Emma75
Gast
Zitat von Angi2:dass Menschen lügen und betrügen, ist allgemein bekannt
Das Menschen lügen und betrügen war mir auch bekannt - aber dass es Menschen gibt, die jemandem die große Liebe vorspielen (schön in einer Dosis, die gerade noch glaubhaft ist) und dann klammheimlich damit anfangen, diesen Menschen gezielt zu zerstören, schob ich wirklich in die Ecke 'Psychothriller'.
Ich kannte diesen Mann schon Jahre vor der Beziehung flüchtig. Er wirkte nett und offen, zeigte offenes Interesse an mir und wir hatten sehr sehr gute Gespräche. Scheinbar passte alles. Auch am Anfang der Beziehung wirkte alles sehr harmonisch - ähnliche Interessen, Ansichten und Ziele im Leben. Die 'Demontage' startete er langsam, wohldosiert und völlig unbemerkt von mir. Er übernahm Aufgaben, die ihm Macht gaben (Verwaltung gemeinsamer Finanzen) und steigerte nach und nach sein Tun. Dinge verschwanden (der Briefkastenschlüssel, meine Doktorarbeit usw.), Menschen um mich herum wurden komisch (seltsame Blicke, komisch 'rücksichtsvolles' Verhalten), Informationen erreichten mich nicht mehr... ich kam beim besten Willen nicht auf die Idee, dass mein Mann, dem ich damals vollkommen vertraute, dahinter steckte. Die verschwundenen Dinge schob ich auf meine Schusseligkeit, dass Menschen seltsam wurden, schob ich auf meine Wahrnehmung (an dieser hat er sehr manipulativ gearbeitet - mit allen Tricks), das Informationen mich nicht erreichten bemerkte ich nicht.
Als ich mir schon selber nicht mehr traute und völlig 'verdreht' und im Selbstvertrauen geschädigt war, wurde Stufe zwei gezündet- offene Aggression. Damit konnte ich fast besser umgehen - ich wurde misstrauisch und fing an, Nachforschungen anzustellen. Ich fand meinen Briefkastenschlüssel in seiner Tasche, auf Nachfrage bei Menschen, die komisch zu mir waren, wurde ich aufgeklärt, dass er behauptet hatte, ich sei schwer psychisch krank und nicht zurechnungsfähig und man solle mich nicht belasten (das hat er auch im Kindergarten erzählt, weshalb ich dort keine Infos mehr bekam - alles ging an ihn). Freunden hatte er schlimme Dinge erzählt, die ich über sie gesagt haben soll - aber ich sei ja psychisch krank und man solle mich nicht darauf ansprechen.
Als ich ihn konfrontierte, versuchte er zunächst, meine Wahrnehmung in gewohnter Manier zu manipulieren, aber als das nicht mehr funktionierte wurde er gewalttätig.
Nach der Trennung recherchierte ich weiter - er hatte unzählige Affären, zahlte die Hotelrechnungen vom gemeinsamen Konto und schaffte zusätzlich noch Geld beiseite (deshalb der Briefkastenschlüssel - wegen der Kontoauszüge!). Ich musste bei allen Stellen vorsprechen und klar stellen, das ich stets bei psychischer Gesundheit war, meine Kinder nicht misshandelte oder vernachlässigte, kein Alk. hatte und auch sonst nicht die Dinge getan hatte die er überall verbreitet hatte.
Dann recherchierte ich weiter und fand zwei Vorgängerinnen, denen ähnliches passiert war und die aus Scham erst nicht darüber sprechen wollten. 1:1 die gleiche Geschichte. Inzwischen ist eine Next dazu gekommen.
Nein, ich kann meine Schuld bei der Sache nicht so richtig erkennen - er hat am Anfang alles richtig gemacht. Die einzige 'Red Flag' war meine beste Freundin, die sofort sagte 'ich trau dem nicht'. Alle anderen vertrauten ihm erst mal auch. Später als es offensichtlicher wurde, war ich schon völlig verunsichert und traute meiner eigenen Wahrnehmung nicht mehr. Nein, ich lasse mir da den schwarzen Peter nicht zuschieben - ich hätte niemals mit so was rechnen können. Heute weiß ich mehr.

. Eigentlich schade..
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