Zitat von Garibaldi:Testosteron bei Männern spielt auch eine Rolle.
Es macht agressiver.
( Wobei ich bei manchen Frauen dran zweifel, nachdem ich sie als sehr agressiv kennenlernen durfte.
Bei Kriminaldelikten töten Männer mehr von vorne, Frauen seit jeher eher aus dem Hinterhalt mit Gift usw. )
Da relativierst Du ja schon selber Deine Einschätzung.
Wenn man sich über so ein Thema austauscht und nicht ständig die Variablen anpasst, damit eine Aussage auch auf Biegen und Brechen dem eigenen Weltbild entspricht, so falsch es auch sein mag, ist es wichtig, den Rahmen festzulegen. Und ich argumentiere im Rahmen von häuslicher Gewalt. Und bei häuslicher Gewalt zählt eben auch emotionale Gewalt dazu.
Aus empirischer Sicht tendieren Männer dazu, Aggressionen eher auf körperlicher Ebene auszutragen und Frauen tendieren eher dazu, Gewalt indirekt auszuleben, beispielsweise durch Rufmord, Intrigen oder übler Nachrede. Die klinische Literatur stützt die jeweiligen Einschätzungen durch Studien, bei denen die verschiedenen Formen der Störungen betrachtet werden und anschließend auch geschaut wird, welches Geschlecht statistisch signifikant zu der einen Form der Handlung oder eben der anderen Form der Handlung tendiert.
Würdest Du sagen, dass bei körperlichen Gewaltverbrechen absolut betrachtet eher Männer präsent wären, hättest Du vermutlich Recht. Grenzt man aber auf häusliche Gewalt oder eben Gewalt in Partnerschaften ein, welche laut Definition eben auch emotionale Gewalt mit einschließt, dann ergibt sich aber ein ganz anderes Bild. Ich kann Dir nicht genau sagen, woran es liegt, vielleicht, weil die Mehrzahl der Männer, auch wenn sie selber von einer Frau geschlagen werden, so tief in sich drin verankert haben, das man Frauen nicht schlägt? Erklärungen gibt es bestimmt viele.
Es gibt darüber hinaus sehr viele Studien, die unter dem Punkt "Gender symmetry" zusammenfassen, dass Frauen und Männer in etwa die gleichen Anteile haben, wenn es um Gewalt gegen den Partner geht. Das ist so in etwa die Spitze des Eisbergs (es gibt da noch viele weitere Hinweise, dass die Legende, dass Frauen zu 90 Prozent die Opfer von häuslicher Gewalt sind, so nicht stimmt), um sich mal dem Thema zu nähern.
Eine Sammlung an Studien, die bereits seit 1975 in diese Richtung gehen, also eine Zeit, in der Gleichberechtigung voll im Trend lag und es noch ganz andere soziale Einflüsse gab, findest Du unter der folgenden Quelle. Spannend dabei ist, dass weder die Zeit, noch die sozialen Veränderungen an dem Umstand, dass Männer und Frauen zu gleichen Teilen Täter sind, beeinflusst. Auch der Umstand, dass beide Werte gleichaufliegen, deutet darauf hin, dass es als Ursache Umstände sind, die nicht eindeutig einem Geschlecht zuzuordnen sind.
Wenn Du es so willst, könnte man daraus Schlussfolgern, dass Aggressionen zu gleichen Teile in Männern und Frauen vorhanden sind. Was durchaus auch Sinn ergibt.
Quelle zum Einstieg in das Thema:
https://en.wikipedia.org/wiki/Domestic_...gainst_men