Zitat von Leopoldine1511: ch suche gezielt nach einer Therapeutin die sich mit Narzissmus beschäftigt. Dann denke ich mir wieder, vielleicht bilde ich mir den Narzissmus nur ein.
Du brauchst keinen Therapeuten, der sich mit SEINEM Schaden befasst. Es geht hier um Dich und nur um Dich. Du warst/bist immer noch co-abhängig und das legt sich nicht innerhalb weniger Wochen. Also brauchst Du einen Therapeuten, der DEINE inneren Mechanismen beleuchtet.
Ich war auch mal bei einem Therapeuten. Nur zweimal. Ungefähr 4 Monate nach der Trennung, weil ich aus der Wut auf ihn, auf mich und meine Mutter (die übrigens schon über 20 Jahre tot ist!) nicht mehr raus. Ich dachte, mein Muttertrauma ist längst gelöst aber ich kam wieder bei ihr an. Denn sie ging so mit mir um wie es der Mann damals auch getan hat. Er ließ mich übers Stöckchen springen und ich sprang. Ich fühlte mich wie ein Hündchen, das um Aufmerksamkeit des Herrchens bettelt und ihm die Zeitung bringt, in der Hoffnung auf Lob und Anerkennung. Ich hatte mein Kindheitsthema in dieser Beziehung wieder abgespult, das war die traurige Realität.
vieles was der TP sagte, war mir bekannt - theoretisch. Aber ich hatte das zu wenig in einen Kontext zu mir gestellt und im Lauf der Zeit fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Diese kaputten Beziehungen, Bindungsängste, Versagensängste usw. lagen wieder vor mir. Aber ich erkannte endlich glasklar, wie ich geprägt worden war. Und dieses Programm aus sieh-her-wie-ich -mich-anstrenge-um-Dir-zu-gefallen, spulte ich wieder ab und machte mich von seiner Anerkennung abhängig. Ich war ja nichts ohne ihn, zumindest fühlte es sich so an.
Durch das Erkennen meines Programms, das ich bereits im Vorschulalter erworben hatte, wurde es allmählich besser. Die 'Wut verging. Aber ich merkte auch, jetzt bin ich an der Reihe. Es bringt nichts über seine Bindungsängste zu lamentieren, denn er lebte doch auch nur sein Kindheitstrauma nach, das einer problematischen Vaterbeziehung, der ihm die Anerkennung versagte und stattdessen nieder machte und klein hielt. Womöglich hatte er ihn sogar geprügelt, es würde ins Bild passen. Er wusste nicht viel über seine Kindheit, alles verschüttet und ausgeblendet, aber davon gesteuert wie ich auch.
Es bringt nichts über ihn zu lamentieren, ihn zu analysieren, denn der Mann ist weg und der Mann, den Du gekannt hast, gibt es nicht mehr. So traurig das ist. Aber Dich gibt es und Du bist wichtig. Lerne, Dich wichtig zu nehmen, lerne, dass Du eine prima Frau bist und löse Dich von Deinen inneren Traumen. Du hast sicher auch einiges hinter Dir und ins Erwachsenenleben getragen. Hole es nach und schau Dir an, wie es Dich gesteuert hat. Im Erkennen liegt so was wie eine Heilung.
Aber dazu ist es noch zu früh.Du bist noch zu sehr von Emotionen gesteuert und hinzu kommen Ängste. Aber das wird. Lass Dir Zeit, aber glaube immer daran, dass letztendes doch alles gut wird und dass alles seinen Sinn hat. Z.B. auch, dass dieser Mann aus Deinem Leben verschwunden ist und Du im Endeffekt weniger Sorgen hast als mit ihm. Glaub daran, dass Du eines Tages da stehen wirst, tief durchatmen wirst und Dir sagen wirst: Gott sei Dank, es ist vorbei mit ihm und ich kann nun wieder viel freier atmen.
Vielleicht geht es Dir wie mir. Noch heute nach all den Jahren wenn ich an den Mann von damals denke (mit dem ich keinerlei Kontakt mehr habe, nur ab und an begegnen wir uns dienstlich und da bleibt es bei einem neutralen Gruß) fühle ich Erleichterung, dass er weg ist, mich damals weg geworfen hat und dass ich es geschafft habe und heute besser dastehe als damals. Jenseits der Kleinmädchenträume, dass eines Tages der edle Ritter auf dem Schimmel in mein Leben reitet und mich rettet.
Rette Dich selbst und das ist dann das, wovon Du wirklich etwas hast. Und er? Ist doch egal. Soll er glücklich werden oder unglücklich, es wird für Dich keine Rolle mehr spielen - eines Tages.
Nichts passiert umsonst im Leben und Krisen sind meist hervorragende Wegweiser. Sie zeigen, dass der alte Mist hinfällig ist und es einer Erneuerung bedarf. Daraus kannst Du viel für Dich und über Dich lernen.
Soll er narzistisch, verwöhnt, eingebildet sein. Es ist sein Leben, sein Wesen und auch er wird seine Blessuren davon tragen. Ob er was draus lernt, ist wohl eher zweifelhaft. Aber Du kannst viel über Dich lernen, Dich anschauen im Rückspiegel und Deine Muster erkennen und woher sie rühren.
Gib Dich nicht auf, Du wirst das überleben wie Tausende vor Dir und nach Dir auch. Und tu Dir wieder was Gutes. Geh ins Kino oder mach etwas, was Du schon lange tun wolltest. Warum? Weil Du es Dir wert bist, darum!