×

Lieber Forenbesucher,

wer bei uns Unterstützung sucht, soll sie finden, und wer helfen möchte, ist hier herzlich willkommen. Moderatoren und Mentoren begleiten das Forum und achten darauf, dass Beiträge respektvoll bleiben. Sachliche, tröstende, wohlwollende und empathische Beiträge sind ausdrücklich erwünscht, damit sich alle Mitglieder wohl fühlen. Abwertende oder verurteilende Inhalte haben hier keinen Platz.

126

Warum fühlt sich Trennung nach On/ Off wie Entzug an?

S

Schattenseite
Mitglied

Beiträge:
76
Themen:
1
Danke erhalten:
113
Mitglied seit:
Vor 11 Tagen habe ich mich nach langen inneren Kämpfen von meinem Freund getrennt und leide scheinbar viel mehr als er darunter, denn er hat es einfach so hingenommen und akzeptiert auch die Funkstille zwischen uns. Gekämpft hat er nicht und schon immer gesagt, er würde mir nicht „hinterherrennen“, wenn ich mich mal trenne, denn ich könne froh sein, ihn zu haben und es sei ja dann meine Entscheidung, die er akzeptieren würde.
Er selbst hatte während unserer knapp drei gemeinsamen Jahre zeitweise im Wochentakt Schluß gemacht und kam aber immer wieder auf mich zu, nachdem er sich wieder beruhigt hatte, was meist nur ein paar Stunden oder wenige Tage dauerte. In dieser Zeit schrieb er mir wütende Nachrichten oder ignorierte mich komplett.
Ich war in dieser Zeitspanne jedesmal total am Boden und wie gelähmt. Meldete er sich dann wieder, war ich dankbar und unendlich froh darüber. Es war ein richtiger Teufelskreis und seinen Trennungsdrohungen und meinen Verlustängsten um ihn.

Soweit, so gut, ich wusste also, was passieren würde, wenn ich gehe.

Meine Gefühle für ihn sind noch unverändert stark, aber ich habe weiterhin vor, an der Trennung festzuhalten, was zum ersten Mal so ist. Vier frühere Versuche hatte ich nach kurzer Zeit abgebrochen und ging zu ihm zurück, weil ich unglaublich starke Gefühle für ihn hatte und habe und wirklich mit ihm alt werden wollte.

Trotz meiner Trennung nun denke ich jedoch weiterhin 24/7 an ihn und leide genauso, als wenn er sich wiedermal getrennt hätte. Ich bin tageweise regelrecht handlungsunfähig und fühle mich wie auf Entzug von ihm. Dabei weiß ich, dass wir auf Dauer nicht zusammen glücklich werden, denn sonst hätten ja nicht immer wieder die gleichen Reibereien zu seinen Wutausbrüchen und meiner Traurigkeit geführt. Aber leider scheint rationale Betrachtung hier fehl am Platze zu sein und ich stecke in meinem emotionalen „Hungerloch“ nach ihm fest.

Gibt es hier Mitglieder, die solche On- / Off - Beziehungen hinter sich haben und es geschafft haben, NICHT „rückfällig“ zu werden? Und wenn ja, wie? Denn auf Dauer gehen meine Nerven und mein Selbstwertgefühl völlig den Bach runter, selbst jetzt nach der von mir ausgehenden Trennung …

x 2 #1


ElGatoRojo
Wird hier verpönt - aber mir half die Beziehung mit einer anderen Person.

x 8 #2


A


Warum fühlt sich Trennung nach On/ Off wie Entzug an?

x 3


F
@ElGatoRojo : ja, sowas kann helfen ....

Ich hoffe (und drücke dann alle den Daumen), dass dann auch von Dauer ist.
Man weiß ja nie ...

x 2 #3


S
@Schattenseite

Zitat:
Gibt es hier Mitglieder, die solche On- / Off - Beziehungen hinter sich haben und es geschafft haben, NICHT „rückfällig“ zu werden?

Paar hundert hier….


Zitat:
Und wenn ja, wie?

Keinen Kontakt zum Täter.


Zitat:
Denn auf Dauer gehen meine Nerven und mein Selbstwertgefühl völlig den Bach runter, selbst jetzt nach der von mir ausgehenden Trennung …

Das du dich getrennt hast ist schon mal gut , weil du ins Handeln gekommen bist !

x 3 #4


S
@ElGatoRojo das habe ich schon oft gehört und früher manchmal auch nach anderen, kürzeren Beziehungen gesucht, aber diesmal ist es anders, meine Gefühle sind einfach noch voll da und ich möchte niemand Anderen „benutzen“, um über meinen Exfreund hinweg zu kommen, verstehst Du? Das wäre nicht fair und das würde ich andersherum auch nicht wollen.

x 5 #5


Ameise_78
Zitat von Schattenseite:
Trotz meiner Trennung nun denke ich jedoch weiterhin 24/7 an ihn und leide genauso, als wenn er sich wiedermal getrennt hätte. Ich bin tageweise regelrecht handlungsunfähig und fühle mich wie auf Entzug von ihm.

Dein Körper IST auf Entzug... Dopamin-Entzug... davon wird in toxischen Beziehungen (on off) deutlich mehr ausgeschüttet als in gesunden Beziehungen... das verändert den Hirnstoffwechsel und hinterlässt zunächst Spuren.

Es dauert eine ganze Weile, davon runter zu kommen.
Sei gut zu dir und hab Geduld mit dir.🙏
Dein Körper arbeitet und braucht einfach ein wenig Zeit.
Einfach ist es leider nicht, sich aus einem toxischen Bindungsmuster zu befreien... aber es lohnt sich. 🙏

x 3 #6


Ameise_78
Zitat von Schattenseite:
meine Gefühle sind einfach noch voll da

War es dein Ex, der über Nähe und Distanz entschied..?

x 2 #7


F
@Schattenseite : das mit dem Ausnutzen ...

wenn Du es offen kommunizierst (und der andere es weiß), warum nicht.
Du weißt ja nicht wie es sich ja weiter entwickelt.

Vielleicht findest Du ja jemanden in der gleichen Situation und ihr könnt viel darüber reden
und Euch gegenseitig stärken ....

x 4 #8


S
@Scheol na ja, ich war nach den drei Jahren am Ende meiner Belastungsfähigkeit angelangt, ich wollte diese Endlosschleife durchbrechen … aber es fühlt sich leider nicht so „erlösend“ an, wie ich gehofft hatte und meine Trauer um unsere gemeinsame Zeit bzw. um eine mögliche Zukunft ist einfach riesig. Dabei weiß ich rational, dass es die richtige Entscheidung war und ist, zu gehen und wegzubleiben. Seinen Kontakt im Messenger habe ich blockiert und er hat sich sofort danach gelöscht, was ich auch gut finde. Er hatte das früher oft getan, die ganze App runtergeworfen, um sich kurz darauf wieder anzumelden und mir zu schreiben. Daher diesmal mein Blockieren des Kontaktes.

x 3 #9


Ameise_78
Zitat von Schattenseite:
aber es fühlt sich leider nicht so „erlösend“ an, wie ich gehofft hatte und meine Trauer um unsere gemeinsame Zeit bzw. um eine mögliche Zukunft ist einfach riesig.

Das ist vollkommen normal... leider. Gerade nach dieser on-off-Dynamik. 😕
Die Erleichterung wird noch kommen.🙏

x 2 #10


S
@Ameise_78 wenn ich mich aus Selbstschutz zurückziehen wollte, weil er mal wieder Schluß gemacht hatte oder mich mit Nachrichten rund um die Uhr (kein Witz- er war immer erreichbar und verlangte das auch von mir, indem er mir unaufhörlich von seinem Tagesablauf und dem seines Sohnes berichtete, was mich sehr viel Aufmerksamkeit kostete, denn ich habe drei eigene Kinder) überforderte, wurde er entweder besonders sauer oder besonders anhänglich. Angeblich habe ich ihn fortwährend verletzt und unglücklich gemacht und zurückgestoßen, wenn ich mir mit einer Antwort Zeit ließ und (was selten vorkam) ein Treffen absagte. Ich kann und will diese Verantwortung für ihn als Ü- Fünfziger nicht mehr übernehmen.

x 1 #11


Ameise_78
@Schattenseite
Das ist typisch toxisch. Kontrolle... Vorwürfe... Bestrafung, wenn man seine Grenzen verteidigt... dann ist man natürlich am Boden zerstört und dankbar, wenn der Andere irgendwann wieder gut ist und die Harmonie wiederhergestellt ist... dann wird auch noch vermehrt Dopamin ausgeschüttet.
Das zerstört einen auf Dauer.
Es ist gut, dass du da raus bist, dein Körper und deine Seele werden es dir auf Dauer danken. 👍

x 3 #12


S
Zitat von Schattenseite:
Meine Gefühle für ihn sind noch unverändert stark,

Welche Gefühle sind das?

x 1 #13


S
@Ameise_78 verrückt, aber genau solche Worte hat er mir häufig an den Kopf geknallt: ich sei toxisch, schwer narzisstisch gestört, würde ihn „mit Liebesentzug bestrafen“ etc.
Er sagte auf oft, mit mir hätte er sich „ganz schön was eingetreten“ und ich hätte „einen mächtigen Treffer“, weil ich die Diagnosen Depression und Borderline erhalten habe und offen damit umgegangen bin.
Ich fand das nicht in Ordnung von ihm und sagte ihm das immer wieder, doch er unterließ es einfach nicht.

#14


N
@Schattenseite

Ich habe leider keine Happy End Geschichte für dich.
Ich habe vor ein paar Jahren hier auch einen Thread gehabt, mit so einer On/Off Geschichte und es ist leider nicht besser geworden. Ich war 9 1/2 Monaten weg von ihm und bin nach dieser Zeit zu ihm zurück. Wir haben es wieder versucht. Mittlerweile steht bei ihm tatsächlich Verdacht auf Diagnose Asperger im Raum (bei seiner Tochter ist es sehr stark ausgeprägt und sie ist jetzt in Therapie), was wirklich viele seiner Verhaltensweisen erklären würde. Leider ist es im Moment in Deutschland schwer für Erwachsene das zu diagnostizieren. Er ist tatsächlich jetzt mittlerweile auch bemüht und er sagt, er möchte jetzt eine Lösung finden und deshalb zumindest so eine Therapie machen. Aber das würde auch ein paar Jahre dauern. Nur ich kann mit dieser Gefühlskälte z.b bei uns nicht mehr umgehen und habe mich jetzt wieder getrennt. Aber ich kann ihn einfach nicht vergessen.
Ich habe auch vor zwei Jahren tatsächlich mal mit einer Bekanntschaft versucht ihn in meinem Kopf auszulöschen, auch das hat nicht funktioniert...
Ich hatte so etwas noch nie in meinem Leben.

Versuche nur an die negativen Eigenschaften von ihm zu denken. Das hat mir zumindest zwischendurch geholfen.

Fühl dich gedrückt

x 3 #15


A


x 4