Zitat von Leopoldine1511: ICH HABE NICHT BETROGEN, NICHT IN DEN KELLER GESPERRT UM ZU BLEIBEN, IHN NICHT MONATELANG INS GESICHT GELOGEN, KEINE AFFÄRE; AUCH JETZT IST ER NOCH ZU FEIG FÜR DIE WAHRHEIT UND DEREN KONSEQUENZEN: IM GEGENTEIL - UND DAS WAS ICH MIR VORWERFEN KANN; DAS ICH IM VERTRAUT HABE ZU 100%: WENN DAS MICH ZU TÄTER MACHT DANN GUTE NACHT.
Klar wurdest Du hintergangen und belogen und das zu ertragen ist tatsächlich sehr schwer. Denn Du wurdest damit verraten. Leider kannst Du ihm ein ehrliches und faires Verhalten nicht verordnen, ja Du kannst es nicht einmal erwarten wie Du siehst. Dass der Mann kein feiner Charakter ist, ist offenkundig und dass er rücksichts und empathielos seine Ziele verfolgt, ist auch klar.
Es macht Dich nicht zum Täter, dass Du ihm vertraut hast. Aber Eure Trennung hat ja nun eine Vorgeschichte und da wurde vermutlich etliches nicht erkannt oder auch nicht angesprochen.
Ich war nach der Trennung von meinem"wundervollen" Bindungsvermeider auch über Monate davon überzeugt, dass die Rollen kar verteilt sind. Er der Schuldige, der Gemeine, der Rücksichtslose und der Egoistische, der über Leichen geht und ich das Unschuldslamm. Erst als ich mit ihm abgeschlossen hatte, kam es mir auf einmal wie eine Erscheinung. Es war wohl eine Botschaft aus meinem Unterbewusstsein, anders kann ich es mir nicht erklären. Aber die Botschaft war, schau Dir Deine einseitige Weltsicht nochmals genauer an. Du warst an der verfahrenen Situation nicht so unschuldig wie Du glaubst. Und es wurde mir klar, was meine Anteile waren, die zum Scheitern führen mussten. Da tat er mir auf einmal sogar direkt leid, weil er es mit mir auch nicht leicht gehabt hatte.
Ich wünsche Dir, dass Du iwann auch eine klare Sicht auf die Beziehung und die Mechanismen hast, die zur Trennung geführt haben. Aber es ist so, dass beide ihren Anteil daran haben. Klar, einer trennt sich, weil das Maß voll ist, er nicht mehr bleiben will oder einfach was vermeintlich Besseres gefunden hat. Der hat dann die Machtposition inne und konfrontiert den Partner mit den neuen Erkenntnissen, die ihn in eine ohnmächtige Position bringen und die er akzeptieren muss ob er will oder nicht, denn Nichtakzeptanz ist auch keine Lösung. Es bleibt wie es ist.
Dein nicht mehr taufrisches Alter sehe ich wegen einer neuen Beziehung nicht als Hinderungsgrund. Viele haben ja dann schon gescheiterte Beziehungen hinter sich und wollen sich auch neu orientieren. Aber Fakt ist auch, dass ältere Frauen schlechtere Chancen haben, weil Männer in ihrem Alter fürs Ego und als Versicherung für ihr eigenes Altern gerne was Jüngeres an der Seite haben. Das wertet alternde Männer gewaltig auf und manche haben gerne eine jüngere Partnerin, weil die dann für sie da sein kann wenn sie selbst marode werden. Eigennutz auf ganzer Linie, aber seltst Schuld, wenn Frauen sich auf so was einlassen.
Eine Freundin wurde vor Jahren auch Knall auf Fall verlassen wegen einer in diesem Fall nicht jüngeren Neuen, aber einer, die ihm wohl ein besseres Leben versprach als bei seiner Ollen daheim. Was aus ihm wurde ist nicht bekannt. Er lebt wohl noch bei seiner mittlerweile nicht mehr Neuen aber ansonsten interessiert sich hier niemand mehr für ihn. Meine Freundin aber fand im Yogakurs zwei Jahre nach ihrer Trennung einen passenden Mann, der auch bereits seit längerem solo unterwegs war, nachdem er die erste Frau wegen einer Krebserkrankung verloren hatte und eine zweite langjährige Beziehung in die Brüche gegangen war. Weder sie noch er haben damit gerechnet, jemals noch neue Partner zu finden. Aber sie haben vor zwei Jahren mitten während der Coronakrise sogar geheiratet. Da war meine Freundin bereits 60.
Also es weiß keiner was das Leben noch zu bieten hat.
Und ehrlich gesagt, ich würde ihm den Triumph nicht gönnen dass es mir schlecht geht nur weil er sich getrennt hat. Ich habe nach der Trennung einen ziemlichen Aktionismus entwickelt auch weil ich mir gedacht habe, ich will ihn nicht zweimal "gewinnen" lassen. Er hatte schon "gewonnen" indem er ging und ich als Looserin dastand. Aber ich gestand ihm nicht zu dass er nochmals siegte, indem ich mich hängen ließ. Natürlich interessierte ihn das Null die Bohne, aber es war für mein angeknackstes Ego von Bedeutung. Daher unternimm selbst was und gönne es Dir, das auch als gut und wertvoll zu empfinden. Rückschläge sind normal, kommen vor und werden durchlebt, aber die Richtung ist klar. Es muss vorwärts gehen denn Stagnation oder gar der Rückwärtsgang kommen nicht in Frage.