Zitat von Mirabellenblüte: whynot,
ich Danke Dir, daß Du das mit uns teilst hier. Mir fehlen die passenden Worte.
Und ich danke Dir für Dein Verständnis und Deine Offenheit und Ehrlichkeit. Das gefällt mir, ganz ehrlich.
Und fast löst das in mir ja gleich wieder eine Liebe gegen Unbekannt aus.
Ich bin ja nur Dichter und damit Narr, wie Nietzsche es mal so auf den Punkt gebracht hat. Ich nomadiere herum wie in Wüsten, die manchmal auch eine Oase haben.
Und ich könnte nun ja gleich in Dich versinken, ganz unschuldig, allein Deiner Worte wegen.
Naja, nur Narr und Dichter, der über Wolken geht, die es vermutlich nicht einmal gibt.
Ich bin, um es mal offen zu sagen, heillos, verloren an die Liebe oder eben die völlige Einsamkeit.
Ich gehe durch Wälder und Flusshaine, ganz abseits und ohne jede Absicht. Und manchmal begegnet mir, trotz allen Abseits, eine Frau, in die ich liebend versinke. An sich ist das ja ganz unvostellbar. Ich liebe und begehre ja nicht nur, sondern ich gehe auf, und alles wird mir zu einem unvergleichen Abendrot, das so davontragend ist, aber doch mehr und mehr versinkt.
Ich bin sozusagen ein ewig Untergehender

, dem die Liebe so alles ist (und das abgesehen von den Muschelchen, die ich vorhin erwähnt habe). Es ist letztlich eben echt fürchterlich. Ich bin so sehr der romantischen Liebe zugeneigt, fast ja schon mittelalterlich minnemäßig, wie auch dieser Lust. Und das hat sich leider noch nie zusammengefunden. Die Lust einer Frau, unter uns gesagt, bereitet mir selber ja höchstes Vergnügen, und ich kann mich da so ganz hingeben und alles selber fühlen.
Und auf der andere Seite dann die Liebe, die über alles und jedes hinausfliegt in unvorstellbare Welten.
Es ist, gaube ich, ja nur zum Verzweifeln, weil es mir unmöglich scheint, alle diese fundamentalen Dinge, die (vielleicht) zurückführen ins Paradies, unter einen Hut zu bringen.
Wäre es mir gegeben, selber wählen zu können, dann eine Frau, die eben auch sowohl in dieser grenzenlosen Liebe versinken kann als auch bisweilen über alles hinausschwebt in der überwältigenden Lust (und man verwechsle das bitte nicht mit einer Art Notgeilheit!).
Offenbar ist das allerdings gar zu schön, um auch wahr sein zu können.
Und nie werde ich verstehen, was eigentlch den abwegigen Menschen dazu gebracht hat, auf das eine wie das andere zu verzichten und in irgendwelche DIN-Welten zu leben und umzukommen. Wenn ich mal bedenke, wie vieles an Liebe und Lust wir uns schenken könnten und wie verkorkst es tatsächlich zugeht, dann wird es für mich echt irre und unbegreiflich.
Liebe, Lust, tiefes Empfinden bis zum Erschauern und Erzittern - was sollte daran so unmöglich sein? Und warum dieser Wahnsinn, sich da gegenseitig im Weg zu stehen?
Ich habe noch jeder "meiner" Frauen alles gegönnt, eben auch die mir durchaus verständliche Lust an anderen Männern. Darum geht es doch im Grunde auch gar nicht. Sondern Liebe ist, nach meinen offenbar so unveständlichen Verständnis, bis ans Ende der Welt zu kommen. Das ist für mich Liebe in ihrer eigentlichen Form. Und eben nicht dieses Gefangenhalten, als gehe es hier um ein Besitztum, das so gar keine Offenheit an sich hat, sondern nur dieses merkwürdig verkrampfte Liebesschauspiel, das auf Exklusivität pocht.
Bei mir ist es jedenfalls so, dass ich, wahrhaft liebend, alles vergönne, und sei es eben die Lust, die meine Partnerin mit jemand anderem erlebt. Wichtig ist, für mich, dieser Zusammenhalt, der durch alles Mögliche und Denkbare eben hinausgeht und nicht hindert am Leben, wie es nun einmal eben ist.