Liebe Lotus-2020,
Zitat von Lotus-2020:Unsere Beziehung war nie einfach (...) es war also immer kompliziert und schwer.
Eigentlich sollte gerade die Anfangszeit, die ersten ein zwei Jahre noch, besonders leicht und schön sein in einer Beziehung.
Es ist ein bekanntes Phänomen, dass die romantischen Gefühle besonders stark werden, wenn die Liebe Widerstände überwinden muss. Fernbeziehung, ein noch gebundener Mann, diverse weitere Komplikationen - das spricht sehr dafür, dass du bei all dem "Kampf" ums Glück schon sehr früh aus den Augen verloren hast, dass dieser Mann ein wenig geeigneter Kandidat für eine Beziehung und eine Familiengründung ist.
Zitat von Lotus-2020:auch die gemeinsamen Kinder kennen, was mir leider bis dato verwirkt war, da er alles noch geheim gehalten hat.
Das finde ich sehr problematisch. Ich finde es auch den Kindern gegenüber unverantwortlich. Wie stellt es dein Partner sich denn vor, wie diese Kinder auf dich reagieren, wenn sie Papas heimliche Neue kennen lernen - schlimmstenfalls direkt mit ihrem neuen Geschwisterchen?
Zitat von Lotus-2020:obwohl sie die Trennung wollte und ihn rausgeworfen hat
Möglicherweise liegt hier der Hund begraben. Gut möglich, dass er die Trennung eigentlich gar nicht wollte und du daher eher zweite Wahl für ihn bist. Das würde auch erklären, warum er nicht aus dem Quark kommt endlich seine Verhältnisse zu regeln.
Zitat von Lotus-2020:Das nächste Problem ist, sie sind immer noch verheiratet und er ist automatisch der Vater des Kindes von ihr. Es ist wirklich alles sehr kompliziert.
Es ist kompliziert, weil er es kompliziert macht. Er hätte schon vor Jahren klare Verhältnisse schaffen können, bzw. müssen. Ist er jemand der generell viel Drama braucht? Er wirkt in deiner Beschreibung wie jemand, der sich hilflos der Unbill seiner Mitmenschen ausgeliefert darstellt, während er in Wahrheit doch den meisten Einfluss auf seine Situation hat.
Zitat von Lotus-2020:Wir, also mein Partner und ich, wollen eine Zukunft zusammen, wir wollen zueinander stehen und wir lieben uns und auch das Kind ist aus Liebe entstanden, wir wollten alles trotz der schwierigen Umstände hinbekommen, aber jetzt übertreibt diese Frau so maßlos
Ich glaube dir, dass du eine Zukunft mit deinem Partner willst und auch die Familie. Bei ihm bin ich mir nach deiner Schilderung leider nicht so sicher. Letzten Endes ist es total irrelevant, was "diese Frau" tut oder lässt, sondern es ist entscheidend was dein Partner tut und vor allem, was er lässt.
Zitat von Lotus-2020:Er hat gesagt, (...) wenn sie weiter so übertreibt bekommt sie Krieg.
Drama, Drama, völlig sinnfrei. Wie stellt er sich den Krieg denn vor? Auf wessen Kosten soll der wohl gehen?
Zitat von Lotus-2020:wir kriegen das trotz des Kilometer hohem Berges hin.
Liebe Lotus-2020, es ist wohl eher eine künstlich aufgeschüttete Halde als ein echter Berg. Dein Partner muss sich zügig um klare Verhältnisse kümmern, jemand schlug hier bereits eine Härtefallscheidung vor, auch wären Vaterschaftstests sinnvoll und dann kann man weiter sehen. Seine Nochfrau verbal in ihre Schranken zu verweisen ist dabei die kleinste Übung und meiner Meinung nach ehrlich gesagt auch euer kleinstes Problem.
Natürlich ist es einfacher, sich über das Verhalten der Nochfrau zu ärgern, als sich damit auseinander zu setzen, dass der Partner seinem Familiengründungsanteil nicht angemessen gerecht wird. Aber versuch mal, deinen Blick von ihr weg zu lassen, sie ist nicht die Ursache eurer Probleme, sondern a) das unreife Verhalten deines Partners und b) deine bisher eher pinke statt rosa Brille. Du siehst ihn immer noch mehr als Opfer seiner Umstände denn als Erschaffer und Gestalter seiner Umstände.
Du wirkst für dein junges Alter ziemlich reflektiert, ich finde man darf da auch noch naiv sein (bin es ja selbst in fortgeschrittenerem Alter noch oft und gern), aber die Alarmzeichen solltest du jetzt nicht übersehen, sondern dich entsprechend in Stellung bringen: Rückhalt suchen bei Familie und Freunden, kein Umzug in seine Richtung, kein Jobwechsel, eventuell schon mal Rücksprache mit Fachleuten (Jugendamt, Anwälte?) im Hinblick auf Sorgerecht und Unterhaltsregelung in eurem speziellen Fall.
Einen Umzug zu deinem Partner in 500 Kilometer Entfernung kann man dir in der aktuellen Situation auf keinen Fall empfehlen denn du wirst deine Familie und deine Freunde und dein vertrautes Umfeld als junge Mutter brauchen. Mach dich jetzt noch so gut wie möglich schlau und stark für dich und die kleine Lotusknospe.