Zitat von Leopoldine1511: Ich kann den Schmerz rausschreien, niederschreiben, ignorieren.... er bleibt einfach da - Bitte, geh doch wenigstens für ein paar Tage weg
Ach du tröst.
Wie viele Nächte ich am PC saß, mich kreuz und quer durchs Forum las, mich mit Mugge zudröhnte, mich der Alltag, den ich nie wollte zu verschlingen drohte.
Und er machte mit Zimtschnecke Dinge, die ich nie bekam. Spontane Urlaube, Ausflüge.
Was er zurück ließ, als er ging. Es ist ihm nie bewusst gewesen. Und es ist ihm bis heute auch nie aufgefallen.
Eine Zeitlang teilte ich mein Leben ein, in bevor und danach.
Als mein Leben noch in Ordnung war (so schien es) und danach.
Aber - und ich frage mich das heute noch, wenn so der Gedanke aufploppt, war mein Leben mit ihm in Ordnung? War es besser? War es so lebenswert?
Und komme immer öfter dahin, das es das gar nicht war. Dass ich blind durchs Leben lief. Das er mir vieles, was mich glücklich machte, mir nahm, einfach durch Äußerungen, die er tat. Er systematisch mich durch den Wolf drehte, immer und immer wieder, bis ich mich selbst nicht mehr erkannte. Ich mich, mit mir selbst nicht mehr fühlen konnte.
Der Schmerz, das verloren zu haben, dem man bedingungslos vertraute, der einen näher war, als jeder andere Mensch, der Freund, Gesprächs- und Lebenspartner war, der lange teilte, was in Lebensträumen schon dreimal durch geträumt war - alles weg.
Ich versteh dich so gut.
Und die erste Zeit ist die härteste. Man schläft nicht, man isst nicht, man kommt kaum hoch. Putzen? Was ist das? Umräumen, was, wann, wohin? Sich aufraffen? Wozu?
Man muss aufpassen, nicht depressiv zu werden. Lieber zum Arzt gehen, sich was geben lassen. Ob das nun Vitamine sind, oder ein klein dosiertes Antidepressiva.
Welches erst nach 3-4 Wochen beginnt zu wirken.
Sich positives finden, was dir ein Lächeln zaubert. Dich wärmt.
Und ja, Weihnachten wird hart, Silvester. Gott, wie ich es hasste. Genau diese liebevolle Familienzeit er genutzt hat, um sich zu verzupfen.
Ich saß, als er Anfang Oktober ging. in einem leeren Wohnzimmer, ne halbe Couch und einen TV an der Wand hängen, der größer war, als ne Matratze. Jeden Abend ein Glas Rotwein, weil er möchte das nicht - und ich wollte trotzig wieder ein Stück Leben zurück.
Aber - es geht vorüber. Spätestens, wenn der Frühling die Luft wieder mit Düften füllt, wird dein Weg leichter. Weil die dunkle Jahreszeit durchlitten ist und weil, dann einiges an Wasser die Donau hinunter lief.
Versprochen.