Zitat von Mann1989: Mir schleierhaft was es da [am Männerhass] zu bezweifeln gibt.
Ich kann die Frauen da schon verstehen. Es kommt immer darauf an, wer die Definitionsmacht bensprucht. Und das sind nun mal Frauen.
Hübsches Beispiel ist die Wikipedia. Man vergleiche mal die beiden Artikel "Mysogynie" und "Misandrie".
Misogynie wird als eine Tatsache darsgestellt und reichlich belegt (überwiegend mit Artikeln von Frauen).
Misandrie dagegen ist ein Konjunktiv. Und hat obendrein eine sehr witzige Beschreibung:
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In der Kulturanthropologie findet der Begriff – im Gegensatz zu Misogynie – kaum Anwendung, da es in traditionellen Kulturen so gut wie keine institutionalisierte Feindseligkeit gegenüber der Gesamtheit der Männer gäbe.[3] Kritisiert wird der Begriff, da er aus antifeministischen Gründen von der Männerrechtsbewegung popularisiert worden sei und seine Verwendung damit frauenfeindliche Deutungsmuster transportiere.[1]
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Also gibt es den Begriff eigentlich gar nicht - und damit offenbar auch das Ding an sich nicht. Und das wirklich Spannende daran: Wer diesen Begriff verwendet, ist quasi automatisch - misogyn!
So verhindert man durch passende Definition, dass über etwas einfach nur nachgedacht (geforscht, was auch immer) werden darf, ohne sich dabei selbst automatisch in die Ecke der bösen Frauenhasser zu stellen.
Applaus. Wäre ich der Wahrheitsminister, ich würde diejenige, die sich das ausgedacht hat, für einen Orden vorschlagen.
Ganz nebenbei: Manchmal ist es gerade bei solchen Artikeln sehr erhellend, sich die Diskussionsseiten anzusehen, denn diese werden meines Wissens nach nicht - anders als der Hauptartikel - immer wieder von unliebsamen Meinungen bereinigt. Kann ich nur jedem empfehlen.