Ich bin Team "Ehe- und Affärenfrau sitzen in einem Boot"!
Ich hab mich vor 2 Jahren von meinem Nochmann getrennt, weil er seine damals bereits 2 Jahre andauernde Affäre nicht abbrechen wollte/konnte (so genau weiß ich das nicht, Kommunikation ist nicht seine Stärke

). Er kann meinetwegen (meistens!) mit seiner Freundin glücklich werden. Wird er aber nicht.
Seit 2 Jahren bin ich in der quasi in der Rolle der "anderen". Jetzt belügt er sie und schleicht sich heimlich zu mir. Nicht, um mit mir ins Bett zu gehen (würde er aber durchaus gerne auch, wenn ich da mitmachen würde!), sondern um "seinen" Garten zu pflegen, den Kater zu sehen, hier und dort was am Haus zu richten und einfach "zuhause" zu sein. Kind ist groß und bereits ausgezogen, aber auch da höre ich seit 2 Jahren Gejammer, dass er ja bei den Familienfesten (Ostern, Weihnachten, Geburtstage) nicht mehr dabei sein darf. Nö, darf er nicht!
Nach der Trennung habe ich ihm goldene Brücken gebaut, um eine möglichst einvernehmliche Trennung hinzubekommen. Wollte mit ihm Hausrat und Finanzen regeln(wir haben ein gemeinsames, voll bezahltes Einfamilienhaus, in dem ich weiterhin wohne), habe einen Mediator gefunden, bei dem wir Modalitäten zu Trennungsjahr und -unterhalt vertraglich vereinbart haben und alle möglichen Schreiben, z. B. zu Steuerklassenwechsel und Versicherungen vorbereitet und ihm von mir unterschrieben mitgegeben.
Ergebnis: Den Mediatorvertrag (einvernehmlich und fair besprochen) hat er nicht unterschrieben, sämtliche anderen Dinge ebenfalls ignoriert, weil: "Ich will mich auf gar keinen Fall scheiden lassen, Du meine liebste VictoriaSiempre!"
So. Seine Freundin beißt sich jetzt an genau den gleichen Dinge ihre Zähne aus, an denen ich in den vergangenen 25 Jahren gescheitert bin. Das liegt weder an ihr noch an mir - sondern an ihm! Er hat ganz große Probleme mit sich selbst und kennt das Zauberwort "Kommunikation" eh nicht. Behaupte ich jetzt mal einfach. Jetzt hat sie ihm ein Ultimatum gestellt, bis zum 01.06. soll er endlich die Scheidung einreichen. Ich versteh sie da auch total. Wird er aber nicht machen, darauf verwette ich ein Jahresgehalt. Der Einsatz dafür, dass sie das Ultimatum nicht durchzieht, wäre nur geringfügig kleiner.
Warum ich die Scheidung nicht einleite? Warum sollte ich? Ich habe ihm 23 Jahre, bis zur Trennung, alles abgenommen und wurde ja auch dadurch immer mehr zur "Muddi" und damit wohl auch unattraktiver. Bock hatte ich darauf nicht, aber gelaufen wäre sonst auch nix. Ich wohne in einem schönen Haus, bekomme Trennungsunterhalt (manchmal allerdings auch nicht!) und jeder Monat, den wir verheiratet sind, klingelt in meiner Rentenkasse. Ich müsste für die Gerichtskosten in Vorleistung treten (was ich so ohne weiteres nicht könnte) und selber den Rasen mähen. Also nochmal: Warum sollte ich?
Langer Text, hab mich einfach mal mitteilen müssen.
Quintessenz: Vielleicht sollten wir Frauen uns gar nicht ständig in Konkurrenz sehen. Welche nun schöner, toller, liebenswerter, se.yer, seelenverwandter, verständnisvoller etc. ist. Manchmal liegt es einfach daran, dass unser OdB ne Macke hat, bindungsunfähig ist, alles will, sich nicht entscheiden kann tbc.
Gilt natürlich für Sandwichmänner, die ihre Affärenfrau ummanteln, genauso.