Zitat von Ema: Wie kannst du damit leben?
Das ist eine ganz ernstgemeinte Frage.
Ja, das ist eine gute Frage. Und mir stellt sich die Frage, warum hast Du das all die Jahre mitgemacht.
Verkorkste Kindheit, fehlende Liebe der Eltern - der Klassiker, der sich festsetzt und unbewusst wirkt. Er zeigt sich in Kontrolle. Dominanzgehabe (damit er sich wieder mal besser fühlt indem er andere unterdrückt und herabwürdigt), Eifersucht und Verlustangst. Wobei alles mit allem zusammen hängt.
Und Du wolltest das heilen durch eine aufopferungsvolle Liebe, doch der Schuss ging nach hinten los. Denn egal wieviel Zuspruch und Liebe Du oben reinschüttest, Dein Mann ist ein Fass ohne Boden. Es läuft alles durch und verfehlt seine Wirkung.
Dieses typisch weibliche Aufopferungsverhalten kenne ich auch. Ich tat nichts lieber als traurige Männer fröhlich zu machen, was natürlich nicht gelang. Und auch beim AM war es so. Was mich anzog, war die Traurigkeit die er ausstrahlte. Da kam umgehend ein Fürsorgetrieb auf.
Auch mein Invest ini ihn war umsonst. Es wirkte nicht, weil sich frühkindlich erworbene Defizite auch später nicht auffüllen lassen, vor allem, wenn der Mann das ablehnt weil er nach außen ja den starken Maxe darstellen möchte.
Innen leer, aber getrieben von Ängsten, keine Eigenliebe, kein Selbstwertgefühl, kein Selbstbewusstsein, aber kleinliches Verhalten das an einen kleinen Jungen erinnert, der sich in seine Schmollecke zurückzieht und andere durch Schweigen bestrafen möchte.
Was bitte hast Du an diesem Mann gefunden, der ungebremst seine Defizite an Dir auslebt und wieso hast Du Dich ihm unterworfen und Dein Leben nach seinen Vorgaben ausgerichtet? Selbstaufgabe,. Zurückstehen, Anpassung um ihm keinen Anlass zu Eifersucht zu geben und das Einstecken von Abwertung und lieblosem Verhalten, bis er sich wieder einkriegte.
Und Psychokram wird wie immer abgelehnt. Schon die abwertende Formulierung zeigt es ja, es ist weichlicher "Kram" mit dem sich allenfalls Frauen abgeben.
Viellelicht denkst Du mal darüber nach, wie der Rest Deines Lebens aussehen soll? Kontrolliert, beobachtet, gemaßregelt und abgewertet und nicht "gesehen". Du hast Deinen Teil zur Bredouile beigetragen weil Du Dich angepasst und klein beigeben hast um ja nicht anzuecken. Nicht mal mehr Unternehmungen die Du allein hättest machen wollen, hast Du Dir noch zugetraut. Lieber Harmonie suchen, nicht aufbegehren und keinen Anlass zur Eifersucht geben.
Und das Ventil war dann die missglückte Affäre.Nicht mal die war zufriedenstellend.
Wenn Du glaubst, Du könntest die Liebe die ihm nicht gegeben wurde, später auffüllen, bist Du auf dem Holzweg. Egal was auch immer Du tust und machst, Du kannst es nicht kompensieren.
Es ist SEINE Baustelle und daher seine Angelegenheit. Deine ist Deine Opferrolle und sicher auch Dein mangelndes Selbstwertgefühl.. Verbreiteter Irrglaube, wenn ich den jetzt "heile" und seinen emotionalen Tank auffülle, bin ich selbst wertvoll und gut. Damit wolltest Du womöglich Deinen Tank auffüllen.
Stattdessen blieb die Ernte aus und wurde ersetzt durch Kontrollverhalen, Lieblosigkeit und kindische Eifersucht.
Verwunderlich finde ich immer wieder, wie wenig Männer bereit sind sich selbst zu hinterfragen und stattdessen peinliche Verhaltensweisen zeigen die sie selbst nicht bemerken.
Er hat keinen Bezug zu sich und lehnt ihn auch ab. Stattdessen wird die innere Kleinheit durch männliches Gehabe überlagert. Dass das nichts bringt und ihm selbst auch nichts hilft, wird ihm nicht bewusst. Denn wenigstens die männliche Fassade will er beibehalten weil sonst sein Selbstbild völlig zusammen kracht.
Die Affäre war ein Weckruf und könnte ein Wendepunkt sein, wenn Du ihn nützt.