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Warum fühlt sich Trennung nach On/ Off wie Entzug an?

S
Zitat von Schattenseite:
@Scheol ist okay, es soll und wird mir ja nur helfen. Die aufgezeigten Parallelen sind erschreckend und mir war das alles bisher nicht bewußt …

Man hat den Eindruck das du dich gerne kümmerst um andere.



der „kümmerer“ ist ein Begriff aus der Traumatologie, das sind Menschen die sich um andere kümmern in ihrem Umfeld das es denen zu erst gut geht.

Warum ? Weil es für sie Sicherheit erzeugt. Also DAS kümmern wäre dann eine Traumafolgestörung .

Aus diesen ganzen Mosaiksteinchen an Hinweisen , das gibt letztendlich eine Summe.

x 2 #91


S
Zitat von Scheol:
Warum ? Weil es für sie Sicherheit erzeugt. Also DAS kümmern wäre dann eine Traumafolgestörung .

Vielleicht habe ich deshalb meine Mutter so lange und so intensiv begleitet. Habe selbst auch schon mal gedacht, dass es meinen unbewussten Kinder-Alarm ausgelöst haben könnte, dass die Behandlung im Altenheim nicht immer sorgfältig und respektvoll war.

x 1 #92


A


Warum fühlt sich Trennung nach On/ Off wie Entzug an?

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S
@Schattenseite
Ich habe monatelang geheult nach der Trennung und wenn ich eine Parallele zu meiner Kinderzeit gesehen habe, wurde es noch mal schlimmer, aber danach flaute es immer ab. Als ob meine Seele die Anerkennung ihres Schmerzes braucht , um sich gesehen und beruhigt zu fühlen.

x 2 #93


Hummelbee8
@Schattenseite

Am Anfang wie ich her kam traute ich mich nicht zu schreiben, ich hatte zu viel Angst vor allem und jedem.. doch mit zu Spruch und etwas mit fing ich an und diesws Gefühl war so schön,so erleichtert,weil ich würde verstanden,mir wollte wirklich jemand zuhören und mir helfen

Und so begann meine Reise meine Reise führte mich sogar nach Berlin und Dresden ich traute mich und so entwickelte ich mich weiter und begann aus meinem Schnecken Haus raus zu wachsen..

Das heißt schreib einfach alles was du schreiben möchtest so lang es dir gut tut ...

x 4 #94


S
@Schattenseite
Ich hoffe, es geht dir gut.

x 1 #95


M
Zitat von Schattenseite:
Er selbst hatte während unserer knapp drei gemeinsamen Jahre zeitweise im Wochentakt Schluß gemacht und kam aber immer wieder auf mich zu, nachdem er sich wieder beruhigt hatte, was meist nur ein paar Stunden oder wenige Tage dauerte. In dieser Zeit schrieb er mir wütende Nachrichten oder ignorierte mich komplett.
Ich war in dieser Zeitspanne jedesmal total am Boden und wie gelähmt. Meldete er sich dann wieder, war ich dankbar und unendlich froh darüber. Es war ein richtiger Teufelskreis und seinen Trennungsdrohungen und meinen Verlustängsten um ihn.

Ein nettes Karussell, auf dem du Runde um Runde gedreht hast. Du hast ihm ja alles immer wieder verziehen, ihn immer wieder zurückgenommen und was hast Du noch getan? Du hast nicht gesehen, was für ein Mensch er ist und du hast nicht auf Dich geachtet, sondern bist schlecht mit dir selbst umgegangen.
Nach zwei oder drei Runden weiß man, wie es läuft mit ihm. Es ist eine Spirale ohne Ende, die du freiwillig mitgelebt hast. Änderung oder gar Besserung nicht in Sicht.

Und du konntest dich nicht lösen, weil du ja eigentlich wusstest, dass du es nur aushalten musst und dass er wiederkommen würde. Und nach dem Entzug durch sein Schlussmachen warst du so süchtig nach diesem Gefühl des Zusammen- und Einsseins mit ihm, dass du es immer wieder spüren wolltest. Das ging aber nur, indem du bliebst und er sich alles erlauben konnte. Das ist dein Anteil an der Misere. Wer schlecht mit sich umgehen lässt, mit dem gehen manche Menschen schlecht um. Wofür sollten sie sich auch anstrengen, sich ändern oder gar bessern? Braucht es doch nicht, Schattenseite wartet treu und ergeben auf seine Rückkehr.

Und diese Heiß- und Kaltspielchen, die er da machte, haben einen weiteren Effekt. Seine Zungeigung, seine Wärme waren alles andere als zuverlässig. Im Gegenteil, es konnte jederzeit wieder kippen. Und wonach giert der Mensch? Nach Wärme, Vertrauen, Geborgenheit. Dadurch, dass du das niemals zuverlässig bekommen hast, greift das Innenleben zu einem Trick. Es stilisiert das Zusammensein, das wundervolle Gefühl der Übereinstimmung und Harmonie zu etwas ganz Besonderem hoch, eben weil es nicht selbstverständlich ist. Und daher wolltest du das immer wieder auskosten und hast dafür die Abwendung, die Distanz, die Ängste hingenommen.
Zeigt einem Kind ein Bonbon, das ganz gierig das Bonbon möchte. Du aber sagst ihm, nö, das ist mein Bonbon, den esse ich selbst. Aber weil ich nicht so bin, darfst du mal dran sch *beep*. Was passiert? Oh, wie wunderbar schmeckt doch dieses süße Bonbon, das möchte ich wieder haben und daher warte ich schön brav und bin auch brav und artig. Denn dann kriege ich eines Tages bestimmt ein Bonbon für mich allein.
Erkennst du dich darin wieder?

Ich vermute dass es in deiner Kindheit eine oder mehrere Situationen gab, die dieser ähnelten. Vielleicht war ein Elternteil dir gegenüber auch mal heiß und dann wieder brutal kalt und abweisend? Die Kinderseele kann damit nicht umgehen und das Kind hat zwei Möglichkeiten. Entweder es bleibt brav und willfährig und versucht alles zu tun, um Liebe zu bekommen oder es wird rebellisch. Rebellion kostet viel Energie und ein Kind strebt nach Geborgenheit und Sicherheit und daher passt es sich meistens an.
Das ewige Warten auf ihn hast du wahrscheinlich auch schon in der Kindheit kennengelernt. Das Kind verschiebt den Schmerz, die Angst vor dem Verlassenwerden, ins Unterbewusstsein. Und da liegt es nun, aber es ist ja nicht weg, sondern beeinflusst dein Verhalten als Erwachsene.

Du lebst das nach, was du kennst und hast nur die Protagonisten geändert. Die Seele kennt nur den Zwang zur Wiederholung, denn sie glaubt, dass im Nachleben Heilung liegt. Denn dieses Mal könnte es ja das große Happy-end geben, dieses Mal könnte es halten. ich muss ihn nur wieder zurücknehmen und darf mich wieder in seine Arme flüchten und alles ist gut. Es klappt aber leider nicht, weil für eine Heilung Deiner Defizite nicht er zuständig ist. Er zeigt dir nur. woran es bei dir hapert. Er ist somit ein Werkzeug deiner Seele, die endlich Ruhe möchte, die du ihr aber nicht gibst. Du bleibst in der hochstressigen Situation, lebst mit deinen Verlustängsten und der Ungewissheit und verharrst in der unguten Situation.

Es fehlt dir an Selbstwertgefühl, an Eigenständigkeit und an Erkenntnis, dass es keine Besserung geben wird.
Fange bei dir an, löse dich von Menschen wie ihm, und erinnere dich lieber an das was du erlebt hast. Es wirkt immer noch nach und es kann nur besser werden über die Erinnerung und die Erkenntnis, dass die Heilung nicht bei anderen Menschen liegt. Sondern nur in dir selbst. Kümmere dich und um deine Blessuren und sieh das traurige kleine Kind in dir, das nur Liebe möchte und Glück sucht. Dann sei doch mal gut zu dem Kind und sage zu ihm: du pass mal auf, ich bin für dich da und ich verspreche dir, dass ich von jetzt an besser auf dich aufpasse und dass wir eines Tages wieder glücklich werden.


Zitat von Schattenseite:
Angeblich habe ich ihn fortwährend verletzt und unglücklich gemacht und zurückgestoßen, wenn ich mir mit einer Antwort Zeit ließ und (was selten vorkam) ein Treffen absagte. Ich kann und will diese Verantwortung für ihn als Ü- Fünfziger nicht mehr übernehmen.

Du hast dir einen Mann ausgesucht, der schwer gestört ist und Dinge möchte, die er selbst nicht tun konnte. Und wenn du nicht "artig" warst, wurdest du beschimpft und als die Schuldige hingestellt. Vermutlich hat er eine narzistische Störung. Dagegen kommst du nicht an, denn für Argumente und zu Selbstkritik ist er nicht in der Lage.


Zitat von Schattenseite:
ich wollte diese Endlosschleife durchbrechen … aber es fühlt sich leider nicht so „erlösend“ an, wie ich gehofft hatte und meine Trauer um unsere gemeinsame Zeit bzw. um eine mögliche Zukunft ist einfach riesig. Dabei weiß ich rational, dass es die richtige Entscheidung war und ist, zu gehen und wegzubleiben. Seinen Kontakt im Messenger habe ich blockiert und er hat sich sofort danach gelöscht, was ich auch gut finde. Er hatte das früher oft getan, die ganze App runtergeworfen, um sich kurz darauf wieder anzumelden und mir zu schreiben. Daher diesmal mein Blockieren des Kontaktes.

Du hast endlich in deinem Interesse gehandelt und darauf darfst du stolz sein. Du hast dich gelöst, was schwierig genug war, aber damit ist es nicht getan. Denn nun fehlt dir was, es ist nun eine Lücke in deinem Leben, die noch nicht wieder kompensiert werden kann. Gerade bei diesen hochstressigen und belastenden Beziehungen ist die komplette Ablösung um so schwieriger. Sieh es mal so. Mit ihm warst du permanent beschäftigt. Er war da und vielleicht mal lieb und nett und du warst die Beste aller Frauen, aber dann wurde er wieder abweisend und kalt und wenn du nicht gespurt hast, warst du die Schuldige. Deine Seele kam über die 3 Jahre praktisch nicht zur Ruhe, weil es einen Menschen darin gab, der die absolute Hauptrolle spielte. Und das war er, nicht etwa du. Denn du hast ihn machen lassen, hast alles ertragen, alles nachgesehen, Hauptsache er kommt wieder. An diesen ständigen Stress gewöhnt man sich, man merkt zwar, dass er schädlich ist, aber kommt doch nicht raus. Denn der Kick nach dem Stress ist so gewalitg, dass man sich einredet, es hat sich gelohnt.

Das zermürbt dich innerlich und in der Folge auch körperlich, es zieht dir sehr viele Energiereseven raus, die du in ihn steckst, aber von dir abziehst.
Und da dudas gewöhnt bist, fühlt sich die Trennung für dich jetzt leer an, irgendwie gar nicht so gut wie du gehofft hast. Denn du bist immer noch in dem Negativstress, weil du dieses "Nichts" jetzt erst mal aushalten und letztendes auch auffüllen musst. Und das geht halt nicht so schnell. Genauso wie du 3 Jahre für nichts mit ihm vergeudet hast, so brauchst du jetzt Monate über Monate, um darüber hinweg zu kommen und deinem Leben wieder Inhalt und Struktur zu geben.

Du hast das Wichtigste geschafft, die Trennung durchgezogen. Die Kontaktsperre wird wirken, denn dadurch kapieren die Gefühle, die ja immer nur das Glück spüren möchten, dass er weg ist und dass es gut ist. Es wird schrittweise besser, aber es gibt auch wieder mal einen Rückschlag. Das ist normal, denn die Trauer verläuft nicht linear. Nach einem Tag, an dem es ganz gut ging, kann es auch wieder einen Einbruch geben. Da ist es dann ganz wichtig, konsequent zu bleiben und ja nicht doch wieder Kontakt aufzunehmen, oft verkleidet mit der Ausrede, ich wollte bloß mal sehen, wie es ihm geht. Nein, es geht dich nichts an und du wirst deine Fortschritte nicht wieder kaputt machen, indem du einbrichst.

Diese Sehnsüchte kommen, ich kenne sie und da musst du hart zu dir selbst sein. Denn allein indem du dich bei ihm wieder meldest, gibst du ihm Futter für sein Ego. Gleichgültigkeit ist die schönste und beste aller Rachegefühle. Und irgendwann kommst du auch dahin, aber schätzungweise musst du mindestens mit einem Jahr rechnen, eher länger. Aber du wirst selbst merken, dass du mit der Zeit weniger an ihn denkst.
Nimm den Fokus von ihm weg, er ist wie er ist und er wird bleiben wie er ist. Er war nicht gut für dich, aber vielleicht doch sinnvoll. Denn er zeigt dir, wo deine Baustellen liegen. Sei mal ein wenig gut zu dir, hab dich selbst ein wenig lieb, kümmere dich um dich. Das wird dir gut tun. Nicht er verdient deine Aufmerksamkeit und deine Gedanken, sondern du selbst. Du hast zu wenig Selbstfürsorge gelernt und das darst du jetzt nachholen. Das ist prima. Nütze diese Zeit für dich und denk nicht über ihn nach, sondern über dich und gehe pfleglich mit dir um. Das Schwierigste ist geschafft, die Trennung und die hast du allein herbei geführt. Das ist eine Leistung an sich in deinem Interesse, denn den Dauerstress mit dem kaputten Mann wolltest du nicht mehr ertragen. Mach dir das nicht kaputt, sondern "feiere" es, lobe dich und sag dir, es war das Beste und einzig Richtige so.

Mit der Zeit wird die Sehnsucht schwächer und die Trauer auch. Sie schaut ab und zu wieder mal vorbei, stört dich, geht aber auch wieder. Bleib einfach auf deinem Weg. Du hast ein Ziel. Du möchtest das, was dich wahrscheinlich über Jahre gequält hat, los werden und zu einem friedlichen und zufriedenen Leben finden. Du möchtest deine Mitte wieder finden und dazu brauchst du dich selbst und vielleicht ein paar Freundinnen, die dich auch mal ablenken oder in den Arm nehmen.

Die Leere wird nicht bleiben, auch sie wird vergehen und irgendwann, in zwei Jahren oder so, wirst du merken: Seltsam, wie das damals alles war. Wie ich mich aufgegeben hatte, wie ich behandeln habe lassen? Es wird dir seltsam vorkommen und so, als ob es nicht du gewesen wärst, die das mitgemacht hast, sondern eine andere, fremde Person.
Dann kannst du dich entspannt zurück lehnen und dir sagen: das, was ich nicht für möglich gehalten habe, ist eingetreten. ich bin frei und habe mich selbst befreit. ich bin über mich hinausgewachsen und er? Ist mir egal. Soll er leben wie er mag, für mich ist das kein Thema mehr. Und dann wird dich eine große Erleichterung überfluten, die du dir gönnen darfst. Weil du es dir wert bist und von nun an auf dich aufpassen willst. Menschen wie er können dir dann nichts mehr anhaben, denn du sortierst sie rechtzeitig wieder aus.

x 3 #96


M
Zitat von Sincerite:
Als ob meine Seele die Anerkennung ihres Schmerzes braucht , um sich gesehen und beruhigt zu fühlen.

Ja, ich glaube auch, dass die Trauer und die Wehmut ihre Daseinsberechtigung haben, ja sogar wichtig für einen Heilungsprozess sind. Man kann keine Abkürzungen gehen und die Seele hat ihr eigenes Tempo. Indem du Trauer, vielleicht auch Wut zugelassen hast, hast du dir letztendes selbst gehoflfen. Nichts ist schlimmer, als dem Schmerz, den negativen Gefühlen keinen Raum zu geben, denn damit stellt man sie ins Abseits und man wird nicht zu einer inneren Ruhe finden.

x 2 #97


M
Zitat von Schattenseite:
Was auch immer ich zu ihm sagte oder tat, es reichte ja doch nicht aus, um ihm meine Liebe zu beweisen. Selbst totale Unterwerfung, die „Besitzurkunde“ und meine teilweise Selbstaufgabe nicht. Daher jetzt auch die Trennung, denn ich glaube, daß ich sonst an der Beziehung krepieren werde, da er ein Faß ohne Boden ist, was Liebe, Aufmerksamkeit und eben auch Wut angeht.

Gerade wollte ich vom Fass ohne Boden schreiben, aber du hast es selbst erkannt. Er hat seine Defizite die ihn quälen, aber die kannst du nicht beheben. Es ist egal, was du oben reinschüttest, es läuft durch und es ist nie genug. Sein Problem, Dein Problem ist es, dass du dich zu dem Menschen gemacht hast, der ihn heilen wollte anstatt dir selbst zu helfen.

x 2 #98


M
Zitat von Schattenseite:
daß er meine Tränen jahrelang so hinnahm und selbst keine einzige um uns vergoß, empfand ich seine Liebe zu mir weniger groß als meine zu ihm, was er immer bestritt, wenn ich mir mal traute, das zu äußern.

Ich schätze, er ist ein Eisklotz. Er hat zu wenig Liebe erfahren und sucht daher bei anderen "Helfertypen" wie dir, in der Hoffnung das Manko aufzufüllen.
Du hast gespürt, dass du mehr investiert, mehr für ihn getan hast als umgekehrt, aber du hast nicht aufgehört damit. Du hast das Ungleichgewicht gespürt.

Ich war auch mal mit einem Mann zusammen, der wenig Bezug zu sich hatte. Er war leistungsfähig und ehrgeizig im Beruf, wirkte auf andere auch freundlich und entgegen kommend, aber in ihm war eine große Leere, die er aufzufüllen versuchte. Durch beruflichen Erfolg, durch Können und durch eine nette, zuvorkommende Art. Frauen wie ich, die offenbar auf Typen wie ihn flogen, vermuteten bei ihm Tiefgang, Empathie usw. Davon war nicht viel da. Er wusste dass ich unter seiner oft kalten Art litt, er wusste, dass ich tausend Tode starb, weil ich Angst hatte ihn zu verlieren, aber er konnte mir meine Ängste nicht nehmen und meine Liebessehnsucht nicht auffüllen.
Ich fühlte mich oft seltsam leer und irgendwie austauschbar wenn ich mit ihm zusammen war. So, als ob es egal wäre, ob da jetzt eine Sandra, eine Leonie oder eben ich neben ihm waren. Ich fühlte mich nicht als Ganzes angenommen.
Und manchmal hatte ich das Gefühl, der sieht dir beim Fühlen zu. Er sieht dir zu, wenn du lachst und fröhlich bist, er sieht dir zn, wenn du traurig bist und auch mal weinst und bedauerst. Aber er konnte die Gefühle nicht nachvollziehen, er fühlte praktisch durch mich und schaute es sich an, wie fühlen geht, aber er war selbst nicht dazu in der Lage.

Er blieb immer lauwarm bis kalt, aber heftige Gefühle waren in ihm abgestorben. Die hatte ihm sein Vater aberzogen, weil er ihn nicht liebte. Eine Bürde fürs Leben, die er aber nicht erkannte.
Ein Mann, der niemals richtig lachte, allenfalls lächelte. Was habe ich nur an ihm gefunden? Ich wollte ihn glücklich machen, aber habe mich dabei aufgegeben. Damit ist Schluss, Lektion gelernt. Investiere da, wo es sich lohnt.

x 2 #99


S
Hallo … ich bin noch da, war ein paar Tage abgetaucht und halte trotz kurzen Kontaktes zu ihm an der Trennung fest. Mir geht es gar nicht gut, aber ich schaffe es inzwischen, aus dem Haus zu gehen und etwas zu essen.
Ich bin unglaublich dankbar für Eure Worte und daß hier jemand an mich denkt.

x 2 #100


S
@Schattenseite
Schön, dass du dich meldest. Ich hatte schon Bedenken, dass du zurück gegangen bist. Und die Sachen kann er doch behalten, oder?

x 1 #101


M
Zitat von Schattenseite:
Mir geht es gar nicht gut, aber ich schaffe es inzwischen, aus dem Haus zu gehen und etwas zu essen.

Liebe Schattenseite, du solltest immer das tun, wovor du am meisten Angst hast. Der momentane Rückzug ins Zuhause ist nach einer Trennung normal. Die depressive Verstimmung, die Enttäuschung, der Kummer, die Erkenntnis dass es zu Ende ist, lasten schwer und das ist Schwerstarbeit für die Seele, die doch immer nach Glück und Harmonie strebt. Appetitlosigkeit ist auch normal und es ist normal zwischen hemmungslosem Weinen und traurigen Vor-sich-hin-Stieren abzuwechseln, dazu sitzen und selbst der Energieaufwand, noch aufs Clo zu gehen, erscheint einem viel zu groß.
Diese Hoffnungslosigkeit, diese Leere auszuhalten, ist unendlich schwer und hart. Die tiefe Überzeugung, dass man nie, nie, nie mehr glücklich werden wird und das Leben trist und grau bleiben wird.

Aber wenn dann ein Fünkchen Energie aufflammt, vielleicht auch Trotz (dem werde ich es beweisen, auch wenn er es nicht mitkriegt!), dann nütze ihn und geh raus. Gehe einkaufen, kauf dir Essen und Getränke und vielleicht ein duftendes Schaumbad, irgendwas, worauf du Lust verspürst. Ich ging damals jeden Mittwoch in ein Kino, das Filme jenseits des Mainstreams zeigte und das war eine gute Therapie. Einfach das Gefühl zu haben, das Leben wieder in die Hand zu nehmen.

Gehe ein wenig spazieren und verschiebe den nächsten Heulanfall auf später, wenn du wieder zu Hause bist, in deinem Schutzraum, deinem Bunker.
Aber nimm schrittweise wieder am Leben teil. Jeder noch so kleine Erfolg zählt.

Verabrede dich mit Freundinnen, wenn es geht. Keine Lust? Macht nichts, geh doch hin, es wird ein Gewinn sein, auch wenn du nicht über dein momentanes Hauptthema sprichst. Der Kontakt mit Menschen ist wertvoller als du glaubst. Oder besuche deine Eltern, deine Tante, deine Oma, auch das wird dir gut tun.

Und irgendwann wirst du dann merken, dass du wieder Pläne machst. Morgen geh ich mit Anna ins Kino und am Wochenende ist die Geburtstagsfeier von Onkel Heinz.
Gehe hin und gehe aus, auch wenn du das Gefühl hast, dass du es nicht willst. Spring ab und an über deinen Schattten und verpass dir hin und wieder den berühmten Tritt in den ...

Vermeide die Chancen ihn zu treffen, denn wenn du ihn siehst, fahren die Gefühle Achterbahn. Und wenn es doch passiert, dann grüße ihn freundlich-belanglos und gehe weiter. Kein privates Wort, keinen Small-Talk, keine traurigen Blicke. Er ist ein Bekannter und nichts weiter.

Du wirst merken, dass es im Lauf der Wochen ein wenig besser wird. Und dann wirst du vielleicht mit Schrecken feststellen, dass du mal zwei Stunden nicht an ihn gedacht hast.

Ich machte damals die Trauer zu meinem Freund, der zwar lästig, aber zuverlässig war. Ich sah sie als Person. Männlich, schlank, dunkelhaarig, er trug einen schwarzen Anzug, aber das Gesicht sah ich nicht. Aber er war da, saß neben mir im Auto und in meinem Büro. Er ging neben mir wenn ich unterwegs war und folgte mir. Er war selten weg, aber manchmal doch. Und auf einmal war er wieder da und ich sagte zu ihm: Du schon wieder. Wann gehst du endlich weg von mir.
Und dann sagte er lächelnd: Es ist jetzt meine Zeit und ich gehe dann, wenn ich nicht mehr notwendig bin. Bis dahin werde ich immer wieder bei dir sein.
Was hätte ich tun sollen? Ich nahm es hin und dachte mir, okay, dann soll er halt mit mir mitgehen. Ich komme ihm eh nicht aus.

Das half mir die Trauer zu akzeptieren. Vielleicht findest du für dich auch einen Mechanismus dir ein wenig selbst zu helfen. Übrigens könnte auch Handarbeiten helfen. Stricken oder so was. Das hat was Meditatives und beruhigt.

Und melde dich gerne wieder hier.

x 2 #102


S
@Sincerite ja, die Sachen sind nicht „lebensnotwendig“, das stimmt. Nein, jetzt habe ich über zwei Wochen Abstand und werde das nicht durch Kontaktsuche zu ihm gefährden. Am Sonntag hatten wir ein Telefonat und er war überzeugt, daß ich die Trennung bereue und zurück will. Außerdem meinte er, mit Sechzig würde ich garantiert traurig zurückblicken und feststellen, daß er das Beste gewesen sei, was mir passiert ist. Ich hätte so ein Glück mit ihm gehabt und würde nach ihm nur an Idioten geraten.
Ihm ginge es gut, er würde sich entsprechend ablenken. Warum es mir denn schlecht ginge, obwohl ich dich die Trennung wollte?
Zuguterletzt schickte er mir gegen meinen Willen einen Artikel über weiblichen Narzissmus zu und meinte, das träfe 1:1 auf mich zu und ich könne ja nichts dafür, sei deswegen kein schlechter Mensch.
Danach war ich wieder fix und alle.

x 1 #103


S
@Schattenseite
Ich habe für so ein Verhalten keine Worte. Ich denke, dass er Narzisst ist oder zu mindest narzisstische Anteile hat. Es kommen immer zwei Sachen zusammen, wenn etwas schief geht. Seinen Anteil will er nicht sehen und gibt dir die ganze Schuld. Er manipuliert sogar mit Angst, dass du mit 60 keinen mehr finden wirst. Er fährt alles aus, um "oben" bleiben zu können. Es ging in diesem Telefonat wieder darum, dich klein zu machen. Vielleicht ging es dir deshalb so schlecht danach.

x 1 #104


S
Ja, so sehe ich das auch inzwischen, ich hätte gar nicht mit ihm reden sollen. Er wird sich nie verändern und seinen Anteil sehen, denn er hält sich scheinbar echt für perfekt. Ich bin das Problem in seinen Augen, weshalb es mit uns nicht geklappt hat.

x 1 #105


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