Vielen lieben Dank für Eure zahlreichen Antworten!
Zitat von Lullaby:Mein Partner ist für mich richtig, wenn er mich mit meinen Ecken und Kanten akzeptiert und wir uns gegenseitig bereichern.
Wie genau - oder ungefähr - kannst Du durch deinen Partner bereichert werden? Welche Lebensbereiche umfasst das? Körper? Intellekt? Finanzen? Worum geht es? Was meinst du genau damit?
Zitat von bifi07:Was wichtig ist? Das man auch mal anderer Meinung sein kann, es aber immer einen Kompromiss gibt. Das beide die gleichen Werte wie Treue, Ehrlichkeit und Offenheit haben. Das man sich gegenseitig auch in schlechten Zeiten aufeinander verlassen kann. Das man darüber spricht, wenn es irgendwo harkt und sich und dem anderen damit die Chance gibt, etwas daran zu ändern oder daran zu arbeiten.
Da bin ich durchaus Deiner Meinung. Ich frage mich hier: wie steht es mit Dingen, die über diese, in meinen Augen doch sehr grundlegenden und gewissermassen systemisch abstrakten, Dinge hinausgehen? Braucht man praktische Gemeinsamkeiten, z.b. Hobbies oder Beruf? Die Dinge, die du auflistest sind durchaus wichtig, und sie müssten Grundlage jeder Beziehung sein, aber können sie tatsächlich für jede noch so absurde Kombination von Personen ausreichend sein? Reicht es, dass die "Mechanik" der Beziehung stimmt, auch wenn es sonst nichts zu diskutieren gibt? Ich frage wirklich ohne Sarkasmus, sondern meine die Frage ernst.
Zitat von bifi07:Und ganz ganz wichtig...die Liebe...

Was ist "die Liebe"?
Zitat von bifi07:Natürlich spielen auch die Erfahrungen in der Vergangenheit eine Rolle, aber man sollte diese nur als *guten* Ratgeber nehmen und nicht als Hemmschuh...

Guter Hinweis, ganz nebenbei.
Zitat von Kummerkasten007:Jeder Partner war zu seiner Zeit der Richtige, da sich der Mensch im Wandel befindet.
Sehen das immer beide Seiten so?
Zitat von Kummerkasten007:Wichtig ist, dass ich mich nicht verbiegen muss.
Was, wenn man sich verbiegt, ohne es zu merken, nur um dem anderen gerecht zu werden? Man muss es ja nicht, aber man tut es freiwillig.
Zitat von Emma75:Ich denke auch, dass das extrem wichtig ist. Da ich in den letzten Jahren bei Männern ganz tief in die Sch eiße gelangt habe, habe ich mich umgekehrt gefragt, wann ich hätte merken können, dass es der falsche ist. Ganz klar, als ich anfing, Dinge mitzumachen, die eigentlich gegen mein Gefühl waren und bei denen ich mich nicht wohl fühlte und gleichzeitig versuchte bei der ganzen Verbiegerei auch noch 'entspannt' zu wirken.
Es tut mir Leid, dass du diese Sache so erlebt hast

Ich frage mich: glaubst du es gibt ein gewisses Spektrum, was das 'gegen mein Gefühl' angeht, oder ist es schwarz/weiss? Anders gefragt: ist ein gewisses Mass an biegen notwendig und ok - ein Kompromiss - oder gilt es, bei jedem Zweifel konsequent zu bleiben?
Zitat von Emma75:In schlechten Filmen wird immer gesagt:,Wenn es der Richtige ist, dann spürt man es'. Ich habe das mal ganz heftig gespürt und war fest davon überzeugt, den Mann fürs Leben gefunden zu haben. Genau dieser Mann war der größte Fehler meines Lebens und hat mich viele Jahre gekostet. Aber er war auch wirklich krank und bösartig und hat mich gezielt an sich gebunden.
Ich hoffe, sowas passiert Dir nie wieder, und dass du Glück und Zufriedenheit gefunden hast - wenn nicht, hoffentlich wartet es bereits auf Dich.
Zitat von Plentysweet:Wenn man sich irrsinnig freut, zusammen zu sein, das Herz hüpft und die Hormone tanzen

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Ein Leben lang? Das wäre schön. Ist es so für Dich? War es so für Dich? Wie lange?
Zitat von Plentysweet:Ach so und er möge mich nicht manipulieren wollen und meine Grenzen achten

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Jeder verdient es, seine Würde, Wünsche, und Grenzen respektiert zu haben.
Zitat von Tuvalu123:Ja. Das ist es eigentlich schon.

In eigener Sache: Was, wenn niemand Der/Die/Das Richtige zu sein scheint? Leider heisst das wohl, dass ich selber nicht richtig für mich bin...
Zitat von Gorch_Fock:Was mir im Laufe der Jahre wichtig geworden ist : Loyalität und Integrität. Zur Beziehung und in der Partnerschaft. Denn in der heutigen Wegwerfgeselkschaft gehen diese Werte am schnellsten verloren. Genauso psychische Gesundheit. Bei Vielen heute auch nicht mehr wirklich vorhanden (insb. durch toxische Vorbeziehungen / Kindheitserfahrungen).
Was, wenn man selber zu den psychisch geschädigten gehört? Heisst das, man muss sich selbst ersteinmal reparieren (lassen)? Ein lebenslanger Prozess...
Zitat von Lilli70:Als ich meinen Mann kennengelernt habe, dass ist jetzt über zwanzig Jahre her, habe ich nach vier Wochen gewusst, dass ist der Mann mit dem ich leben und alt werden möchte. Das ist heute noch genauso, obwohl ich zwischendurch auch zweigleisig gefahren bin. Ein großer Fehler, habe ich viel draus gelernt, und man hat , Gott sei dank, das Glück und die Zufriedenheit wieder zusammen gefunden.
Ich sollte im Forum suchen; aber darf ich fragen, warum es zur Zweigleisigkeit kam? Eben doch Zweifel?
Zitat von Lilli70:Ich glaube, dass das Problem heute ist, das die Auswahl an möglichen Beziehungspartnern sehr groß ist. Die meisten merken nicht mal, wenn das Glück an ihnen vorbeiläuft, zu abgestumpft.
Ich teile diese Befürchtung.
Zitat von Lilli70:Wenn du weißt, wer DU bist, dann kennst du deine Werte, deine Ziele, deine Zukunft. Dann weißt du , was du zu geben bereit bis und was nicht. Partnerschaft bedeutet in die gleiche Richtung zu schauen, nicht, sich die ganze Zeit gegenseitig in die Augen zu schauen, um dort etwas zu idealisieren. Das klingt jetzt sehr pragmatisch, aber ums Herz hüpfen alleine geht es nicht. Denn damit Liebe entsteht, müssen BEIDE das gleiche wollen. Das Glück des anderen, ohne Selbstaufgabe!
Wie früh nach einer neuen Begegnung weiss man vielleicht ungefähr, ob man in die gleiche Richtung strebt? Ich nehme an, ziemlich früh?
Zitat von Emma75:Ab einem gewissen Alter wird das schwierig! Entweder sie sind durch und durch gesund und dann eben schon seit 25 Jahren in einer glücklichen Beziehung, oder sie haben bereits Narben von schweren Trennungen (so wie ich), alternativ sind sie noch nie im Leben eine wirkliche Beziehung eingegangen und das spricht mit Ü40 auch nicht gerade für seelische Gesundheit.
Meine Grundanforderungen (die mir vor 20 Jahren noch völlig selbstverständlich erschienen wären) sind Empathiefähigkeit, eine eigene Wohnung, einigermaßen einen Plan vom Leben, Absprachefähigkeit und der Wille in irgendeiner Form Verantwortung zu übernehmen.
Klingt düster.