Zitat von alleswirdbesser: du bist also der Meinung, dass ein Mann nur dann ein Recht auf Vaterschaft hat, wenn Frau es gestattet?
Ich bin der Meinung, dass kein Mann ein Recht auf Schwangerschaft hat.
So wie Du es formuliert würde es ja seine Rechte am geborenen Kind negieren. Thema hier war aber ja das ungeborene Kind. Und daran sehe ich keine Rechte beim Vater.
Zitat von ElGatoRojo: Nein, es ist nicht einfach immer der böse Mann, der Frauen zu Dingern veranlaßt, die sie nicht wollen
Wo steht denn das? Habe ich das irgendwo geschrieben?
Ihr vermutet ständig Männerhass und den Glauben an einen "bösen Mann" bei mir. Nichts könnte ferner der Wahrheit sein. Ich erziehe ja zwei werdende Männer. Und kann an deren Entwicklung genau sehen, dass sie die gleichen Anlagen wie werdende Frauen auch haben (bis auf wenige körperliche Unterschiede) und welche Rolle in der Gesellschaft ihnen zugestanden wird und welche nicht und wo wir sie in eine Männlichkeitsrolle hineinsozialisieren, die sie sich nicht selber aussuchen.
Kleines Beispiel: Die Kleidung und Vereinssportarten, die mehrheitlich für 8jährige Jungen und 8-jährige Mädchen, also deutlich vor der Pubertät, angeboten werden.
Angefangen hat dieser Abschnitt des Threads mit der Klage Blindfischs(?), dass sich die Geschlechter politisch auseinander bewegen. Und meiner Frage, ob es dann nicht langsam mal Zeit ist, dass die Männer (schon klar, nicht alle) an die Frauen annähern statt wie traditionell üblich auf die Anpassungsfähigkeit und -willigkeit von Frauen zu vertrauen.
Wo siehst Du in einer solchen Forderung Männerhass? Oder in den anderen Beiträgen danach?
Zitat von RoteTablette: Die korrekte Antwort (lt. Biologie-Unterricht) wäre gewesen
Das ist richtig, wenn die Frage lautet, von wem die Gene stammen. Hier ging es aber darum, wer über den Fortbestand dieser Genmischung vor der Geburt bestimmen darf. Und da sehe ich bis zur Lebensfähigkeit des Kindes die Schwangere als einzig wesentliche Instanz. Weil die Umsetzung "vom Bauplan" zum selbständig lebensfähigen Menschen allein in ihr und durch sie passiert (oder auch nicht).
Du hast daraufhin den "Bauplan" eingeworfen. Nur deshalb habe ich die Analogie zum Haus gezogen.
Denn Gato empfindet schon frühzeitig(er als ich), dass dieser "Bauplan" eine eigene Person ist. Und ich halte ihn nur für einen Plan, bis ein stabiles Grund"bauwerk" entstanden ist (sofern man bei der 22. SSW von "stabil" sprechen kann).
Zitat von alleswirdbesser: Ich würde aber mein Kind bei jeder Entscheidung unterstützen, weil es mein Kind ist.
Und genau darum geht es ja. Deinem Kind vertraust Du, dass es die richtige und wohl durchdachten Entscheidung für sich trifft. Warum hast Du bei anderen Menschen (und in diesem Fall eben nur Frauen) so ein Misstrauen, dass sie für ihre Lage und ihre Möglichkeiten nicht die gleiche und gleich gute Entscheidung treffen können?
Glaubst Du, dass bei Deiner Tochter eine Beratung bei Pro Familia und eine 3tägige Wartezeit ihren Entschluss grundlegend ändern würde? Oder wäre sowas wie ein gesicherter Kitaplatz oder ein gesichertes Einkommen auch nach der Schwangerschaft nicht viel wesentlicher für ihre Entscheidung?
Zitat von RoteTablette: Wie kann etwas, das nicht existiert, Rechte haben
Keine Rechte, aber Interessen, genauso wie ein Mann, der Vater werden könnte, genauso wie die Gesellschaft, die von vielen oder wenigen Geburten profitiert und weiter besteht oder auch nicht.
Wie gesagt, halte ich all diese Interessen inklusive des vermuteten Interesses eines noch nicht lebensfähigen Embryos für nicht ausschlaggebend, wohl aber für bedenkenswert.
Dass das Durchschnittsalter abtreibender Frauen bei 30 liegt und 57% davon schon eigene Kinder haben, lässt mich vermuten, dass wirtschaftliche Gründe, fehlende Kraft/Ressourcen der Mutter oder fehlende Unterstützung des Vaters der Hauptgrund für die Abtreibungen sein könnten. Weil, wie einige Frauen hier ja schreiben, Frauen, die bereits tranatische Schwangerschaften oder andere Gründe haben, (weitere) Schwangerschaften kategorisch für sich auszuschließen, meist sehr sichere Verhütungswege wählen, wenn sie können. (Denn auch sichere Verhütung kostet Geld.)
Zitat von ElGatoRojo: Doch - wir diskutieren mit Nalf über das Lebensrecht der Spermien.
Warum ziehst Du das ins Lächerliche? Das steht nirgends und war so auch nicht gemeint oder impliziert.
Aber dass eine bis zur Geburt ununterbrochene oder eine abgebrochene Schwangerschaft Auswirkungen auf den Lebensweg der (vor allem) Frau hat und ihre Bereitschaft zu weiteren Schwangerschaften beeinflusst, wirst Du doch genauso sehen, oder?
Zitat von Felica2024: Mir kann keiner erzählen, dass man mehrfach ungeplant schwanger wird.
Da ich mit Blutungen während der Frühschwangerschaft zu tun hatte und mehreren Freundinnen davon erzählt habe, habe ich von reichlich Zusammenhängen zwischen (chronischen) Krankheiten, Besonderheiten im Zyklus, Medikation und Schwangerschaften gehört, die mir als gebildeter Frau vorher nicht klar waren. Wir reden hier nicht von Johanniskraut und der Antibabypille. Aber die gesunde, normalgewichtige Frau mit regelmäßigem Zyklus ist das Ideal, nicht der Regelfall. Du kannst schon mal die 300.-400.000 Frauen mit Essstörungen als Sonderfall nehmen, dann die Millionen adipösen mit und ohne Stoffwechselstörungen, die Epileptikerinnen, die Depressiven, etc. All die brauchen besondere Verhütungsberatung. Ob sie die erhalten und umsetzen können, ist die Frage.
Zitat von ElGatoRojo: Jetzt wird es albern und lächerlich. Über die nähren Umstände und Abläufe der Schwangerschaften meiner Frau hast du keinerlei Informationen, aber zu abwertenden und abwehrenden Kommentaren reicht es?
Ich gehe davon aus, dass Du die Schwangerschaft einer Frau genauso gut oder schlecht nachvollziehen kannst, wie ich eine Erek.tion. ich hab viele gesehen und weiß einiges darüber. Aber ob es einem Mann zumutbar ist, in jeder Lebenslage 9 Monate lang ständig eine zu haben oder nie eine zu haben, möchte ich als Frau nicht beurteilen.
Zitat von Balu85: klingt für mich irgendwie nicht nach Gleichberechtigung.
Wie willst Du denn gleiche Rechte am fremden Körper haben?
Ist es für Dich eine Frage der Gleichberechtigung, ob ich bei meinem Partner eine Vasektomien mitbestimmen kann? Oder eher eine Frage der körperlichen Autonomie?
An dem geborenen Kind hast Du ja sämtliche Rechte (und Pflichten). Und Du hast auch volle Autonomie über Dein Sper.. Inwiefern Dir nun gleiche Rechte verwehrt werden, wenn Du über den Uterus einer anderen Person und dessen noch nicht selbständig lebensfähigen Inhalt nicht mitbestimmen darfst, verstehe ich nicht.
Als nächstes Argument kommt dann ja gerne: Wenn ich über den Uterusinhalt nicht mitbestimmen darf, obwohl der zur Hälfte aus meinen Genen besteht, will ich auch nicht für das geborene Kind Unterhalt bezahlen müssen.
Und aus meiner Sicht sind lebensunfähige werdende Kinder und lebensfähige Kinder eben zwei ganz unterschiedliche Themen.
So wie man über den Aufenthaltsort seiner eigenen Eltern, solange sie leben, in der Regel nicht bestimmen darf, während man das nach ihrem Tod in der Regel schon darf (auch wenn man deren Wünsche, also "Interessen" häufig berücksichtigt, aber nicht zwingend berücksichtigen muss).