Zitat von Clara_:
Jep, weil mal verheiratet grundsätzlich ein gutes Zeichen ist.
Das daraus ausbrechen hat damit nix zu tun.
Erklärst Du mir das nochmal anders? Ich verstehe gerade irgentwie nicht, was Du damit meinst...
Ich muss mir zum besseren Verständnis jetzt mal die gegebenen Parameter sortieren und setze dabei selbstverständlich eine Ursache-Wirkungs-Dynamik voraus, die ebenso durch Anteile in TE's Persönlichkeit wie der des AMs entstanden sein dürfte...
- Ausgangslage: TE war verheiratet aber irgendwann nicht mehr glücklich. Die Ehe war eingeschlafen, EM wird aber als guter Mann mit netten Charakter beschrieben.
- Beginn der Verbindung: TE lernt AM kennen. AM scheint völlig anders zu sein als EM, ist charmant und charismatisch, beeindruckt TE mit der Aussicht auf Abenteuer und Action. AM ist ebenfalls verheiratet, berichtet vermutlich vom üblichen Eheendstadium und baldiger Trennung. So führt man über ein Jahr eine Affaire nebenbei, plant eine gemeinsame Zukunft, die aber aus den üblichen Gründen und Ausflüchten nicht gleich angegangen werden kann. Im Hormonrausch, der durch die romantische Dramatik des Hingehaltenwerdens entstand, kann TE erste Ungereimtheiten bezüglich AMs Charakter und seiner Lebensumstände nicht mehr richtig wahrnehmen und einordnen. Die immer stärker werdende selektive Wahrnehmung fördert den Beginn der psychischen Abhängigkeit und der Realitätsverzerrung.
- Zeit der Beziehung: TE trennt sich nach einem Jahr gelebter Untreue von ihrem EM, um mit AM endlich offiziell zusammen sein zu können. AM behauptet fälschlicherweise, dies auch getan zu haben aber verstrickt sich mehr und mehr in Inkonsistenzen seiner Geschichte. Es gibt viel Streit, weitere Nebenbeziehungen fliegen auf, die heile Welt um den AM entpuppt sich als ein Gruselkabinett menschlicher Abgründe aller Art. TE hätte normalerweise spätestens jetzt, anhand dieser Erkenntnisse aussteigen müssen, ist jedoch längst im Strudel der toxischen Beziehung gefangen, verliert jegliche Orientierung und bald auch sich selbst. 2 weitere Jahre lang bemüht sie sich nach Kräften, ihre Wunschvorstellung zu realisieren und den AM an sich zu binden, ihn dazu zu bringen, sie zu lieben. Um jeden Preis. Sie versucht ihrerseits selbst, ihn zu manipulieren, indem sie sich grenzenlos anzupassen beginnt. Sie glaubt, ihn zur Liebe zwingen zu können, indem sie alles spiegelt, wovon sie glaubt, dass er es will und braucht. Sie manipuliert sich selbst und ihren AM, der genau das selbe tut. Die beiden sind Seelenverwandt, weil sie beide momentan keine Seelen mehr haben. Sie kennen weder sich selbst, noch ihr gegenüber. Sie sind zu Spiegeln geworden.
- Gegenwart: In TE tobt ein Kampf, der sie zwar mehr und mehr zerstört und von sich selbst entfremdet, der aber zugleich ihre größte Chance sein kann:
Einerseits ist da diese mächtige, alles verklärende Wunschvorstellung mit all den schönen Eigenschaften, die sie auf den AM projezieren kann und die sie immer wieder blind für die Realität macht. Die Realität, die so schmerzlich ist, dass sie krampfhaft gemieden wird.
Andererseits ist da ganz tief drinnen noch die echte TE. Die immer wieder kurz aus ihrem Dornröschenschlaf erwacht und die ungefilterte Realität sehen kann. Die erkennt, was wirklich nach dem Ausbruch aus ihrer Ehe geschah und die entsetzt darüber ist, wie bereitwillig sie sich selbst hat blenden, täuschen und in vielerlei Form in Abhängigkeit bringen lassen. Und wie bereitwillig sie dies auch selbst praktiziert hat. Die dann immer wieder zurück in den Schlaf fällt, wenn es zu schmerzhaft ist. Die aber trotzdem nicht aufgeben will, die immer stärker wird und die genau deswegen jetzt hier ist und uns um Hilfe und Rat bittet.
Soweit meine persönliche Einschätzung, sollte ich etwas falsch verstanden oder interpretiert haben, bitte gerne richtigstellen.
Viele Grüße,
Maria