@SumTingWong
Zitat von SumTingWong: Maximale Frist für den Heiratsantrag waren 2 Jahre ergo 24 Monate. Sie hat ihn aber schon nach 15 Monaten beinahe täglich damit konfrontiert.
Korrekt. Allerdings will eine Hochzeit auch vorbereitet sein, v.a. wenn einer der beiden aus dem Ausland stammt und z.B. noch Papiere beschaffen muß dafür (keine Ahnung, wie lange man z.B. für eine auf deutsch übersetzte, beglaubigte Kopie einer Geburtsurkunde aus Indien braucht - falls die erforderlich werden sollte, nur mal so als Beispiel). Die Schwiegerelten wären vielleicht auch ganz gern dabei, wenn die Tochter heiratet und da gilt es Flüge zu buchen, Hotelzimmer zu besorgen, etc. Läßt sich noch unendlich weiter ausdehnen, lassen wir's mal dabei.
Sprache kann sehr verräterisch sein. So z.B. schreibt er hier:
Zitat von Starbrook: Ich war bis dahin völlig in Ordnung mit ihren Plänen gewesen zu heiraten
Ach? Also doch nur "ihre" Pläne - nicht etwa "unsere"?
Ein Schelm, wer Böses dabei denkt...
Zitat von Starbrook: jetzt merkte ich wie mich ihre beinahe täglichen Fragen etwas nervten. Ich habe ihr dann gesagt, dass es reicht wenn sie mich einmal die Woche danach fragt.
Angemessen wäre gewesen, sie an den Tisch des Hauses zu bitten und ein Gespräch mit ihr zu führen, um den Terminplan zu klären. Er hätte sie beispielsweise fragen können, warum es ihr so unter den Fingern brennt, die Beziehung laufe doch gut soweit und wo sie der Schuh denn nun wirklich drückt.
Stattdessen dann so eine herablassende Reaktion - mit der er weder ihre Frage konkret beantwortet, noch klar Schiff macht, daß er eigentlich gar nicht heiraten möchte.
Zitat von Starbrook: Schließlich war dann Januar und ich wollte den Ring kaufen. Und plötzlich bin ich innerlich zusammen gebrochen. Ich konnte nicht losfahren und ihr den Ring kaufen. Und ab da fingen die schlimmen Gedanken an.
Ich hab mich gefragt warum ich ihr jetzt den Ring nicht kaufen kann. Ob ich sie nicht genug liebe. Ob ich an unserer Beziehung zweifle.
Hat er ihr so nichts von gesagt. Stattdessen mußte sie ihm auch das erst aus der Nase ziehen:
Zitat von Starbrook: Meine Freundin hat meinen Zustand irgendwann gemerkt und mich gefragt was los ist. Ich hab ihr gesagt was passiert ist und sie meinte ich soll mir nicht so ein Druck machen und mir noch etwas Zeit lassen aber sie erwarte trotzdem noch dieses Jahr einen Antrag.
Das war im Januar. Sie hat ihm also noch ein volles Jahr gegeben. Für meine Begriffe ist das fair enough.
Statt sich zu beruhigen, verfiel er zwei Wochen später aber erneut in Grübeleien und schließlich rebellierte auch sein Körper immer mehr. Wie zuvor blieb ihr auch das nicht verborgen. Also stellte sie ihn erneut zur Rede und da räumte er dann erstmals ein, Angst (!) vor der Hochzeit zu haben.
Da dürfte es ihr endgültig wie Schuppen vom Auge gefallen sein, daß sie an einen Feigling geraten ist, der nicht sich selbst steht. Und das nach allem, was sie - aus ihrer Sicht - bereits für diese Beziehung in Kauf genommen hatte. Wie gesagt: Für eine Inderin ist das Konkubinat alles andere als selbstverständlich:
"Während es schon schwierig ist, als Alleinstehender eine Wohnung zu finden oder Besuch vom anderen Geschlecht zu haben, gerät es beinahe zu einem Ding der Unmöglichkeit, wenn man vor der Heirat mit dem Partner oder der Partnerin zusammenziehen möchte. Der Prozentsatz an Paaren, die vor der Ehe offiziell zusammenwohnen, dürfte im Promillebereich liegen." aus:
https://www.deutschlandfunkkultur.de/fr...d-100.htmlZwar leben in Deutschland keine 250.000 Inder (Stand: 2023), aber wenn auch nur einer von denen sie zufällig erkennen und weitertragen sollte, das sie mit einem deutschen Mann in "wilder Ehe" lebt, bekäme nicht nur sie in ihrer Community ein erhebliches Problem, sondern auch ihre Sippe daheim. So gesehen hatte sie also buchstäblich alles auf eine Karte gesetzt, als sie voller Vertrauen auf baldige Eheschließung beim TE einzog. Es dürfte einiges an Mut gekostet haben.
Und das alles für einen Mann, der nun ständig grübelt, wachliegt und sich erleichtern muß, "nur" weil er das tun soll, womit er vom ersten Date an einverstanden war? Was bitte ist so schwer daran, ihre Enttäuschung nachzuvollziehen?
Das mit dem vorgezogenen Termin kam eben aus dieser Stimmung heraus, wurde aber anderntags schon wieder revidiert:
Zitat von Starbrook: Sie sagte dann auch in ihrer Verletzung das wenn ich sie bis Juni nicht heirate sie wieder auszieht.
Gleichzeitig ruderte sie am nächsten Tag wieder zurück, dass wir uns noch Zeit lassen können wenn mich das so fertig macht.
Daraufhin ist er dann ganz abgehauen:
Zitat von Starbrook: Mir ging es trotzdem nicht besser. Eine innere Stimme sagte zu mir ich soll die Beziehung beenden. Ich bin dann notgedrungen wieder zu meinen Eltern gezogen unter sehr viel Tränen und Drama.
Ich stimme zu, daß es für unsereins (Bioeuropäer) befremdlich ist, sich drei Monate nach Einzug täglich fragen zu lassen, wann die Hochzeitsglocken läuten. Aber eben drum hätten wir auch spätestens nach dem ersten Date die Beine unter den Arm genommen. In Beitrag #41 schildert der TE, sie habe ihm sogar erzählt, daß viele Männer vor ihr eben dies ob ihrer Heiratspläne gleich nach den ersten Dates getan hätten. Warum also er nicht?
Er schreibt was von seiner "Unerfahrenheit" - sorry, er war 28 und keine 18 mehr. Ich selbst war noch nie in Indien und kenne auch keine Menschen von dort persönlich. Aber ehe ich mich auf ein Date mit einem indischen Mann (und das gilt auch für andere, außereuropäische Nationen) auch nur einlasse, befasse ich mich doch erst mal ein wenig mit deren Kultur und mache mir Gedanken, ob und wie sich das ggfs. überhaupt mit meinen eigenen Vorstellungen in Einklang bringen läßt. Natürlich sind nicht alle Inder gleich - gibt immerhin rund 1,5 Mrd davon. Insofern durchaus denkbar, daß ich ihm zumindest online erst mal etwas auf den Zahn fühlen und mich dennoch auf ein erstes Date einlassen würde - aber sicher nicht, wenn der mir gleich was von Hochzeit und Kindern aufs Trapez brächte.
Eben das war hier bei der Ex des TE aber doch gegeben, also warum hat er nicht kurzerhand weitergeklickt oder sich nach dem ersten Date höflich, aber bestimmt ausgeklinkt? Alles was danach kam, war die Chronik eines sowas von angekündigten Beziehungstodes...
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Ganz allgemein noch ein Hinweis am Rande: Da die Userin Fenjal bei mir auf der Ignoliste steht (was ihr bekannt ist), sehe ich sie zwar hier Beiträge posten, bekomme diese aber nicht mehr zu lesen. Daher auch von meiner Seite her null Reaktion darauf. Sollte sie sich darin auf auf meine Beiträge beziehen, bekomme ich auch das nicht mit. Entsprechende Benachrichtungen erfolgen selbst in dem Fall nicht.