@Starbrook
Zitat von Starbrook: Scheinbar hatte sie kurz nach mir sofort den nächsten am Start und diesmal hat der Plan geklappt. Ich bewundere sie in gewisser Weise wie sie alle ihre Lebenspläne durchzieht und alle ihre Ziele, die sie sich je vorgenommen hat, erreicht.
Sie weiß, was sie will.
Sie kämpft und verzichtet dafür.
Sie macht keine Kompromisse, was den Rahmen betrifft.
Sie zahlt hohe Preise dafür, ihr Ziel zu erreichen. Schon vor der Ehe bei Dir einzuziehen, war aus ihrer Sicht ein hochspekulatives Vorschussrisiko.
Allerdings frage ich mich, ob sie sich nach Eurer Trennung zu einem dieser Modeärzte bemüht hat, wo Frauen ihr Hymen wiederherstellen lassen. Denn sonst steigt der Preis drastisch, den ihre Familie an die Schwiegerfamilie wird abdrücken müssen.
Zitat von Starbrook: Trotzdem fühlt sich die Nachricht komisch an.
Es fühlt sich immer komisch an, mit der eigenen Ersetzbarkeit konfrontiert zu sein.
Ich habe Dein Thema jetzt erst gesehen und gelesen. Zwei Dinge sind mir am meisten aufgestoßen dabei: Ihr vehementes Fordern und daß sie sich zugleich auf eine wilde Ehe mit Dir eingelassen hat - aus rein praktischen Gründen.
Ich selbst stamme aus einem ursprünglich erzkatholischen Umfeld. Insofern ist mir die Erwartung, heiraten und Familie gründen zu wollen und sollen nicht unbekannt. Auch die Vorstellung, jungfräulich in die Ehe zu gehen nicht. Oder die, dass es flotte Mädels gibt, mit denen man sich vergnügt und andere, die man ernst nimmt und heiratet. Das alles war auch hierzulande jahrhundertelang "normal" und wirkte bis in die 1980er noch vielerorts nach, auch wenn es in den 1960ern längst offen aufgebrochen worden war.
Meine Eltern haben beide noch nach diesen alten Regeln gelebt; hat für sie bis zu ihrem Lebensende gut funktioniert. Auch ihr damaliges persönliches Umfeld lebte so.
Wenn ich Geschichten lese wie Deine, kommt mir vieles bekannt vor. Etwa die Vorstellung, daß man irgendwann auch mal Nägel mit Köpfen machen und sich für ein
Leben mit dem anderen
entscheiden soll - und das bitte
ehe man eine Familie mit ihm gründet und nicht anders herum.
Diese offene Determiniertheit, gepaart mit konkreten Vorstellungen, wo man in 2, 5, 10 Jahren stehen will im Leben - das kenne ich gut und schätze es übrigens bis heute sehr.
"Die Alten" waren meist fest in ihrer Haltung und entsprechend unbeugsam. Allerdings konnte man sie auch relativ gut einschätzen, da sie nicht rumeierten, sondern offen und klar aussprachen, was sie abkönnen und was nicht. Dahinter standen allerdings Werte und Überzeugungen. Eben drum kam z.B. ein Konkubinat bei denen überhaupt nicht in Frage: Die Ehe sei ein Sakrament; auf der "wilden" Form lag kein Segen.
Deine Ex hingegen ist aus praktischen Gründen schon vor der Ehe offen bei Dir eingezogen. Für mich ein Indiz, daß sie nicht wertorientiert, sondern letztlich auch bloß eine Zweckopportunistin ist.
Ihr für meine Begriffe extrem vehementes Einfordern der Ehe (Du schreibst von täglichem Thematisieren) ist auch etwas, das "die Alten" sich gar nicht erst gegeben hätten: in dem Moment wo sich fehlendes Commitment herauskristallisiert, wäre ihnen die "Liebe" des anderen zu mickrig gewesen und sie hätten die Geschichte kurzerhand beendet. Aber monatelang darauf zu pochen? Nein, "so klein macht man sich nicht vor dem anderen".
Deine Ex tickt da anders: Sie setzt ihre weiblichen Reize ein, rückt auch Sex vor der Ehe raus - lässt sich aber nach Eurem Bruch womöglich von irgendeinem Modearzt wieder zusammenflicken (ist nicht ohne Grund ein einträglicher Berufszweig) und gibt sich vor dem nächsten Mann erneut als unbeleckt aus, um dessen Rahmenbedingungen überhaupt noch entsprechen zu können.
Ich will ihr nix Böses, immerhin hat auch sie Dir von Anfang an klar gesagt, wo der Beziehungshase aus ihrer Sicht hinlaufen und spätestens in zwei Jahren angehoppelt sein soll. Aber so wie Du sie schilderst, ist sie extrem fixiert darauf, familiären Erwartungen zu entsprechen und sich zu etablieren. Letztlich warst Du ihr zwar sympathisch, aber bloß ein Mittel für eben diesen Zweck. Auch beim Next wird das nicht anders sein.
Sie sieht die Ehe nicht als Liebesbekenntnis, sondern als Rahmenvoraussetzung für Familiengründung und privatwirtschaftliche Entwicklung. Was aus meiner Sicht nicht völlig daneben ist, aber darüber hinaus fehlt es bei ihr an emotionalem Tiefgang: das Praktische steht allzu arg im Vordergrund.
Normalerweise sind es die modernen
Zeitgenossen, denen Paralleldating und Beziehungshopping vorgeworfen wird, da es die Partner zur Austauschware reduziert - was sensible Gemüter wiederum als menschenverachtend wahrnehmen.
Doch wie der Fall Deiner Ex zeigt, ist man davor auch bei Leuten nicht gefeit, die auf den ersten Blick wesentlich konservativer rüberkommen. Solange dahinter nur Konformitätsdruck und keine fundamentalen Prinzipien stehen, läuft es auch hier auf zweckopportunistisches Verhalten, Cherry picking und "Next!" hinaus, in dem Moment wo das zielführender scheint. Liebe sehe ich hingegen wenig, sonst wäre von Deiner Seite her mehr Commitment und von ihrer mehr Geduld angebracht gewesen.
Sag - hattest Du nicht neulich diesen Thread über eine Dame aus Kamerun?