgrund ihres Geschlechts unnötig erschwert. Und dagegen gibt es bis heute kein Gesetz.
Zitat von Ema: Es scheint doch also immer noch eher das Denken vieler Frauen zu sein, dass fürs "richtige" Geldverdienen eher Männer zuständig sind
Absolut. Aktuell ist es auch immer noch der schwerere Weg, als gebärfähige Frau den gleichen Karriereweg zu bestreiten wie ein zeugungsfähiger Mann. Die Arbeitswelt ändert sich aktuell etwas, weil zunehmend mehr Männer auf 30-Stunden Verträge während der Erziehungsphase bestehen. Dadurch werden diese Modelle auch für Frauen erreichbarer. Bislang waren 20 Stunden eine normale Teilzeit.
Zitat von Tempest: Die Rache an den historischen Vergehen sind aber immer wieder en Vogue.
Zitat von Tempest: Welchen Unterschied macht es denn, ob Männer oder Frauen den ideologischen Daumen draufhalten?
Und da kommen wir der Kernangst reaktionärer Denkmuster näher. Konservative Männer gehen davon aus, dass eine Mehrheit von oder Macht durch Frauen das patriarchale System mit anderen Vorzeichen bedeutet. Das also da, wo bislang Männer aufgrund ihres Geschlechts Vorteile hatten, nun Frauen aufgrund ihres Geschlechts Vorteile bekommen. Und dass Frauen "Rache" üben, indem sie Männer so behandeln, wie die Großelterngeneration die Frauen behandelt hat.
Nur dass das niemand ernsthaft fordert.
Lustig dabei ist, dass Männern durchaus Angst macht, so behandelt zu werden, wie ihre Geschlechtsgenossen Frauen behandelt haben. Also war es dann doch schlimm?
Zitat von Blind-Meg: Denen gegenüber stehen viele Jubgen, die von alleinerziehenden Müttern erzogen werden, und es wird spannend, wie sich das auswirken wird.
Theroux hat in seiner Doku auf Netflix ganz gut gezeigt, dass alle Red Pill Grifter bei alleinerziehenden Müttern groß wurden und sich dort natürlich ganz anders benehmen als propagiert.
Zitat von Ema: Ich halte diese Bewegung zum Teil für eine Anpassungsstörung von Männern, die mit den relativ neuen Begebenheiten nicht gut zurechtkommen.
Red Pill ist vor allem ein Geschäftsmodell, mit dem frustrierten Jungs und Männern viel Geld aus der Tasche gezogen wird. Es werden Kurse für echtes Mannsein und Steigerung der Attraktivität verkauft und Nahrungsergänzungsmittel für mehr Muskeln, während die, die Kurse und Pulver verkaufen, selbst mit Frauen zusammen sind, die nach dem eigenen Modell "minderwertig" und zu meiden sind und selbst eher auf Steroide als auf Pulver vertrauen.
Jungs und junge Männer sehen, dass zu "Mad Men"-Zeiten die Männer ein sehr bequemes Leben hatten, das sie auch gerne hätten.
Bei den eigenen Eltern haben sie gesehen, dass Väter keine (große) Rolle spielen und ihre Mütter sie im Zweifel auch ohne Mann ganz ordentlich großgezogen bekommen haben. Wo also ist das ihr Platz? Was können sie tun, um das Leben ihre Großvaters zu leben und nicht das ihres Vaters?
Das ist in der Tat ein Riesenproblem. Und Red Pill nutzt das aus so wie Abnehmpillen- und -kurse-Hersteller ausnutzen, dass Frauen suggeriert wird, dass sie schlank das bessere Leben führen können.
Zitat von Ema: Auch hier wurde in manchen Threads schon ernsthaft zum Beispiel die Ansicht vertreten, dass ein generelles Ausgehverbot für Männer ab einer bestimmten abendlichen Uhrzeit zumindest mal angedacht werden könnte. Damit Frauen nachts wieder sicherer sind.
Das war ich. Und dieser Gedanke stammt nicht von mir, sondern ist die Extremantwort auf die Frage, wie man die einseitige Gewalt- und Tötungsbilanz zwischen Männern und Frauen ausgleichen kann. Die von mir präferierte Lösung wäre, dass Männer untereinander eine Kultur etablieren, in der man keine Frauen tötet bzw. sie nur aus den gleichen Gründen schlägt, vergew. und tötet, aus denen man(n) das auch bei Männern macht.
Das halten Männer aber nicht für ihre Aufgabe.
Also wäre eine andere Maßnahme zum Schutz der Frauen, die Möglichkeiten, Frauen zu verletzten, für alle Männer einzuschränken (z.B. über Ausgangssperren oder ein Alk. oder Platzverweise). Das passiert zum einen schon (Gewaltschutzgesetz, Frauencafés und -hotels). Zum anderen ist es immer noch der mildere Eingriff zu der Alternative: Es den Männern gleich zu tun.
Wie denkst Du denn, ema, sollte man Frauen und Mädchen vor der Gewalt durch Männer schützen?
Zitat von Ema: Ich halte sie zum Teil aber auch auf eine Gegenreaktion auf den regelrechten Hass, der ihnen von manchen Frauen, die sich selbst Feministinnen nennen, so entgegenschlägt.
Hass wäre es, wenn man dazu auffordern würde, die gleiche Gewalt gegen Männer auszuüben, die aktuell gegen Frauen ausgeübt wird.
Zitat von Blind-Meg: Ich bin heute froh, dass ich den meisten Männern nicht gefalle.
Darüber kannst Du auch froh sein.
Ich gefalle leider vielen Männern. Schon immer. Sie projizieren alles mögliche auf mich und blenden nur zu gerne das, was ich sage, aus, zu Gunsten meines Körpers. Der ist genau in der Mitte zwischen hübsch und häßlich, dünn und dick, etc. Und da sehen sich die meisten Männer gut aufgehoben. Und das ist lästig ohne Ende. Es geht nämlich nur in den seltensten Fällen um mich als Person. Es geht vor allem um ihre Bedürfnisse, die sie durch mich für abdeckbar halten. Da fällt es wirklich schwer, den Respekt vor Männern aufrecht zu halten. Mein großer Sohn ist 12 und ihm fallen diese Blicke und Worte der fremden und bekannten Männer mittlerweile auch auf und er findet es einfach nur eklig. Lustigerweise ist sein erster Reflex, dass ich doch keine Haare hochstecken und weniger freundlich antworten soll, damit das aufhört. Er hat also schon gelernt, dass die Verantwortung für unerwünschtes Verhalten eines Mannes bei der Frau liegt.
Zitat von Debby: Zudem Investieren Frauen in ihre Karrieren, bauen Ihre sozialen Netzwerke unabhängig von Mister Bombastic auf.
Dazu habe ich Zahlen gesucht:
Wir nehmen mal Frauen und Männer zwischen 25 und 35 Jahren, weil da ja die Entscheidung zwischen Karriere und Kindern häufig fällt.
1990 war die Erwerbsquote bei Frauen der Altersklasse bei 55-65%. Eine Ausbildung hatten dabei 40-50% der jungen Frauen.
Heute ist die Erwerbsquoten der Frauen gleichen Alters bei 75-80% und die Ausbildungsquoten bei 75-80%.
Bei jungen Männern lagen beide Quoten in beiden Zeiträumen bei 80-85%.
Die Heiratsquoten lag bei den jungen Frauen in den Neunzigern bei 50-60% und liegt heute bei 30-40%.
In 35 Jahren hat sich bei den Frauen also einiges getan und bei den Männern blieb alles überwiegend beim Alten.
Besonders spannend wird es bei den mittleren und höheren Berufsabschlüssen, also den Karrieremöglichkeiten, mit denen man wirklich frei von einem Partner sein Leben gestalten kann.
1990 Frauen: 20-25 %
1990 Männer: 25-30 %
2024 Frauen: 60-70 %
2024 Männer: 55-65 %
Bei meinen Kindern wird sich die Möglichkeit, innerhalb einer Beziehung finanziellen Missbrauch zu betreiben, also genau umgedreht haben. Und dann werden wir sehen, ob Frauen wirklich "Rache" nehmen und die Verhältnisse 1 zu 1 umdrehen oder Frauen aufgrund ihrer Sozialisation mit Macht anders umgehen als Männer.