Zitat von Nichtperfekt:(...) Ich denke, es hat viel mit Schuldgefühlen zu tun. Sie wissen dass es unrecht ist was sie tun. Sie wissen es ist unfair und verletzend. Die Kinder, das Haus, der Baum...für einen Mann all das aufzugeben für was er hart gearbeitet hat, fällt ihm schwer.
Für meine Person, ich habe mich noch nie so in meinem Leben geschämt wie nach dieser Beziehung. Während alles so lief, mochte ich seine Frau absolut nicht. Ich wollte sie nicht mögen. Schlecht über sie zu denken, war einfacher als mir eingestehen, ich bin ganz schön beschi**en, mache mit dem Mann einer anderen Frau rum. Ich hatte so viele Gründe und Entschuldigungen warum das alles so richtig war. Bis er wieder zu ihr kroch und ich mir vorkam als würde er mich betrügen. Der Tritt in meinen Hintern war zwar schmerzhaft, aber so verdient. Ich bin heute so froh, dass sie nie sicher war, ob er eine Affäre hatte oder nicht. Es gab Zeiten da wollte ich sie informieren. Weil ich sauer und verletzt war. Ich wollte es ihm heimzahlen. Habe es aber nicht getan! Ich bin so froh darüber! Denn als er bemerkte er konnte sie nicht wirklich verlassen, fingen in ihm die Schuldgefühle ihr gegenüber zu wachsen. Und er behandelte sie wie ein Prinzessin. All seine Beschwerden über ihr Verhalten, dass ihn angeblich in die Arme einer anderen, also mir, getrieben hatten, waren weg. Er begann sie zu schätzen und zu ehren. Nur etwas zu feige um ehrlich zu sein und das zu gestehen was er getan hat.
Ich weiß, dass ich einen Fehler gemacht habe. Wahrhaftig einen großen! Ich war eogistisch und einfach nur blöd. Wie konnte ich nur einer Frau so etwas antun. Denn wenn es mir passiert wäre, ich weiß genau wie bescheiden ich mich gefühlt hätte. Gedemütigt, nicht gut oder schön genug, belogen und betrogen.
Ich denke heute noch oft zurück und weiß in meinem Fall, dass dieser Fremdgeher doch ein Gewissen hatte. Und es war einfacher das weiter zu leben als alles aufzugeben und nicht zu wissen was passieren könnte. Der sichere Hafen ist für viele doch weitaus bequemer als eine Versuch zu starten ein neues Leben zu beginnen.
Ich würde niemals mehr etwas mit einem liierten Mann anfangen. NIE und nimmer!
Ich fühle mich heute noch schuldig! Ich hätte nein sagen können.
Und ich wünsche ihr inständig, dass er wirklich erkannt hat, dass sie eine liebenswerte Person ist. Und dass er sie liebt! Und nicht nur bei ihr ist, weil er sich nicht traut sich zu trennen. Denn das wäre in meinen Augen keine noble Tat. Er würde auch ihr das Recht nehmen einen Partner zu haben, der sie wirklich liebt.
@Nichtperfekt
Was Du beschreibst, habe ich genau SO empfunden - nach einer langjährigen Affäre mit einer verheirateten Frau.
Was sich die Frau mit ihrem Mann in der Ehe erarbeitet hatten, sollte dann alles "für die Katz" sein? Es kam, was kommen musste - es sollte NICHT "für die Katz" sein! Sie löste die Affäre auf...nach all den Jahren.
Wie bei Dir - ich habe mich so mies gefühlt, mich am Betrug und der Lüge der Frau ihrem Ehemann gegenüber beteiligt zu haben, habe mich auch geschämt und es ist nicht einfach, damit umzugehen - auch heute noch nicht so wirklich.
Was Du in Bezug auf die Ehefrau beschreibst - so habe ich das auf den Ehemann gemünzt. Der Mann war für mich Schuld, dass seine Frau mit mir fremdging. ALLE Schuld habe ich auf ihn abgeladen - obwohl ich ihn nicht mal kannte, nie gesehen hatte, immer nur vom "hören-sagen" etwas von ihm erfuhr.
NULL Schuldgefühle hatte ich. NULL Unrechtsbewusstsein hatte ich, NULL Gewissensbisse hatte ich. NULL Bedenken, mich aktiv am Ehebetrug und all den Lügen beteiligt zu haben, um einen Eigennutzen zu haben - die Frau für MICH zu haben.
Ja...ALLES schön geredet zu haben, um all das zu "legitimieren", was mit einer Affäre, dem Betrug und der Lüge zusammenhängt, hat mich von NICHTS abgehalten, die Affäre über viele Jahre aufrecht zu erhalten.
Eine Unstimmigkeit führte dann zum Ende der Affäre, was sich wiederum über knapp 3 Jahre hinzu, ehe dann wirklich SCHLUSS war - von der Frau ausgesprochen. Klar war auch ich wie vor den Kopf gestoßen, dass SCHLUSS sein sollte - auch wenn es sich abzeichnete. Es war ja zu bequem, all die Annehmlichkeiten nicht mehr zu haben.
Ja... einen GROSSEN Fehler zu begehen und sich den Fehler selbst einzugestehen, macht das alles nicht vergessen, räumt aber ein bisschen im Umgang mit sich selbst auf. Denn - man muss selbst mit der Situation klarkommen, der mit all eigenen Fehlverhalten einherging. Ich auch frage mich, wie ich dem Ehemann DAS antun konnte. Wie ich reagiert hätte, wenn ich betroffen gewesen wäre - ich vermeide das "hätte, könnte, würde, wäre", weil es nichts bringt.
Wie es ist, wenn ein/e Fremdgeher/in wieder "zurückkehrt", weiß niemand so genau. Sicher ist - weiß der EP nichts von der Affäre, ist es sicher ein bisschen einfacher - auch wenn sich das Gewissen bei der/dem Betrüger/in immer wieder meldet. Weiß der ER von der Affäre, gehen ALLE Uhren nach einer Rückkehr ganz sicher anders - MUSS ja auch, wenn die Partnerschaft eine Chance haben soll.
Für mich steht auch fest - NIE mehr eine solche Situation. Das wird es nicht mehr geben. Die Konsequenzen des unausgesprochenen JA habe ich am Anfang der Affäre nicht bedacht - was das JA bei allen Beteiligten wirklich bewirkt. Bei einem NEIN wäre nichts geschehen...es wäre einem selbst, der Betrügerin und auch ihrem Mann viel erspart geblieben - auch wenn er niemals etwas erfahren hat.
Seit der Beendigung der Affäre habe ich nichts mehr von der Frau gehört. Gelegentlich sickern Infos von gemeinsamen Bekannten durch. Die Frau und ihr Mann haben sich "arrangiert", ohne dass der Mann eine Ahnung hatte. Die Frau wurde krank - nicht wegen der Affäre - und er war dann an ihrer Seite...sie kommen gut miteinander aus....
Übrigens - eine Dreiecksgeschichte .... am besten die Finger davon lassen. Das Ende ist meist sehr viel härter, als es der Anfang verheißen mag...