Zitat von Der_Raujus: Insgesamt ein sinnbefreiter Männer-Bashing-Thread
Eröffnet von einem Mann, der gerne wissen wollte, welche Anforderungen an ihn als Partner gestellt werden bzw. ob er sich schlecht fühlen "muss", wenn er bleibt wie er ist.
Ich finde es gut, wenn Männer sich darüber Gedanken machen, was in einer Beziehung von Ihnen erwartet wird. Frauen natürlich auch. Wobei wir es leichter haben, weil Männer schon immer sehr offen damit waren, Frauen zu erzählen, was sie gerne hätten.
Bei unseren Eltern war das noch einfacher: Dir Liste für die Männer war kurz (nicht trinken, nicht schlagen, arbeiten gehen) und die für die Frauen lang und selbstverständlich.
Das ist heute anders.
Zitat von Der_Raujus: Die pauschalen Basiseigenschaften, die eine schlechte Person, um es neutral zu formulieren, auszeichnen, werden wohl bei nahezu allen Menschen die gleichen sein.
Sehe ich anders.
Worrior wünscht sich Ruhe von seiner Partnerin und ich finde das eine unnütze Basiseigenschaft. Wenn mein Partner keine neuen Aspekte in mein Leben bringt und nicht für "Unruhe" sorgt, kann ich mit/an ihm nicht wachsen und verwalte nur seinen und meinen Körper. Für mich kein erstrebenswerter Zustand.
Worrior ist aber nicht der einzige Mann, der zu Hause "Ruhe" möchte.
Und auch beim Betrug ist die Bandbreite ja weit. Viele Männer und manche Frauen setzen die Grenze bei körperlichen Aktivitäten, der aktiven Suche im Netz oder schlüpfrigen Nachrichten.
Ich bin da viel strenger. Sobald ein Partner sich selbst über die gemeinsame Sache stellt, hat er mich betrogen und kann gehen. Dabei ist mir völlig egal, ob der Egoismus seinem Peepee diente oder seinem Ego oder seiner Geldbörse oder seinem Ansehen in der Gesellschaft.
Also wären Worriors Werte in Bezug auf Treue für mich viel zu liederlich und er könnte mich betrügen, ohne es selbst als Betrug anzusehen. Während er es als Betrug ansehen könnte, wenn ich bei einem Freund übernachte, ohne dass ich das als Betrug ansehe (da ich stets selbst entscheide, wer mich wie berührt).
Zitat von ElGatoRojo: Gibt es ein Formular dafür?
Ich denke, dass genau die, die sich weigern, über den konkreten Inhalt von Begriffen wie "Treue", "Arbeit" oder "Zuwendung" zu sprechen, ganz genau wissen, dass sie sich im Zweifel selbst mehr erlauben als sie ihrem Partner zugestehen. Um dann die eigenen "Freiheiten" und die "Fehler" des anderen als "Basics" und "selbstverständlich" bezeichnen zu können.
Beim ersten Anflug von "da müsste man mal drüber reden" gleich mit "alles zerreden" oder "Formular" zu kommen, ist eine eindeutig abwehrende Haltung.
Zitat von Blind-Meg: Da weißt du bescheid, was und wen er sucht, der Mann mit den Werten.
Ich glaube nicht, dass Worrior sich bewusst ist, dass er da im Grunde eine gedankenlesende Disneyfigur sucht oder eine komplett farblose, rückgratlose Frau, die ihm nur das Gefühl gibt, zufällig das darzustellen, wonach er sich sehnt.
Ich glaube, dass die geringere Gefährdung von Männern und die früheren engen Regeln dazu führt, dass sie heute immer noch länger naiv gegenüber Beziehungen bleiben können. Um dann umso krasser gegenzusteuern, wenn die Realität zuschlägt.
Zitat von Der_Raujus: Die Wunschliste ist im Lauf des Alters größer geworden.
Das stimmt. Die Ansprüche an Männer sind auch bei mir mit zunehmendem Alter größer geworden. Die ersten Partner hatten es noch sehr "leicht" und blieben dennoch hinter den geringen Erwartungen. Warum sollte man sich sowas ein zweites Mal geben. Also wachsen die Ansprüche. Wenn die kein Mann erfüllen kann, bleibt man halt besser allein.
@Der_Raujus Warum wohnt eine 60jährige Frau, an der Du gar nicht interessiert bist, mietfrei in Deinem Kopf und beschäftigt Dich an einem Dienstagmorgen so sehr?
Lass sie doch ihr Leben leben und Du lebst Deins.
Sie muss Dir doch gar nicht gefallen. Und wenn Dir keine Frau gefällt, lebst Du Dein Leben einfach für Dich und machst es Dir selbst schön. Wo ist das Problem?