Zitat von Natalie2800:In erster Linie wollte ich den Konflikt noch einmal ,von außen' betrachten und das hat mir eben sehr geholfen (durch die anderen Blickwinkel).
Ich erlaube mir nochmals einen sehr nüchternen Blick auf eure Situation. Ich blende jetzt ganz bewusst aus, dass es vorher schon sehr belehrende, hilfeschreiende Situation zwischen Dir und ihm gab. Stichwort Urlaub/Frühstück.
Wenn wir also deine Geschichte mit der Backverabredung mal isoliert betrachten. Er war am Tag unterwegs mit seinen Freunden und war müde. Deswegen verschob er es auf den kommenden Morgen. Das hat Dich verletzt und Du hast dich nicht priorisiert gefühlt.
---> kann ich irgendwo verstehen, aber das hättest Du doch sagen können, wenn Du merkst dass dich das Thema gerade nicht loslässt. "Schatz, das fühlt sich für mich jetzt gerade so an, als wäre ich nicht so wichtig, es ist aber ok, kannst Du mir bitte kurz Sicherheit geben?". Zunächstmal kannst Du nichts für deine Muster und deine Trigger und schon gar nicht dafür wie es um deine Gefühle steht. Aber es gehört doch zu einer Beziehung so etwas anzusprechen, wenn Du gerade Sicherheit brauchst. Der Königsweg wäre natürlich, dass Du Dir gar nicht erst so fühlen musst, aber das entwickelt sich eben aus entspannten Situationen, die man offen, ehrlich und eben sachlich anspricht... Du hast Dich aber entschieden, beleidigt zu sein und es nicht anzusprechen. Somit bist Du schon mit einem negativen Gefühl in den nächsten Tag gestartet.
Dann kommt der Morgen und er schickt Dir nichts ahnend ein Bild des Rezepts. Dann fragst Du, natürlich vorbelastet vom Vorabend, was das soll und ob er erwarte, dass Du das jetzt mitbringen sollst. Zunächst bejaht er und als er merkte, dass die Stimmung schon angekratzt ist, verpackt er es in einen Spass und sagt, er gehe doch selbst rasch einkaufen. Dann sagst Du, er solle doch bitte extra die Cookies oder Chips (keine Ahnung mehr) dazukaufen. Er entgegnete, und so fasse ich es auf, (boomer-pseudowitzig, aber lustig gemeint) "Ja, gibts denn die "extra" Cookies?". Und dann kommt dein Satz, der die angespannte auf ein neues Level hebt, weil von oben herab, besserwisserisch und oberlehrerhaft, "Das ist was extre bedeutet". Das hebt natürlich auch seine Emotionen auf ein neues Level und spätestens jetzt ist es ihm auch zu blöd und er antwortet flapsig und versteht die Welt nicht mehr. Er haut noch paar ironische Sätze raus, was Dir eigenttlich signalisieren sollte, dass deine Kommunikation gerade völlig unpassend ist. Du hast es also geschafft, mit deiner Art der Gefühlverarbeitung und Kommunikation den Backtag an die Wand zu fahren. Aber Du wolltest doch offene, klare Kommunikation, wo ist denn deine? Und verwechsle Kritik und Vorführen bitte nicht mit Kommunikation, denn das Eine hat mit dem Andern wenig zu tun.
Nun geht es weiter, Du sagst den ganzen Tag ab und hast die Idee, er hätte sich für irgendwas zu entschuldigen, obwohl Du es bist, die Fehler gemacht hat und nicht er. Dann ist er so doof und entschuldigt sich bei Dir am Folgetag. Statt zu diesem Zeitpunkt Dich zu reflektieren und zu merken, dass nichts von alledem, was Du fühlst seine Schuld ist, schaltest Du komplett auf stur und wünscht ihm Merry X-mas am 23.12. Du brauchest Zeit für Dich. Du sagst ihm also, natürlich wieder mit deiner offenen, Super Kommunikation, dass Du Abstand willst. Nun macht er den Fehler, dass er deine Wünsche respektiert und siehe da, er hätte sich also melden müssen über die Feiertage, obwohl Du das Gegenteil sagtest. Also supper kommuniziert. Ich sage a und will aber b... Den Rest davon schenken wir uns, denn es wird leider für Dich nicht besser, im Gegenteil.
Und das liebe TE, ist der Grund weshalb die User hier dir absolute Unfähigkeit zur Reflexion attestieren. Ich stelle keine Diagnose und benutze diese Fachbegriffe sehr selten. Statt hinzustehen und zu sagen, "*beep*, ich hatte zu alledem keine Recht und es ist meine Schuld", rechtfertigst Du es ein ums andere Mal mit "ich war verletzt". Du schaffst es aber noch immer nicht festzustellen, dass nicht er dich verletzt hat. Er hat Dir nichts getan und dennoch nimmst Du Dir das Recht raus so zu handeln. Es ist und bleibt, sorry, einzig und allein deine Schuld. Es bringt Dir nichts, immer wieder die Geschichte aufzuschreiben und zu erklären. Es gibt keine vernünftige Erklärung, die dich in ein Licht rückt und ihn zum Schuldigen macht.
Zitat von Natalie2800: Er hatte kurz nach unserem letzten Telefonat (am 17.01) Geburtstag. In erster Linie weil ich es als wichtig erachtet habe ihm deswegen zu schreiben.
Lass ihn bitte in Ruhe. Ich habe selten so einen gefühlskalten Grund gelesen jemandem zu gratulieren. Ich lese bei Dir null Gefühl für einen Menschen, mit dem Du zusammen warst.
Zitat von Natalie2800: Dürfte ich dich zu guter Letzt noch fragen wieso du meinst das er abhängig ist? Ich meine ich kenne den Begriff ,emotionale Abhängigkeit' aber du hast ihn ein paar Mal verwendet in Bezug auf meine Schilderungen?
Na ganz einfach. Du hast vom ersten Tag von ihm erwartet, was Du selbst nicht lieferst. Er hat vermutlich immer geglaubt, ja das kommt dann schon mit der Zeit. Irgendwann ist man an einem Punkt, an dem man denkt, "boah eigentlich passt es nicht, aber wir sind doch schon so weit gekommen, ich muss weiterkämpfen". Dann irgendwann, hey wenn ich mich immer mehr entschuldige und verbiege, vielleicht bin ich dann sogar gut genug? Aber wenn ich das jetzt so mache, dann bekomme ich doch sicher mal ein Lob? Letzten Endes vergisst sich ein Mensch völligst selbst, nur um für den anderen passend zu sein. Und ich wette, das ist ihm passiert.