Falls diesen ganzen Beitrag hier jemand irgendwann mal liest, möchte ich für denjenigen noch ergänzen, was mir persönlich geholfen hat. Vielleicht kann da ja irgendjemand etwas für sich rausziehen – das würde mich freuen; vielleicht aber auch nicht, weil natürlich für jeden was anderes passend ist. Gefühle sind genauso wie Beziehungskonstellationen komplex und nicht vergleichbar und ich glaube auch nicht, dass ich auch nur im Ansatz den Stein der Weisen oder ein Allgemeinrezept besitze. Ich hoffe auch, all das klingt nicht nach "Uuuuh guck mal, ich habe es geschafft" - das kann ein Einsamkeitsgefühl eher verstärken. Schließlich hat jeder, der auf diese Seite findet, seine (aktuelle) Stimmung und Gründe... Es ist mir trotzdem ein Bedürfnis "etwas zurückzugeben", wie man so pathetisch sagt, einfach deshalb, weil mir diese Seite auch in einer schwierigen Zeit geholfen hat.
Lange Rede, kurzer Sinn:
Es hat mir geholfen...
- den Kontakt abzubrechen. Und zwar irgendwann ohne Wenn & Aber & zurück. Auf nichts reagieren, egal ob Briefe, Anrufe, Päckchen, Komplimente, plötzliches Auftauchen, Entschuldigungen, Beteuerungen uswusf. Ich habe auch das Feld geräumt bzw. bin gegangen, als er es mehrmals drauf angelegt hat, mich in meinem Umfeld zu treffen, denn für mich war das letztlich am besten, aber da hat sicher jede/r sein eigenes Gefühl und Tempo. Hilfreich fand ich dabei zu spüren, dass es mir ohne ihn besser geht als (jemals) mit ihm. Das war gleichzeitig auch ein Abschied von einer 10 -jährigen Bekanntschaft. Ich hab mir viel vorgemacht was ihn betrifft und das war/ist allein mein Thema und hat nur am Rande mit ihm zu tun. Darüber habe ich nachgedacht und warum das vielleicht so war/ist usw.
- Sport zu machen. Das klingt zwar banal und ist vor allem auch nicht so einfach, wenn man keine Kraft hat, aber mir ging es danach immer besser. Ich habe viele Jahre Leistungssport gemacht, fand es aber auch gut so etwas wie Yoga für mich neu zu entdecken.
- mal ins Kopfkissen zu weinen. Alles rauslassen.
- mich mit Familie und Freunden zu umgeben.
- hier zu schreiben und Verständnis und Reaktionen zu bekommen. Ich war manchmal noch nicht so weit zum Beispiel Freunden zu erzählen, wie es mir geht und was sich ereignet hat.
- zu verreisen. Und wenn es nur für ein Wochenende oder ein paar Tage ist. Klar, man nimmt sich selbst immer mit, aber mir hat ein Ortswechsel in der Zeit sehr gut getan. Neue Eindrücke. Abstand. Zu allem.
- zu reden und/oder zu schreiben. Sich immer wieder die Wunden anschauen bis man das Gefühl hat, das sie anfangen zu heilen.
- zu arbeiten. Mir hat das Struktur und Halt gegeben.
- (Ich habe durch einen Zufall und vollkommen ungeplant wen Neues kennengelernt, weiß aber noch nicht, ob das hilfreich ist/sein wird und hierher gehört, deshalb auch die ( ). Es lief auch noch nix, obwohl wir uns schon einige Wochen sehr ... zugeneigt sind. Ehrlich gesagt: Ich fühle mich noch nicht so weit und bin so unsicher, auch, wenn sich das jetzt vielleicht albern liest, bin ja keine 15 mehr. In mir siehts insgeheim aber ungefähr so aus:

Aber dann denke ich wieder, dass das absurd ist, weil vor ein paar Monaten noch alles so komplett anders war. Naja, mal schauen, was die Zeit bringt..)
•*- Ich wünsche jedem, der hier liest, viel Gutes. Und Hoffnung. -*•