Zitat von Hallo:Ich frage mich, wie lange ist Affäre Affäre, bzw, was macht sie aus?
Unverbindlichkeit und Beliebigkeit. Man mag sich, schläft mit- und schwärmt voneinander, ist vielleicht auch verliebt - aber man
verpflichtet sich gegenüber dem anderen zu
nichts und für gewöhnlich schmiedet man auch keine
konkreten Zukunftspläne (Hausbau, Familie, gemeinsame Firma, etc.), sondern baut allenfalls Luftschlösser zusammen.
Man trägt nicht den Namen des anderen. Man darf nicht zu ihm ins Spital, wenn er schwer krank dort liegen muß. Man wird seiner Familie nicht vorgestellt, man muß Geburtstage und Feiertage allein feiern und dulden, daß er mit der Familie in Urlaub fährt, statt die schönsten Tage des Jahres mit einem selbst zu verbringen. Man "hat da jemand", lebt aber im Grunde wie ein Single. Nicht mal die Beerdigung darf man organisieren und erben wird man auch nichts.
Zitat:er bezeichnet mich als seine Beziehung.
Laber, laber...
Zitat:Es ist auch null unverbindlich.
Wir fühlen für einander durchaus auch Verpflichtung!
Klar kann jeder eine " Affäre" jederzeit beenden.
Aber ich kann jede Beziehung jederzeit beenden.
Beziehungen sind aber nicht darauf
ausgelegt, daß man das tatsächlich tut. Ansonsten wären es ja Affairen und man würde eben keine gemeinsamen Mietverträge unterzeichnen, Schulden machen, Kinder miteinander zeugen, oder beruflich für sie zurückstecken. Und man träte auch nicht öffentlich als Paar miteinander auf, um sich - wie etwa anläßlich einer Silberhochzeit - als solches feiern zu lassen.
Zitat:In der Ehe gibt es rechtliche Verpflichtungen.
Aber es kann in einer Ehe weniger Verbindung da sein als in einer Affäre..
Emotional gesehen ja, aber rechtlich eben nicht. Und das ist der springende Punkt, denn letztlich leben die meisten Menschen nun mal nicht von Luft und Liebe, sondern es kommt darauf an, was sie tun und was nicht.
Zitat:Alle reden davon, dass Ehen durch Liebschaften zerstört werden.
Aber keiner redet davon, wieviele Liebschaften durch Ehen zerstört werden..
Natürlich nicht. Denn eine unglückliche Ehe hat ja auch gar nicht das Zeug dazu, eine große Liebe zu zerstören - hier in Mitteleuropa jedenfalls nicht, wo sie keinen äußeren Zwängen unterliegt (außer jenen, die man sich selbst einredet bzw. geschaffen hat). Wäre die Liebe zur Affaire größer als die zum Ehepartner bzw. zur mit der Ehe aufrechterhaltenen Komfortzone (also letztlich zu irgendwelchen Dingen), würde die Ehe doch beendet.
Immerhin
machen rund die Hälfte aller Verheirateten früher oder später einen Cut und
gehen zum Familiengericht, es ist also
machbar; man muß es nur wirklich wollen. Wer aus tiefstem Herzen liebt, will es - wer nur ein bißchen liebt, hat andere Prioritäten und führt halt nebenher seine Affaire(n).
Zitat:Für mich zählt nicht das Papier.
Für mich zählt das, was im Inneren des Menschen stattfindet.
Dort befindet sich Bindung, Pflichtgefühl etc PP.
Hoffentlich wirst Du damit auch dann noch klarkommen, wenn Du nicht mal mehr weißt, wo Dein Liebhaber beerdigt liegt, weil seine Frau ihn anonym bestatten ließ, nachdem sie von Eurer Affaire erfahren hat - um dafür zu sorgen, daß es nicht mal ein Grab gibt, an dem Du seiner gedenken kannst.
Natürlich ist das abgrundtief boshaft. Aber was real zählt, wird dann nicht Deine Liebe sein, sondern ihr Recht - als Ehefrau. Denn wenn's hart auf hart kommt, zählt
nur noch das Papier und sonst nichts.
Zitat:Es soll sogar Affären geben, die älter als die Ehe sind...
Wer ist denn dann" moralisch", nicht rechtlich, im Recht?
In dem Moment, wo jemand sich - hierzulande, also ohne Not - für die Ehe mit einer anderen Person entscheidet, ist doch wohl klar, daß er seine Affaire
nicht wirklich liebt. Seit wann steht Deutschland für Zwangsehen? Oder habe ich da etwas verpaßt? Ist es mittlerweile soweit? Echt jetzt?
Also was für "Rechte'" will die außen vor gebliebene Affaire für sich daraus ableiten? Sie bleibt ein Spielzeug und dient weiterhin als Egopusher - mehr nicht.