Hallo,
die Gründe warum aus einer Affäre keine Beziehung wird ist sehr vielfältig.
Eine Frau, die sich als Geliebte positioniert ist zu diesem Zeitpunkt nicht in ihrer eigenen MItte und der Selbstliebe fern. Ich war auch mal Geliebte und kann heute ganz klar für mich sagen. Hätte ich mir selbst viel bedeutet und meine Wert erkannt, wäre ich niemals Geliebte geworden. Heute weiß ich, ich werde es definitiv nicht mehr. Ich schüttele manchmal noch den Kopf über mich selbst, dass ich einer Illusion hinterhergelaufen bin und tatsächlich dachte, der eine, sonst keiner.
Eine Bekannte von mir, die seit 2 Jahren getrennt von ihrem Mann, auf dem Weg zur Scheidung und einen Rosenkrieg vom feinsten führt, hat sich nun entschlossen doch zu ihrem Mann zurückzukehren. Als sie mir ihre Beweggründe schilderte, hat mich das keineswegs erschrocken, vielmehr war mir klar, dass dies mit der Hauptgrund ist.
Sie hatte während der Ehe bereits eine Affäre, mit dem sie nun schon zwei Jahre zusammen ist. Aber nicht offiziell. Ihr Mann hatte damals schon den Verdacht, dass es ihn gibt und hat den Mann auch zur Rede gestellt. Sie hatten sich zuvor abgesprochen, so hatte er keine Beweise.
Ihr Mann hat seit einigen Monaten eine neue Freundin, mit der er die Träume lebt, die sie mit ihrem eigenen Mann hatte. Ihre Affäre wird ihr langsam lästig, sagte sie, weil er möchte, dass sie zu ihm steht.
Ich muss dazu sagen, sie hat sich nicht wegen der Affäre getrennt, sondern deswegen, weil sie endlich mal ihr Leben leben wollte. Sie berichtete mir, dass sie auf die Neue ihres Mannes eifersüchtig ist und einen Plan entwirft zu ihrem Mann zurückzukehren, dazu gehört es alle Beweise der Affäre zu vernichten und ihm den Laufpass zu geben, sowie die Affäre nicht all zu sehr zu verärgern, denn er könnte ja auspacken.
Warum möchtest du zurück, war meine Frage. Ihre Antwort: Ich hatte jetzt zwei Jahre lang guten 6, bin nun satt und möchte in mein altes gewohntes und sicheres Leben zurück. Warum soll die Neue mein altes Leben und meine Träume leben. Das steht mir zu.
Meine nächste Frage war. Warum hast du 2 Jahre einen Rosenkrieg geführt, deinen Mann überall schlecht gemacht und ihn so entwürdigt? Ihre Antwort war: Weil ich meinen Mann als lästig empfand und diese Vorgehnsweise mir half mich emotional zu lösen und mein Gewissen zu erleichtern. So konnte ich mir selbst gegenüber meine Affäre rechtfertigen.
Mir persönlich reichten diese Antworten. Der gebunde Part in der Affäre wird meistens seinen Partner aus Angst vor dem Neuen Leben nicht verlassen. Der Fremdgeher ist ein schwacher Mensch! Ich glaube nicht, dass es um Liebe geht. Mit Liebe hat das nichts zu tun. Die betrogene Part benötigt dieses Schönreden von dem Ehepartner um die Weiterführung der Ehe zu berechtigen, weil er/sie ebenfalls das Gewohnte dem Neuen ungewohnten vorzieht.
Der Mensch sucht Sicherheit.
Liebes Kätzchen, deine Eröffnungsthread gilt aus meiner Sicht für jede Art von Beziehung. Es sind nicht nur Affären, die an einem Punkt scheitern. Das tuen ganz normale Beziehungen auch. Blut ist dicker als Wasser.
Du hattest in einen deiner Texte erwähnt, dass die AF eigentlich den gebundenen Mann gar nicht wirklich als Partner möchte, weil die Charackterzüge (Lug, Betrug etc.) keine Eigenschaften eines potentiellen Partners aufweisen. Ich gebe dir an diesem Punkt recht. Das habe ich für mich auch sehr spät eingestanden.
Die Affäre ist ein großer Nährboden für Illusionen, Träume und Sehnsüchte. Wenn ich heute an meinen Ex AM denke, sehe ich einen sehr schwachen Menschen, der mich brauchte um sich selbst zu spüren. Ich war für ihn eine Tankstelle. Er holte sich all seine Träume und Sehnsüchte ab, nährte sich davon einige Tage lang, bis er wieder leer war um dann erneute sich das zu holen was er braucht.
Ich war eine Frau, die sich nicht liebte und für ein bißchen Liebe sich selbst unter ihren Wert an einen verheirateten Mann hängte. Ich ließ mir seine Träume schenken, seine Worte und Zuneigung gaben mir etwas, wodurch ich mir besonders vorkam.
Heute bin ich mir meines Wertes mehr als bewusst und ich bin froh, dass ich mir noch ein Stück Würde mitnehmen konnte, in dem ich ihn verlassen habe und begonnen habe herauszufinden wo mein Webfehler war. ich dachte nicht zu genügen. Ich glaubte, dass das was ich zu bieten habe, nicht für immer reicht. Das führte dazu, dass ich vor zu engen Bindungen Angst hatte. Ich erstarrte förmlich und suchte einen Fluchtweg, wenn der Mann es doch wirklich ernst meinte.
Ich habe viel an mir gearbeitet und den schmerzhaften Prozess, der ein lebenlanger Weg ist schon lange beschritten. Ich genüge! Ich bin mir zu wertvoll die das Ego eines Mannes zu streicheln.
Noch einen Sache zu den Ausreden. Oft werden die EF ganz bewusst von den Betrüger als lieblose und frigiede Frauen hingestellt. Manche setzen noch eines drauf und erfinden absurde Geschifhten, wie psyschisch krank etc. Ich war auch so eine naive die das glaubte. Es sind die Fremdgeher, die es nicht schaffen in einer langjährigen Ehe ihre Fülle mit dem Partner zu teilen, weil sie leer sind. Wenn die Affäre beginnt, füllt sich das ganze wieder. Nach Beendigung der Affäre, wird die neue Fülle mit der Ehefrau geteilt. Bis sie sich so langsam langsam wieder leer. Das gilt nicht für alle, es ist kein Schubladendenken. Aber es gilt für die, die nicht aus Liebe, sondern motiviert von ihrerm Sicherheitsdenken zurückkehren bzw. erst gar nicht gehen.