Hey Tatiana, da scheinen bei uns parallelen im Leben zu sein: Erstes Kind; Partner vermisst Zweisamkeit; Instabilität/Burnout des Partners; ...
Ja. Ich würde auch eine Paartherapie vorschlagen und sich Hilfe holen. War dein Mann bereits bei einem Arzt? Vielleicht hat dieser auch Tipps für ihn. Es scheint sich viel Druck angesammelt zu haben, was sich vielleicht auch in Stress und Schlafstörungen bemerkbar macht.
Bist du noch in Elternzeit? Wenn ja könnte er vorübergehend woanders ( in einem anderen Zimmer) schlafen, damit er Nachts Ruhe hat.
Aber natürlich hilft das alles nur, wenn er nicht dicht macht. Er müsste eure Beziehung auch noch wollen.
Und ja, die Mutter merkt anscheinend nicht was sie tut oder es ist ihr egal. Aber genau, die Leidtragende ist auch das Kind.
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x 1#76
hotte Mitglied
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Liebe @Tatiana,
es sieht so aus als wärst du nicht wirklich zur Ruhe gekommen (posts um 1uhr und umd kurz vor 5) was sicherlich auch verständlich ist. Ich habe mir hier nochmal alles durchgelesen und denke mir das aus deinen Beschreibungen sehr viel Verzweiflung bei deinem Mann vorherrscht.
We da jetzt Schuld oder nicht Schuld ist und wer wann was versäumt hat steht erstmal auf einem anderen Blatt da ihr in der akutsituation nichts regulieren könnt.
Ich sehe tatsächlich parallelen zu meiner Situation. Ich war/bin ein harmoniesüchtiger Mensch der es hasst zu Streiten. Meine Ex ist recht aufbrausend und wird (in meinen Augen) schnell unfair. also habe ich irgendwann angefangen dinge in mich reinzufressen statt sie anzusprechen. Das ging rund 1 1/2 bis 2 Jahre gut bevor sich das so ausgewirkt hat das es hier zum Stress kam. In der Eherberatung, Therapie und Selbstreflektion habe ich dann gelernt das vieles davon mit einem selbstwertproblem zusammenhing weil ich einfach große Probleme habe im privaten für mich selbst einzustehen (in Job klappt das wunderbar). Ja, auch bei mir gibt es eine Mutter die in der Einliegerwohnung in Haus lebt und sich laut meiner Frau immer in unsere Ehe und Erziehung eingemischt hat. Zwar glaube ich schon das ich mich mehr oder weniger abgenabelt habe, ich merke jedoch wie ich da selbst noch eine emotionale Abhängigkeit habe da in von meiner Mutter damals relativ viel Geld bekommen habe um das Haus zu sanieren als wir das alte Haus verkauft hatten.
Auch ich kenne das mit dem 6uellen problem. Stressige zeit und Mann hätte gerne Sex um aus dem Stress auszubrechen aber Frau braucht Ruhe um sich drauf einlassen zu können. Das ist in meinen Augen sehr weit verbreitet. In der Beziehung war S. für mich immer auch ein Punkt an dem ich festgemacht habe das alles ok war. Denn wenn irgendwas im argen war, Stress, unmut oder sonstiges, gabs auch keinen S.
Unterschiedlicher Kinderwunsch kann tatsächlich auch belasten aber wenn ich das hier so schreibe bekomme ich mehr und mehr das gefühl das ihr viele kleine Themen habt in denen ihr euch uneinig seid die sich dann aufgestapelt haben. Das er nicht wirklich über seine Gefühle sprich oder sprechen kann verkompliziert die Situation. Schnell kommt das Gefühl auf dem (bzw. der) anderen unterlegen zu sein und ohnehin keine Chance zu haben weil man seine punkte eben nicht gut vertreten kann.
Das wäre ungefähr so wie die Aussage Nie gibts du mir recht. Egal wie man darauf antwortet, diese Aussage kann nur im sinne des sagenden bestätigt werden und das kann schnell zu einem Gefühl der Hilflosigkeit führen.
Ich schaue gerade sehr stark auf mich und fühle in mich hinein. Dabei komme ich immer mehr zu dem Schluss das ich in den Jahren der Ehe immer kleiner geworden und immer weniger für mich selbst engetreten bin. Ich hatte Angst. Angst wieder runtergemacht zu werden (was dramatischer klingt als es war.... meine Punkte wurden halt selten angenommen) und ultimativ angst davor verlassen zu werden.
Irgendwo hier im Thread wurde auch von Urvertrauen aus der Kindheiut geschrieben. Auch ich habe eine sogenanntes Schattenkind das Probleme von damals nicht richtig verarbeitet hatte. Dazu kam das ich nie gelernt habe mit Gefühlen umzugehen was bedeutet das ich zu begin der Probleme hier null Resilienz hatte. Wenn da also emotionen bzw. Gefühle waren, bin ich damit schlicht überfordert gewesen und es ist tatsächlich so das viele Männer unterschiedliche Gefühle nicht klar differenzieren können (ich war einer davon und musste das erst lernen).
Mir ist bewußt das ich hier sehr viel über mich geschrieben habe, ich sehe ein paar parallelen zwischen dem was du schreibst und was ich selbst erlebt habe, deshalb dachte ich das du schauen kannst ob irgendwas davon vielleicht auch bei euch zutreffen kann.
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x 6#77
A
Was bitte ist hier passiert?! Plötzliche Trennung
x 3
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Arnika Mitglied
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Zitat von Tatiana:
Noch zu ihm: Er hat ne extreme Angst, überfordert zu sein, zB wenn er mal weniger Schlaf hat, ist das ne RIESEN Sorge, am nächsten Tag auf der Arbeit nicht funktionieren zu können. Er ist sonst herzlich, süß, kreativ, warm, alle lieben ihn.
Wenn man mal ein Burnout hatte, dann kennt man die Auslöser und hat keine RIESEN, sondern eine berechtigte Sorge um seine Gesundheit- und im Zweifel sein Leben. Da noch das Pochen auf ein 2. Kind, obwohl er offensichtlich schon länger ohnehin schon am Limit läuft- und immer wieder Streits darum, ehrlich, man sollte ihn schon anfangen ernst zu nehmen, was er über sich und seine Belastungsgrenzen sagt. Wie man da noch von „traumhaft schön“ reden kann, erschließt sich mir nicht.
Ich denke, Hopfen und Malz ist da noch nicht verloren, aber nur, wenn sie anfängt, seine Grenzen und Bedürfnisse ernster zu nehmen - und auch sensibler darauf zu reagieren. Er ging, weil die Grenze für seine Gesundheit erreicht war. Weil er auch nicht an Weihnachten endlich mal auftanken konnte. Was er wohl dringend nötig hätte. Halte ich für gesund. „Das ist alles übertrieben“ heißt hier nur „mir war das alles nicht so wichtig“. Und genau da sollte sie ansetzen, wenn sie sich auch für ihn eine „traumhaft schöne Beziehung“ wünscht - und nicht nur für sich selbst. Ist machbar. Man kann nämlich seinen Partner durchaus auch ernstnehmen - auch wenn er ein Typ ist, der eher etwas leiser sagt. Nochmal: Seine Sorge (und die seiner Mutter) um seine Gesundheit sind mehr als berechtigt. Er wird immer anfällig für Burnouts bleiben. Wenn er da seine Grenze bereits anspricht, muss man echt nicht noch mit Streits um ein 2. Kind aktuell eins noch draufsetzen, um ihm damit vollkommen den Rest zu geben. Ist ja schon etwas egoistisch…
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x 5#78
Seteca Mitglied
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Was mir noch in den Sinn kommt:
In meinem Bekanntenkreis gibt es aktuell eine Trennung, wo der Vater/Partner von einem gemeinsamen Kind die Trennung vollzogen hat. Neue Partnerschaft auf der anderen Seite des Landes, das neu gebaute Haus wurde verkauft. Auch dort hat seine Mutter eine große Rolle gespielt. Sie hat während der Beziehungskrise die gänzliche Schuld bei der Partnerin gesucht und unheimlich viel Einfluss auf ihren Sohn genommen. Letztendlich ist der Sohn meines erachtens aus der Beziehung ausgebrochen, weil die Mutter die Partnerin abgewertet und abgelehnt hat.
Das Ende vom Lied war, dass die Mutter, als das Kind schon in den Brunnen gefallen war, plötzlich zu tiefst traurig war, dass sie keine Paarberatung gemacht haben und das Enkelkind nun in einem Haufen zerbrochener Scherben steht. Die Eltern sich nicht mehr über's Fell schauen können, die Mutter völlig verunsichert alleine mit dem Kind zurückgelassen wurde und ihr Sohn weit weggezogen ist. Wo die Schwiergertochter vorher unerträglich war, sucht sie zu dieser plötzlich intensiver Kontakt, nimmt ihr das Kind ab und lädt sie zum Essen ein. Ganz schön spooky.
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x 3#79
Seteca Mitglied
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Zitat von Arnika:
Wenn man mal ein Burnout hatte, dann kennt man die Auslöser und hat keine RIESEN, sondern eine berechtigte Sorge um seine Gesundheit- und im Zweifel ...
Ja, das kann ich alles gut nachvollziehen, aber da kommt bei mir die Frage auf: Wer bedenkt die Nöte und Bedürfnisse der Mutter und noch viel mehr des Kindes? Ich denke da geht es nun einmal um eine Familie, wo drei Menschen dazugehören. Aus meiner Sicht wäre es das Beste, dass du deinem Mann sagst das du ihn liebst, respektierst und bereit wärst zum Wohl eurer Familie eine Paarberatung oder gemeinsame Beratung bei z.B. einer Erziehungsberatungsstelle mit ihm gemeinsam in Anspruch zu nehmen. Wenn er dies nicht kann oder möchte würde ich ihm ebenso sagen, dass du dies zwar respektierst, aber ein verlässliches Umfeld für dich und euer Kind brauchst und dir Unterstützung bei Beratungsstellen suchst.
Ich denke das es auch gut ist, wenn seine Mutter merkt dass du dir ebenso Halt und Unterstützung suchst. Damit schützt du dich sicherlich auch ein Stück weit vor ihren manipulativen Einfluss.
Hast du Freunde oder eine Familie mit denen du dich austauscht?
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x 3#80
Sonnenschein85 Mentorin
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Zitat von Seteca:
Was mir noch in den Sinn kommt: In meinem Bekanntenkreis gibt es aktuell eine Trennung, wo der Vater/Partner von einem gemeinsamen Kind die Trennung ...
Das ist echt seltsam. Wahrscheinlich spielte da auch von Seiten der Mutter Verlustangst und Eifersucht mit rein. Sie hätte besser auch mal eine Therapie gemacht. Und wahrscheinlich hatte sie dann später ein schlechtes Gewissen. Ich weiß gar nicht, diese Konkurrenzkampf zwischen Schwiegermutter und Partnerin ist oft unbewusst oder hier in dem Fall auch bewusst vorhanden.
Ich finde diese Dynamik irgendwie echt interessant. Weil andersherum Mütter der Frauen, da bekommt man seltener so eine Konkurrenz zum Ehepartner mit.
Meine Ex Schwiemu war auch sehr übergriffig. Da musste ich mich manchmal sehr zusammen reißen. Es war natürlich nicht so heftig wie hier in dem Fall, aber sie meinte sich auch ständig in die Erziehung der Kinder einzumischen. Was die Kinder zu essen haben oder wie sie sich am besten kleiden sollen. Als meine Große mal absichtlich mit unterschiedlichen Socken kam, war das ein echtes Drama
Naja, ich denke Grenzen setzen von Beginn an ist sehr wichtig. Damit gar nicht erst solche Dynamiken entstehen.
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x 4#81
Sonnenschein85 Mentorin
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Zitat von Seteca:
Ja, das kann ich alles gut nachvollziehen, aber da kommt bei mir die Frage auf: Wer bedenkt die Nöte und Bedürfnisse der Mutter und noch viel mehr ...
Ja, das sehe ich auch so. SIch einfach verkrümmeln weil es ihm zuviel ist ohne sich helfen lassen zu wollen , finde ich vor allem für das Kind, was noch sehr klein ist, egoistisch. Er ist Vater und muss auch lernen Verantwortung zu übernehmen. Wenn es ihm gesundheitlich nicht gut geht, sollte er bereit sein sich Hilfe zu suchen und kommunizieren was genau los ist. Aber direkt das Handtuch werfen wie er es anscheinend auch in den vorherigen Beziehungen tat, finde ich nicht gut.
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x 5#82
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Arnika Mitglied
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Zitat von Seteca:
Ja, das kann ich alles gut nachvollziehen, aber da kommt bei mir die Frage auf: Wer bedenkt die Nöte und Bedürfnisse der Mutter und noch viel mehr des Kindes?
Also ich finde es besser für das Kind, wenn es einen gesunden, fitten und glücklichen Papa hat, der nicht Zuhause wohnt - als einen mit Burnout und Selbstmordgedanken, ders jahrelang aus dem Bett nicht mehr hochschafft. Viel besser sogar.
Und dass es für sie „traumhaft schön“ war, obwohl ihr Partner offensichtlich litt, ist schon bezeichnend. mE ist dann er jetzt mal dran, auf sich selbst zu schauen. Besonders, weil er der ist, bei dems am kritischsten enden kann, wenn ers nicht tut.
Paartherapie ist meistens auch nur für Frauen toll, die reden halt sehr viel lieber über ihre Befindlichkeiten - für die meisten Männer allerdings eine ziemliche Qual. Darf man auch mal akzeptieren, wenn ein ER sich nicht noch weiter quälen möchte. Für ihn ist es jetzt wohl sehr viel entspannender, einfach mal schweigend „ins Feuer starren“ zu können. Aber klar, vorschlagen kann sie es ihn, ihn nochmal mit Hilfe von außen überreden zu wollen. Da wäre aber dann auch ehrliche Selbstkritik der Schlüssel zum Erfolg.
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x 4#83
Seteca Mitglied
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Zitat von Arnika:
Also ich finde es besser für das Kind, wenn es einen gesunden, fitten und glücklichen Papa hat, der nicht Zuhause wohnt - als einen mit Burnout und ...
Da hast du langfristig definitiv Recht. Aber ist es aus deiner Perspektive die gesündeste Lösung, dass der Papa sich aprubt aus dem Staub macht ohne jegliche Form einer offenen Kommunikation daran was in dieser Situation Lösungsansätze sein könnten, ohne direkt eine gänzliche Trennung zu vollziehen? Die Beziehung ist ja offensichtlich nicht von psychischer oder körperlicher Gewalt geprägt.
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x 2#84
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Arnika Mitglied
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@Seteca Er hat doch lange genug kommuniziert. Es gab doch auch zu Weihnachten noch Diskussionen - was die ehrlichste Form der Kommunikation ist. Wie lange denn noch? Manchmal muss man eben auch ins Handeln kommen und nicht nur quatschen. Vor allem, wenn die Alternative ist, sich dann auch aus dem Staub zu machen, weil man mit Burnout in der Klapse landet.
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x 2#85
Blindfisch Mitglied
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Die Paartherapie wäre für ihn nur eine weitete Institution wo so lange auf ihn eingequatscht wird, bis er endlich seine Fehler einsieht.
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x 3#86
Sonnenschein85 Mentorin
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Zitat von Blindfisch:
Die Paartherapie wäre für ihn nur eine weitete Institution wo so lange auf ihn eingequatscht wird, bis er endlich seine ...
Ja..gut aber wenn er nichts ändert wird er nie eine langfristige Beziehung führen können. Seine vorherigen sind auch alle nach kurzer Zeit kaputt gegangen. Vielleicht wäre es gut, wenn er sich helfen lässt auch hinsichtlich seines Burn outs. Aber klar, vielleicht wird er sich verweigern..
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x 3#87
N
Naturist Gast
Ihr habt mit dem einen Kind schon nur noch Stress und kaum noch Intimität oder auch mal einfach nur Ruhe, richtig?
Wie kommst du dann auf die Idee, um ein 2. zu betteln? Damit sagst du ja: Ich will noch weniger Intimität mit dir, ich will lieber noch was Niedliches zum Knuddeln.
Glaub mir, ich wäre genauso weg wie er. Kinder sind oft genug der Sargnagel in Beziehungen. Und das 2. zu wollen, wenn ihn das 1. schon an die Grenzen bringt, ist einfach nur dreist.
Ich versuche es mal als neutraler Außenstehender. Vorweg vlt. ließt sich das ein oder andere in deiner emotionalen Lage als Vorwurf, mein Text soll ...
Aber was hätte sie tun können? Sie war doch ebenso gefordert mit Kind und Fulltime- Job, aber funktionierte? Wie viel hat er sich eingebracht?
Es gibt Menschen, die halten diesen Stress und diese Verantwortung aus, andere nicht. Er verließ Beziehungen immer nach kurzer Zeit. Ich denke, der Grundfehler lag hier tatsächlich auf seiner Seite. Er hielt den, nun einmal normalen, Stress einer Beziehung mit Kleinkibd nicht aus. Erwachsene sollten auch ohne sofortige Trennung und mütterliche Hilfe (hier Grenzüberschreitungen) für sich selbst Lösungen ansprechen und finden und umsetzen können. In Summe klingt er egoistisch. Und sein Elternhaus anstrengend.
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x 2#89
Blindfisch Mitglied
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Zitat von Sonnenschein85:
Ja..gut aber wenn er nichts ändert wird er nie eine langfristige Beziehung führen können. Seine vorherigen sind auch alle nach kurzer Zeit kaputt gegangen.
Richtig. Er muss lernen sich eine Frau zu suchen, die besser zu ihm passt.