Hallo Mia,
Ich kann deine Situation wirklich ein Stück weit nachempfinden. Es ist sehr schade, dass dein Freund da so wenig offen ist für Therapiemaßnahmen o.ä.
Was glaubt er denn wie er sein Leben mit dieser Krankheit bewältigen will. Sich immer darauf verlassen dass du ihn auffängst? Was ist denn dann wenn du mal weg bist....dann wird es doch noch schlimmer für ihn.
Ich hätte auch vor ein paar Jahren nicht gedacht, dass ich mal zu einer Psychologin gehen werde und der alles über mich erzählen werde. Aber ich bin damals als meine Depressionen anfingen an einen Punkt gekommen, wo ich dachte, "Jetzt holen sie dich bald ab und stecken dich in die Klapse"!

Die Zeit war echt heftig...ich war mir sicher, dass ich verrückt werde, weil meine Gedanken sich nur noch gedreht haben.
Ich war dann froh als ich im Internet etwas über die Krankheit gefunden habe und wusste das nur ich selber mir helfen kann. Anfangs habe ich auch gedacht, dass mein Freund und seine Familie und Freunde mir helfen können. Aber so läuft es nicht...nur man selber kann sich helfen!
Ich habe es dann irgendwie zum Arzt geschafft und dem meine Lage erklärt, habe dann Anti Depressiva bekommen und die haben mich erstmal aus dieser Spirale rausgeholt! So konnte ich dann alles Objektiver betrachten und habe mir dann selber in den Ar. getreten und den Kampf mit mir selber aufgenommen.
Ich glaube deinem Freund fehlt die Erkenntnis, dass nur er sich helfen kann. Er verlässt sich da anscheinend auf dich.
Aber das wird nicht gehen. Letztendlich wirst du wahrscheinlich selber mit in dieser Spirale hängen und dann selber beim Psychologen sitzen weil du all deine Kraft für ihn gegeben hast. Sei da bitte vorsichtig!
Die einzige Möglichkeit für ihn ist so glaube ich, dass er diese Erkenntnis bekommt und das geht nur wenn er merkt das du das nicht alles für ihn schaffen kannst. Er muss vielleicht erst richtig am Boden sein, damit sein Selbsterhaltungstrieb durchkommt.
Aber dabei muss sehr viel Vorsicht geboten sein. Hat er jemanden dem er sich damit anvertraut, Familie einen guten Freund. Der vielleicht erstmal anstatt du sich um ihn kümmert. Vielleicht solltest du dich im Internet auch nochmal in Foren umgucken, wo es speziell um Depressionen geht oder zu einer Stelle Kontakt aufnehmen, die sich damit auskennen. Glaubst du dein Freund könnte sich etws antun?
Ich weiss das das alles sehr schwer für dich ist, weil du in gewisser Weise eine Verantwortung trägst...nur du selber darfst dabei nicht kaputt gehen...das ist für dich in erster Linie erstmal das Wichtigste!
Kannst ja mal berichten, wie euer Gespräch gelaufen ist...wünsche dir dafür viel Kraft

Lg