Hey Tatiana,
Icj verkneife mir eben das frohe Neue, denn wahrscheinlich geht es dir gerade schlecht. Ich lese bei dir schon eine Weile mit und fühle mich total an meinen Forengrund erinnert, der ja für mich nun schon viele Jahre her ist.
Die Trennung erfolgte für mich auch überaus plötzlich aus einer lieben Beziehung heraus. Auch nun Jahre später würde ich sagen, dass es da keine Anzeichen gab. Ich würde sogar soweit gehen, dass mein Ex absichtlich keine Zweifel aufkommen hat lassen. Ich denke, er wollte selbst, dass die Beziehung mit mir weitergeht, weshalb er eher mehr investiert hat, mehr Nettes zu mir sagte, so dass ich nicht hätte drauf kommen können, dass er unglücklich ist. Auch bei uns knallte es und er war weg. Also er knallte. Einen richtigen Streit gab es nicht. Für mich verständliche Gründe auch nicht.
Zitat von Tatiana: Wenn ich jetzt einfach gehe, verpasse ich eine Chance.
Du gehst doch gar nicht. Er ist gegangen. Wenn irgendjemand auf der Welt im Liebeskummer sich einfach umdrehen zu können und emotional zu gehen, würden wir das alle machen. Das geht aber nicht.
Er ist gegangen. Du stehst an der Stelle, wo er dich verwirrt und voller Schmerz zurück gelassen hat und du baust dir ein Feuer aus Hoffnung, dass dich in der Kälte des Verlassenfühlens wärmt. Verstehe ich. Brauchen wir alle, wenn wir in der Hölle aufwachen. Sitz nicht zu lang dran. If you are in hell, keep on walking.
Zitat von Tatiana:Ich ergreife die Chance.
Da liegt ein Missverständnis vor. Du kannst das nicht ergreifen. Das müsste er. Denn er hat sich entschlossen zu gehen.
Ich bin da bei @merrettich: er ist gegangen und du suchst aktuell, woran er arbeiten kann, damit er eine Beziehung mit dir führen kann. Ihm mitzuteilen, was falsch an ihm ist und er daran arbeiten soll, ist übergriffig.
Schau, stell dir vor, eine Beziehung zu erhalten, macht Arbeit. Wenn beide arbeiten, dann läuft es. Nun will der eine nicht mehr. Und der andere sagt nun: Wenn du noch mehr arbeitest und bspw eine Therapie machst, dann funkrioniert es. Meine Arbeit ist es, nichts zu tun und auf dich zu warten, bis du deine Arbeit erledigt hast.
Warum sollte er das tun? Er will doch eben nicht mehr an der Beziehung arbeiten. Warum sollte er mehr machen?
Die viel interessantere Frage ist also, was kannst du auf deiner Seite verändern? Und willst du das?
Das kannst du ihm dann anbieten und die Wahrscheinlichkeit, dass er nein sagt, ist sehr hoch.
Zitat von Tatiana: da ich mich gerade mitten in einem Trauma befinde.
Das mag sein und hier kannst du wirklich was tun. Jede Situation, in der wir uns Ohnmächtig fühlen, ist potenziell traumatisierend. Also ist die Frage, wie du handlungsmacht herstellen kannst. Im Moment versuchst du das darüber, dass du ihm eine wichtige Info bringen kannst, die dazu führt, dass er alles rückgängig macht. Eine Handlungsmacht üüber ihn also. Das kann nicht funktionieren, denn wir haben keine Handlungsmacht über andere. Glaub mir, ich hab es versucht.
Aber du hast Macht über dich.
Wer zieht aus?
Wie sorgst du für dich?
Wie sorgst du für deine Tochter?
Hol dir das Jugendamt ins Boot, die machen auch Paar-/Tremnungstherapie für Familien.
Wer kann dich unterstützen?
Mach einen Termin beim Familienanwalt.
Kauf dir neue Bettwäsche.
Wo sind die Alleinerziehenden Gruppen bei dir in der Nähe?
Usw.