shedia2
Gast
Zitat von MMHW71:Warum gerade ich - fragte ich mich viele Male.
Das kann ich dir in meinem Fall sehr genau beantworten: ich war ihm nützlich! Zuerst nur als untergeordnete Mitarbeiterin, die er durch Lob und Freundlichkeit motivieren konnte. Und da mir Lob und Aufmerksamkeit damals extrem fehlten, rannte er quasi offene Scheunentore ein. Das bemerkte er natürlich und wurde mit seinen Komplimenten schnell persönlich und schließlich flirtete er auf Teufel komm raus.
Auch er war damals sehr bedürftig. Seine Frau war schwer krebskrank und er war mit der Pflege wohl sehr gefordert. Als sie dann starb kam er relativ schnell wieder arbeiten, weil ihm zu Hause die Decke auf den Kopf fiel. Und sofort wurde er wieder zutraulich. Diesmal sogar mehr denn je. Es kamen Sprüche wie: Du bist so süß wie Schokolade. Oder: du riechst so gut, ich könnte ständig an dir schnuppern. Dann wurde er auch touchy. Umfasste mich gerne, wenn ich am Computer saß und schubste mich scherzhaft vom Stuhl. Mein Herz stand da schon längst in Flammen und so ließ ich es gerne zu.
Dann wollte er meine handynummer und die Schreiberei ging los. Auch nach einer privaten Verabredung fragte er scheinbar locker , erschien dann aber nicht am Treffpunkt.
Als ich ihn zur Rede stellte und ihm sagte, dass ich mich verliebt habe, tat er völlig überrascht. Er sagte, er habe keine Gefühle für mich, er sei ja noch im Trauerjahr. Aber danach sei ich seine erste Wahl. Eine faustdicke Lüge! Ich war maximal Nr. 3.
Wie ich heute weiß gabe es neben mir noch mehrere andere Frauen. Alles Kolleginnen von uns. Ich aber glaubte ihm und war bereit, alles zu opfern. Ehe, Familie, Haus und sogar unsere Kinder wollte ich für ihn verlassen. Zuerst schien er sich zu freuen und nachdem ich meinem Mann meine Trennungsabsicht erklärt hatte, kam es zur ersten Intimität. Doch das böse Erwachen kam keine 2 Wochen später. Plötzlich erschien er nicht mehr zu Treffen, war auf der Arbeit reserviert und antwortete nicht mehr auf Nachrichten. Ich rannte hinter ihm her, wie ein Kind hinter der Mutter. Ich konnte nicht glauben, dass dieser Mann mit mir spielte. Ich glaubte, das läge an seiner Trauer und zog die Trennung weiter durch.
Ja und dann kam es zum Brand in meiner Küche. Meine Wohnung war quasi unbewohnbar geworden und ich brach völlig zusammen. Mein Mann fing mich auf. Er holte mich nach Hause und rettete mich vor mir selbst. Eigentlich sollte man meinen, ich sei nun geheilt. Aber weit gefehlt...