Zitat von Ahornbaum:Aus meinen eigenen Erfahrungen muss ich dir da ein Stück weit widersprechen. Das Verhalten eines Erwachsenen wird in seiner Kindheit geprägt. Dabei entstehen unbewusst blinde Flecke, so dass sich der Erwachsene mancher Verhaltensmuster gar nicht bewusst ist. Schließlich kennt er es nicht anders. Und auch die Eltern ...
Das Problem hier ist eben, dass die beiden getrennt sind und er Scheidung will.
Wären sie zusammen und sähen eine gemeinsame Zukunft wäre das ein Projekt für 2.
Hier jedoch nährt sowas die Hoffnung, ihn heilen zu können ungeachtet der Tatsache,
dass er für sich längst und sehr entschieden entschlossen hat, getrennte Wege zu gehen.
Es hat etwas übergriffiges und auch etwas ihn nicht ernst nehmendes!, mithilfe etwaiger
Diagnosen und Kindheitstraumata zu meinen, die Kontrolle behalten zu können.
Meine Erfahrung selbst mit mir zumindest ist folgende: immer wenn ich so agiert habe,
wollte ich mich ablenken von der Rolle, die ich selber hier gespielt habe ( nochmal: wo
bekommt die TE jetzt Hilfe? Was braucht sie jetzt? Wo muss sie Grenzen setzen).
Weil ich nicht bereit war, den Schmerz zu spüren, darüber, dass ich mich vielleicht getäuscht habe,
etwas nicht sehen wollte etc. wurde der Mann pathologisiert, analysiert in dem Versuch die Kontrolle
über ihn und die Situation zu behalten.
Er hat gesagt er will nicht mehr. Daraus würde ich mein Handeln ableiten. Und nur daraus.
Die eigenen blinden Flecken aus der eigenen Kindheit anzuschauen ist nie ein Fehler.
Es wird auch seine Gründe haben, warum Tatjana ihn sich ausgesucht hat....
Daran kann sie sicherlich arbeiten, um es beim nächsten Mann anders zu machen...
Und auch ihrer Tochter ein anderes Rolemodel vorzuleben, als das der sich selbst
aufopfernden Ehefrau und Mutter...
Hier liegt meiner Meinung nach WIRKLICH Macht und Gestaltungsspielraum...
Das alles ist MEINE Perspektive auf das hier Geschriebene. Jeder darf es anders sehen