Zitat von Frie: wenn die Partnerin sich seit Monaten benimmt wie ein bockiges Kind und keinerlei Anstrengungen erkennen lässt selbst auch an sich zu arbeiten.
Die Frage ist, warum bleibt man bei so einer/einem Partner*in? Bei mir war es die finanzielle und soziale Stellung, das Haus und unser Kind, sowie familiäre Verbandelungen. Ich war mit meiner Familie damals schon lange zerstritten und hatte in der Familie meines Mannes eine neue Heimat gefunden. Das alles wollte ich erst aufgeben, als ich den AM kennen gelernt hatte und in ihm einen neuen potentiellen Partner sah. Allerdings machte der sehr schnell klar, dass daraus nichts werden wird. Als ich dann alleine in meiner neu angemieteten winzigen und herunter gekommenen Wohnung saß, wurde mir die Tragweite meiner Entscheidung bewusst und ich brach zusammen. Zum Glück nahm mein Mann mich dann wieder auf.
Heute würde ich es anders machen. Heute würde ich meinem Mann rechtzeitig und ohne dass ein dritter mir dazu Kraft und Anlass geben muss vors Schienenbein treten. Und da ich weiß, dass mein Mann die Dinge erst versteht, wenn wirklich die Hütte brennt, würde ich zu entsprechend drastischen Maßnahmen greifen. Also z.B. einfach mal die Koffer packen und alleine verreisen oder eben drängende Entscheidungen, die wir kommunikativ nicht lösen konnten, alleine fällen und ihn vor vollendete Tatsachen stellen.
Ich habe aber auch gelernt, meine Ansprüche herunter zu schrauben und mir das Leben selbstständig schön zu machen. Mein Mann ist leider inzwischen sehr krank, so dass bestimmte Dinge einfach nicht mehr möglich sind. Ich musste also lernen, meinen Lebenshunger und meine Quirligkeit anders auszuleben und das tut mir sehr gut. Ich habe neue Hobbys gefunden, die mir Spaß machen und gehe u.a. in einen Linedance-Kurs weil ich sehr gerne tanze und mein Mann als Partner dafür ausscheidet. Meine Sinnlichkeit lebe ich ebenfalls gerne für mich alleine aus, z.B. indem ich regelmäßig bei Kerzenlicht und mit teuren Duftölen baden gehe.
Und mein Mann hat gelernt, dass Sexualität nicht nur aus Penet. besteht, sondern dass es da andere Mittel und Wege gibt. So konnten wir die Nähe und Zärtlichkeit wieder herstellen, die ich viel zu lange vermisst habe. Dabei musste ich meinen Mann allerdings an die Hand nehmen und einfühlsam vorgehen, ohne ihn zu überfordern oder zu kränken. Und er musste sich darauf einlassen und die Führung einfach mal abgeben. Dazu war von seiner Seite sehr viel Vertrauen nötig, dass er langsam zurück gewinnen musste. Ich konnte ihn dabei unterstützen, indem ich jederzeit offen und ehrlich war.
Es war ein langer Weg. Die Affäre war ein heftiger Einschnitt in unser beider Leben und die tiefste Krise in unserer Ehe. Ich bedaure sie sehr, denn heute würde ich andere Wege kennen, um mir das was fehlt zu holen. Kein anderer Mann muss mir das mehr geben.
Also wenn du dich so unwohl fühlst mit deiner derzeitigen Partnerin würde ich es an deiner Stelle entweder rechtzeitig beenden oder gemeinsam mit ihr Lösungen suchen. Nach einer Affäre zu schielen ist jedenfalls keine Alternative. Tue dir und ihr das nicht an.
Alles Gute!