Liebe Juliane,
ich habe eben deine Geschichte hier gelesen und mich die ganze Zeit nur gefragt, wo nimmt die Frau ihre Kraft her? Diesen Hin und Her von deinem Noch-Mann, die Zweifel erst an ihm, dann aber auch an deiner eigenen Wahrnehmung, bis hin zur Gewissheit, dass dein Bauchgefühl von Anfang an richtig war. Dann seine Reue, plötzlich wieder Kehrtwendung und Vorwürfe gegen dich bis hin zu fast körperlichem Angriff vor der Haustür. Daneben noch die Arbeit, auf der du weiterfunktionieren sollst und auch willst...Dann auch noch Martin der dir, wenn auch ohne böse Absicht, auch Energie zieht indem er dich als Stütze nutzt...
Und dann natürlich auch noch der Tod deines Vaters, das allein braucht schon Raum zur Verarbeitung und Trauer.
Also da muss ich beim Lesen erstmal durchatmen.
Aber dass der Körper irgendwann Stopp sagt ist ja klar, also ich wünsche dir wirklich von Herzen Zeit und Ruhe um diese vielen Wunden heilen zu lassen.
Aber ich würde dich gerne was fragen. Resilienz ist ja so ein Modewort geworden. Dennoch habe ich den Eindruck dass du innerlich sehr stark bist, ich höre aus deinen Zeilen eigentlich kein Selbstmitleid, du machst dich nicht klein, du weißt um deinen Wert und auch was du von einem Partner erwartest und was nicht. Woher nimmst du diese Stärke?
Wie gehst du mit Schuldgefühlen um, bzw. hast du überhaupt welche? Ich habe mich nach Trennungen oft mir Selbstvorwürfen gegeißelt und ich empfinde dich als sehr nach vorne schauend und konstruktiv, auch wie sehr du immer wieder bei dir bleibst, man könnte sich immerhin bis in alle Ewigkeiten das Hirn zermartern, was eigentlich in E. vorgeht und vorgegangen ist, aber du scheinst dem immer wieder einen Riegel vorschieben zu können.
Das ist bewundernswert! Halte durch
