Hallo Ihr Lieben,
leider waren die letzten Tage, in denen ich nicht mehr hier war, so von einer psychischen Talfahrt geprägt, dass ich zu gar nichts mehr Energie hatte, nicht mal mehr zum schreiben.

Und ich habe nichts unternommen, nichts gebacken. Rein zu gar nichts konnte ich mich aufraffen. Meine Arbeit im Büro schaffe ich auch nur so leidliclh.
Wie gelingt es mir, mich nicht mehr nach den guten Seiten von Ihm sehen und sie nicht mehr zu vermissen?
Wenn es auch für viele nicht nachzuvollziehen ist: Ich schlafe, dann traume ich immer noch oft von ihm und seinen guten Seiten. Ich träume nie von seinen Hacktiraden. Seine Äußerungen über meine Tochter hole ich mir bewusst ins Gedächtnis, wenn ich wach bin und wenn es mir nicht gut geht.
Für ihn ist alles abgehakt. Nun kommt die Sache mit dem Notar und in mir krampft sich alles zusammen bei der Vorstellung, ihm dort zu begegnen und das Gefühl zu haben, dass er alles schnell über die Bühne haben möchte, sachlich und fachlich korrekt. In all den e-mails, die dann mal kamen, ging es ums Haus, aber kein Wort der Reue, keine Entschuldigung. Nur jetzt: Ich hätte ihn verbiegen wollen. Na ja, wenn man es so sieht, dass ich wollte, dass er nicht so über meine Tochter spricht und dass er auch ihr gegenüber hilfsbereit sein soll, dann ist das halt "verbiegen".
Ich war letztes Wochenende bei einer früheren Freundin in Nurnberg. Unternahm dann noch einen Abstecher nach Amberg. Nachdem ich typisch Frau bin und mein räumliches Vorstellungsvermögen im Kellerniveau zu finden ist, hat mich ein älterer Herr angesprochen und mich gefragt, ob ich Hilfe brauche. Tja, ich schaute wohl sehr verloren auf den Straßenplan. Meine Arbeitskollegin hat mir angeboten, dass sie mich nach meiner OP vom Fachzentrum abholt und nach Hause fährt. Und jedesmal, wenn mir jemand Hilfe anbietet, einfach so, muss ich vor Gerührtheit heulen. Dann denke ich, dass es das doch noch gibt! Kennt Ihr das? Das, was ich ja immer versuche, Hilfe anzubieten, habe ich so lange nicht mehr erfahren, dass ich einfach so sehr gerührt bin, wenn mir nun jemand hilft. Und das passiert mir auch zwischendurch, wenn ich immer wieder Eure Beiträge lese.
Ach, habe ich mich in dieser Beziehung so sehr verändert? Und trotzdem macht mir die Beziehung, wie sie dann im letzten 1,5 Jahre verlief und die Trennung nach dieser langen Zeit so sehr zu schaffen, dass ich mich nun doch dazu entschlossen habe, mir jetzt was vom Arzt verschreiben zu lassen. Ich habe noch zu viel Tage, voll mit Weinen. Und beim Notar will ich das nicht. Ich will ihm nicht das Gefühl geben, dass ich ihm nachweine, dem es wichtiger war "seine Meinung über meine Tochter zu sagen", als alles andere, auch wenn es mir weh tat.
So, ich bin nicht einfach untergetaucht. Ich hatte einfach wirklich richtig Herzschmerzen und konnte selbst mit Brille durch meine Tränen kaum was sehen.
@AlexW: Danke für Deine PN und der lieben Nachfrage, ob alles ok ist.
Ich hoffe, ich bin hier kein hoffnuntsloser Fall und ich hoffe, dass ich diesen Absprung von dieser Beziehung schaffe. Sonst leide ich ja mein Leben lang. Aber das Ganze schafft mich so sehr.
Habe gerade auch meine Tochter angefaucht, bloß, weil sie mal wieder im Plätzenrezept nicht richtig liest und nachdenkt und die Plätzchen mit einer Höhe von 5 cm! anstatt 5 mm aufs Blech legen will. Eigentlich bin ich ja froh, dass sie das macht und sich auf Weihnachten freut, aber ich habe keine Nerven mehr.