Tatiana
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Ich musste jetzt zum ersten Mal meine Steuererklärung machen, zusammen mit ihm. Wir haben uns drum gekümmert und dann den Job an den Experten abgegeben. Ich habe noch nicht mal die Steuerbescheinigung zurück . Wenn ich meine Steuerklasse wissen muss, gucke /frage ich nach.
Ich habe zu jeder Zeit immer diverse Dinge gleichzeitig, die im Hintergrund laufen und geregelt werden müssen, zB den Erbstreit, Verwaltung der Wohnung bzw meines Elternhauses und mehrere andere, langjährig laufende Verwaltungsakte. Dazu der Job, Fahrzeit, Versorgung einer 2 Jährigen, Kind, Mann. Meine Steuererklärung war in Bearbeitung - es war gerade nicht meine Priorität, meine Steuerklasse zu erfragen.
Trotzdem. Ich nehme an, dass ich Dinge anders mache oder erledige, wie er. Und dass ihm das Stress bereitet, wenn Dinge nicht zu Ende geregelt werden (können) und halt immer da sind. Ich habe gedacht "Sind ja meine Baustellen" und habe unterschätzt, wie sehr ihn das auch gestresst hat. Er wirkt nicht so und er hat es mir nicht erklärt, sondern mich in den Belangen unterstützt. Für mich ist es ein konstantes "Priorisieren" der Aufgaben, weil nicht alles geregelt werden KANN bzw ich schon tue, was ich kann (zB Anwalt einschalten, aber ich bin halt auf seinen Fortschritt angewiesen) . Für ihn ist es aber extrem störend und ich habe nicht verstanden, dass es über ein "Das nervt" weit hinausgeht. Dafür hätte ich seine Erklärung gebraucht.
Wie ich erst jetzt erkenne: Ich hätte irgendwie trotzdem mehr auf Zack sein müssen, mehr Druck auf den Kessel bringen, mehr regeln und ich hätte mehr S...haben und meine Tasse wegräumen sollen. Das alles in der -faktischen- einen Stunde, die ich am Tag habe, von 21-22 Uhr, nach der Schlafenszeit meiner Tochter, wenn ich sau müde von allem bin. Ich hätte aufstehen sollen, wenn ich ihn ihrem Bett mit eingeschlafen wäre und mir Dess. anziehen sollen.
ODER: Dann hätte ich halt reduzieren müssen, ihn mehr bitten sollen, weniger Pausen für sich zu nehmen und weniger zu Netflixen. Nur hätte ich dann auch Probleme gehabt: Er wäre schon eher im Burnout gelandet und hätte mir vorgeworfen, dass ich mich finanziell mehr kümmern muss, damit ich Geld in unser Projekt Haus und Kind stecken könnte, plus Rente und CO.
Was die Diagnose angeht, sehen wir die Welt einfach komplett anders. Es besteht eine Chance, dass unsere Tochter auch hochsensibel ist und ich möchte, dass er / wir da ein Auge drauf haben. Ich diagnostiziere niemanden- aber ich möchte, dass er selber guckt, ob ER denkt, dass das auf ihn passt und ob er das weiter verfolgen möchte. Im besten Fall ändert das alles; im schlechtesten gar nichts für mich zumindest.
Morgen treffe ich ihn zum Gespräch. Er will mir nochmal erklären, was los ist. Wenn ihr da noch Gedanken habt, wie ich mich da verhalten sollte, raus damit.
