Zitat von unregistriert:Tut mir leid @E-Claire , da fehlt Dir leider die Erfahrung, ein Mann zu sein, und die Beziehungskisten aus unserer Warte
sehen zu können.
Servus @unregistriert . Also natürlich fehlt mir die Erfahrung ein Mann zu sein.

Und ich wollte dich auch nicht angreifen, worum es mir ging, war leicht ironisch darzustellen, daß man sich natürlich über Frauen etc auslassen kann, aber das es dann doch immer auch die andere Seite gibt. Keine der Seiten hat allerdings Bock auf Verbitterung.
Natürlich ist es auch mal schwer aus der eigenen Frustration herauszukommen, aber es ist auch ziemlich unfair jemandem anderen, die eigenen gemachten schlechten Erfahrungen anzulasten.
Ja, es ist Mist, wenn man Opfer einer oder mehrerer schlechter Erfahrungen wurde, wenn das aber dazu führt, daß man nunmehr hingeht und von allen zukünftig noch zu treffenden Menschen Beweise oder Garantien braucht, dann ist das nicht weniger Mist.
Hier hätte ich außerhalb der allfälligen manche Männer sind zu nett und Frauen stehen auf eher auf Taugenichtse mit großer Klappe, eine andere Lesart anzubieten, die mir ein bissl in diesen ganzen Erörterungen fehlt:
Zitat von unregistriert:Das muss ich niemandem als Realismus verkaufen, das ist Beziehungswelt, wie ich sie in meinem Freundeskreis beobachte. Zwei gute Freunde wurden die Jahre zwangs-geschieden nachdem das Kind aus dem Gröbsten heraus war, und die Begründung beider Frauen war "Mann hat zu wenig eigene Meinung", "Mann fühlt sich langsam wie weiteres Kind an". Beide Frauen hatten schon eine Scheidung hinter sich und ein erstes Kind mit in die (jetzt auch kaputte) Ehe gebracht. Die beiden Jungs sind Waschlappen geworden, haben die ureigenen Pläne schleifen lassen und waren damit langweilig und obsolet.
Deshalb wurden sie gecancelt und ersetzt.
Zitat von unregistriert:Der eine Kumpel hat wieder geheiratet, ich war Trauzeuge. Und was erzählt mir die neue Frau? Sie hat Streit mit ihrem Mann, weil er zu wenig Meinung hätte. Der Kreis schließt sich. Der tut tatsächlich alles für sie, zwei Jobs, ganze restliche Kohle eingebracht für eine neue Wohnung. Er ist halt so, für ihn ist die Unterstützung seine Art, seine Liebe zu zeigen. Das ist es aber wohl nicht, was sie eigentlich will, sonst würde sie sich nicht beschweren. Sie will einen Mann, der ihr sagt, wo es (in seinem) Leben langgeht.
Wir gehen also mal von der Sachlage aus, daß Mann eher aufopfernd (zwei Jobs etc) für die Beziehung arbeitet, aber eher weniger Meinungsstark bzw Wortreich agiert.
Deine Conclusion lautet, die guten sind die Dummen. Meine Lesart ist eine andere:
Woher weiß ich als Frau, daß sein Verhalten nicht beliebig ist? Natürlich (grade am Anfang) bin ich mir des Aufwands bewußt, den der Herr betreibt, aber betreibt der den, weil er in einer Beziehung sein will oder betreibt der Herr diesen weil er mit MIR in einer Beziehung sein will.
an dieser Stelle wird nämlich die Frage nach hat der Meinung relevant.
Ein Mann, der nicht ab und zu klare Position bezieht, also mal ne Meinung hat, was er möchte und was nicht, suggeriert mir, daß ihm überspitz gesprochen so weit erst einmal alles recht ist. Wenn ihm alles Recht ist, so meine Frauenlogik dann ist ihm jede Frau innerhalb von bestimmter Parameter recht. Damit geht es aber nicht um mich, sondern nur um einen gewissen Rahmenzustand, den er mit einer Reihe von beliebigen Frauen erreichen könnte.
Je nach Typus von Frau macht mich das entweder unsicher, was im weitesten Sinne eines Präventivschlags dann dazu führt, daß ich mich allgemein nach anderen umsehe oder als starke Frau werte ich den Typ intuitiv ab, weil er sich meines Werts nicht bewußt ist.
Beides führt zur Schlafzimmerflaute und letztlich zur Abnahme von Liebesgefühlen.
Ein Mann, der an den entscheidenen Stellen demonstriert, daß er ne Meinung hat, etwas will oder nicht will, demonstriert gleichzeitig, daß er mich will.
Wenn er mir zeigt, daß er Grenzen hat, zeigt er mir gleichzeitig eben auch, weil er eben hin und wieder ganz deutlich entscheidet, daß seine Entscheidungen wert haben, was seine Entscheidung mit mir Zusammenzusein wertvoll macht.
Damit kommt es ihm auch nicht nur darauf an, in einer Beziehung zu sein, sondern er demonstriert mit mir (!) in einer Beziehung sein zu wollen, da wiederum entscheidet er sich bewußt und explizit gegen alle anderen Frauen und für mich.
Und mit so einem Mann will ich nicht nur ins Schlafzimmer sondern mit so einem Mann will ich dann eben auch zusammensein.
An der Stelle funktioniert diese ganze ich bin der Nette, den Frau aber nicht will, weil Frauen eh auf Deppen stehen Nummer nicht.
Es gibt ne ganze Reihe Leute hier im Forum, die auf ihre Weisen das Ganze erklären, aber es bleibt dabei, daß Männer binden.
Das tun sie aber eben dadurch, daß sie ne Meinung haben. Wer immer ja sagt, sagt auch zur nächsten Braut ja und so einen will ich halt nicht.
Nicht weil ich gemein bin, nicht weil ich immer nach etwas besserem Ausschau halte, nicht weil es mir auf die Kohle ankommt, sondern weil nie ne Meinung zu haben, mich schlicht und ergreifend nicht bindet.
Deswegen haben Großmäuler bessere Chancen, sie bedienen mein Bindungsverhalten. Daß das dann häufig schief geht, weil diese eben zwar rhetorisch begabt aber substanzlos sind, ist richtig, ist eben auch Lernerfahrung, löst aber mein Problem mit den vermeintlich guten Typen nicht.
Alles für eine Beziehung zu tun, bedeutet, alles für JEDE Beziehung zu tun. Deswegen brauche ich als Frau so unbedingt ne Meinung von Dir, eben auch ab und zu ein Nein. Denn deine Meinung, Dein Nein, validiert dein Ja zu mir.
Verstehste?