Zitat von milano30:Ihr sprecht, wenn ich das richtig verstehe, von einem intuitiven Gefühl, ob Beziehung begonnen, fortgesetzt oder abgebrochen wird. Woher denkt ihr kommt diese Intuition, also das Gefühl und ist es tatsächlich komplett entkoppelt von Gedanken, Überlegungen, bewussten Wahlentscheidungen?
Also bei mir ist es total entkoppelt. Es ist wie ein inneres Wissen.
Woher das kommt? Das kann ich nur vermuten.
Zum einen bin ich quasi in der Natur aufgewachsen. Ich habe als Kind ganze Tage in der Natur verbracht (in den Bergen) und meine ganze Liebe aus der Natur bezogen. Ich hab mich da immer vollkommen verbunden mit allem gefühlt. Als ein Teil des Ganzen. Sehr heil und vollständig. Ich denke, dass das zu meiner ausgeprägten Intuition geführt hat. Auch ständiger Wandel, Vergänglichkeit und Sterblichkeit sind mir dadurch vertraut und für mich vollkommen normal.
Zum anderen hatte ich ein traumatisches Elternhaus. Es gibt den Begriff "traumatic growth" - posttraumatisches Wachstum. Das heißt, dass Menschen, die schwere Krisen und traumatische Erlebnisse hatten, oft dadurch einen für sie sehr positiven Prozess durchlaufen. Dieser kann zu sehr tiefem Empfinden und überhaupt Tiefe im Leben führen, zu einer starken, positiven Intensität im Erleben, verstärkter Empathie und Hellsichtig- /-fühligkeit /-wissen, zu einer tiefen Wertschätzung des Lebens und des Positiven, Bewusstwerdung eigener Stärken u.v.m.
Ich bin mir sehr sicher, dass bei mir solch ein traumatic growth stattgefunden hat.
Zitat von milano30:Was mich noch interessieren würde, habt ihr alle hier vor dem Forum, Euch und das Thema Beziehung/Trennung schon immer mehr oder weniger intensiv reflektiert oder kam das erst?
Mich hat das Thema "wer bin ich" schon immer sehr interessiert und fasziniert. Sowie alles, was das Zwischenmenschliche angeht. Wie Kommunikation, achtsame Sprache, überhaupt
Achtsamkeit, achtsamer Umgang mit sich selbst und mit anderen, das Überprüfen von Gedanken und Glaubenssätzen. Das war unabhängig vom Thema Beziehung/Trennung. Ich habe unzählige Workshops und Seminare besucht, mit anderen zusammen und alleine nachhaltig an Themen gearbeitet, Philosophie-Vorlesungen besucht, eine Yogalehrerausbildung gemacht und nicht zuletzt viel, wirklich viel Psychotherapie runtergerissen.
PS:
Ich hab auch ein sehr starkes Vertrauen ins Leben, dass alles genau richtig ist, was mir passiert.