MissLilly
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Dabei sind sicherlich alle nur gut gemeint und in der Theorie hört sich einiges davon auch ganz gut an, aber wenn es an die Praxis geht, kannst offensichtlich auch du, letztlich nur mit eindimensionalen und nicht wirklich zu Ende gedachten Ratschlägen bzw. Ermahnungen glänzen..
Zitat von LarsWilhelm:Wenn man aber in die metaebene geht dann ist Liebeskummer an sich vorübergehend und kein unüberwindbare s Trauma.
Offenbar scheinst du keinen blassen Schimmer davon zu haben, wieviele Menschen sich nach dem ein oder anderen Betrug wünschen würden, das Liebeskummer ihr einziges Problem wäre!
Zitat von LarsWilhelm:Alles andere sind selbstgemachte Dramen, für die jeder die Verantwortung trägt.
Wie genau soll denn die vollwertige und richtige Übernahme der Verantwortung auf beiden Seiten denn bitte genau aussehen? Sorry, tue mich wie gesagt einfach nur schwer mit derartigen Floskeln, ohne jede echte Substanz.
Vielleicht etwa indem sich darauf konzentriert wird sich gegenseitig zu Tode zu reflektieren, um dann festzustellen das jeder das getan hat, was er in jenem Moment für richtig gehalten hat! Ist in deinen Augen damit die berühmt berüchtigte Augenhöhe postwendend wiederhergestellt ?
Zitat von LarsWilhelm:Die Frage ist, ob man als Person differenziert genug ist, damit klar zukommen.
Verstehe...demnach ist also eine Person die Integrität, Loyalität und Treue nicht nur rein vom Wortschatz her kennt , sondern auch aktiv und aus Überzeugung lebt, einfach nicht differenziert genug um mit dessen Mangel oder Ausbleiben ihm gegenüber klarzukommen?!
Zitat von LarsWilhelm:Mit geht es nur um die Sinnlosigkeit von Kontrollen
Findest du Verkehrskontrollen im öffentlichen Straßenverkehr auch so sinnlos?
Was genau empfiehlst du einem Menschen, der sich intuitiv von einem anderen betrogen und hintergangen fühlt und bereits das offene Gespräch mit seinen Partner gesucht und ihn vertrauensvoll mit seinen Gedanken hierzu konfrontiert hat, sein gegenüber es aber vorzieht ihn einfach weiter dreist zu belügen?
Soll also der jahrelang Vertrauende und in diesem Moment vollkommen unwissentlich um sein komplettes Bauchgefühl gebrachte Betrogene nun in der Verantwortung stehen, die Beziehung einfach zu beenden, nur weil ER die Zweifel hat?
Sorry, aber vorhin noch hast du davon gesprochen, dass jeder die Chance erhalten sollte die bestmögliche Verteidigung für sich zu erhalten. Wie Bitteschön soll man sich denn in so einem Fall verteidigen können, ohne die Angaben des anderen auf deren Wahrheitsgehalt überprüfen zu dürfen?!
Sorry, aber wenn der Topf auf dem heissen Herd steht und man ist nicht ausreichend bzw. gar nicht versichert, dann ist Vorsicht (in meinem Augen), immer besser als Nachsicht!
Es sei denn, man hat Bock darauf, dass die Bude abfackelt!
Zitat von LarsWilhelm:Jeder sollte in der Lage sein, auch alleine leben zu können.
Aber natürlich jeder doch... Erzähl das mal z. B den Menschen, die geistig und körperlich massivst eingeschränkt bzw. allein gar nicht überlebensfähig wären. Diese Menschen sind auf das Vertrauen und Wohlwollen von anderen Menschen schlichtweg angewiesen!
Und auch wenn wir nicht in diese krasse Schublade greifen (denn Lug und Betrug gibt es nicht nur in Ehen oder Liebesbeziehungen), sondern uns auch nur die Normalsterblichen ansehen, dann können solche Texte nur von Menschen stammen, die das Glück haben ihr Leben in einem Sozialstaat verbringen zu können und so zumindest nicht den Hungertod für sich fürchten müssen.
Zitat von LarsWilhelm:Eine Beziehung ist nur das Sahnehäufchen im persönlichen Lebensglück.
Eine Beziehung ist nichts weiter als eine GEMEINSAME Entscheidung darüber, eine Beziehung miteinander führen zu wollen. Was die Grundwerte dieser Beziehung ausmacht, ist ebenfalls eine gemeinsam getroffene Entscheidung.
Ich behaupte mal, dass wir uns alle einig darin sind, dass es sinnvoller wäre diese regelmäßig und anhand von offener Kommunikation zu überprüfen. Manchmal erwecken deine Postings bei mir allerdings den Eindruck, als wolltest du sagen, dass der Betrogene grundsätzlich die Mitverantwortung für die Entscheidung des Betrügers (nämlich ihn zu belügen und zu betrügen) trägt. An dieser stelle möchte ich einräumen, das viele Betrogene sicherlich Teil einer gewissen Beziehungsdynamik sind, aber für den endgültigen und ihnen nicht vorher angekündigten Schritt, beispielsweise in das Bett eines anderen dritten, mit Sicherheit jedoch nicht.
Zitat von LarsWilhelm:Die Tatsache dass jemand betrügt ist keine Zerstörung einer Familie.
Bitte definiere in diesem Zusammenhang das Wort "Zerstörung", bevor ich wieder geneigt bin eine Rosamunde Pilcher Floskel dahinter zu vermuten.
Oder ist etwa damit gemeint, dass der Betrüger dadurch ja nicht zwingend dazu genötigt ist die Familie endgültig zu zerstören, sofern ihm vergeben wird?
Wenn dem so sein sollte, würde das ja bedeuten, dass der Betrogene auch noch die Verantwortung für die "Zerstörung der Familie" übernehmen muss, weil schließlich er derjenige ist, der es nicht schafft den Betrug zu verzeihen, oder ?!
Zitat von LarsWilhelm:auch wenn ein Betrüger die volle Verantwortung für seine Handlungen tragen muss, er dennoch nicht seine Würde verliert.
Ich sehe das an dieser Stelle ganz pragmatisch:
1. Man kann nichts verlieren, was man nicht besitzt.
2. Wahrhaftig erniedrigen und entwürdigen tut sich auch ein Betrüger allen voran selbst. Und weil das die wenigsten von ihnen aushalten können, geben sie diese dann, nicht selten lieber an den Betrogenen oder sonstige davon Betroffene und hübsch verpackt unter dem Stichwort: "Reflexion der eigenen Anteile" einfach weiter.
Zitat von LarsWilhelm:So eine einseitige Betrachtungsweise.
Immer wieder erstaunlich wieviel Doppelmoral mit dieser furchtbar "einseitigen Betrachtungsweise" gerechtfertigt wird.
Zitat von LarsWilhelm:Ja, die Lösung lautet, wahrhaft miteinander sprechen. Aber das ist uns nicht angeboten.
Man muss es lernen. Wir setzen zu viel voraus, zeigen uns nicht wirklich, halten zuviel für unaussprechbar.
Find ich persönlich ja eine ziemlich plakative bzw. nicht allgemein gültige Sichtweise, obwohl ich dir durchaus zustimme, da es sicherlich nicht jeder schafft, sich und seine tiefen Emotionen im Klartext zu offenbaren.
Was aber rätst du den Menschen die dazu absolut in der Lage sind ? Etwa dem anderen wohlwollend zu erklären, dass er jetzt bitte nicht mehr im ehelichen Zimmer nächtigen darf, bis auch er bereit ist sich und sein Gefühle authentisch zu offenbaren?! Ja, auch das ist wieder ein möglicher Lösungsansatz, zumindest gedanklich, aber wenn die Partner z.B unter Verlustängsten oder einem Mangel an Intimität leiden, dann dürfte das wohl kontraproduktiv sein, oder ?
Zitat von LarsWilhelm:Das ist nur eine nachgelagerte Folge, wenn beide es nicht schaffen eine neue Beziehung zu etablieren
Auch wieder so ein wunderbar plakativer Satz! Sorry, aber wenn die Etablierung darin besteht den "Betrüger" Zeit seines Lebens, wie ein liebendes Kind zu behandeln bei dessen Persönlichkeitsentwicklung noch gefeilt werden muss, dann ist die Energie die man da reinstecken muss, in einem Kindergarten mit echten Kindern besser angelegt.
Zitat von LarsWilhelm:Ja ich kenne die Dramen und ich kenne das leid.
Mag sein, ich bezweifle jedoch, dass du die zahlreichen und teilweise massiven Auswirkungen die ein Betrug auf die Lebensumstände von Menschen haben können, wirklich bis zu deren Ende mit angesehen oder erlebt hast.
Inzwischen habe ich einen User hier, der sich einen Platz auf meiner Liste redlich verdient hat...