Zitat von YsaTyto:Klar ist es, vor allem in der Anfangszeit, schöner, wenn man erstmal viel Zeit zu zweit hat. . .
Aber einfach mal fantasiert, dass ihr richtig gut zueinander passt und euch richtig liebt,
Um festzustellen, ob wir uns richtig lieben und gut zueinander passen, hätten wir uns erstmal kennenlernen müssen. Zeit miteinander verbringen. Und zwar ohne Mutter oder Tochter. Und das war ja schon kaum möglich.
Zitat von YsaTyto:wäre es da langfristig für Dich keine Option, solche Dinge (wie hier z.B. die Pflege der Mutter, gemeinsame Unternehmungen mit der Tochter) zu teilen? Bzw. wärest Du offen für ihn und diese Gemeinsamkeiten gewesen, würdet ihr am gleichen Ort leben?
Nein. So stark, wie der Typ eingebunden war, wäre das keine Option für mich gewesen. Schon gar nicht langfristig. So etwas muss - wenn überhaupt - so einigermaßen fifty-fifty laufen. Sonst hätte ich das Gefühl, das Leben eines anderen zu leben. Wenn ich auch noch Verpflichtungen hätte (die ich nicht habe), wie etwa, dass ich auch ein Wochenende im Monat mit meiner weit entfernt wohnenden Mutter verbringen möchte, wäre allein das schon gar nicht mehr möglich gewesen. Zumindest nicht zu zweit. Denn die Anzahl der Wochenenden in einem Monat ist ja stark begrenzt.
Ich hätte mich also nolens volens ganz stark auf ihn und seine Bedürfnisse und Verpflichtungen ausrichten müssen.
Zitat von YsaTyto:aber er hat ein so buntes Leben voller Verpflichtungen, dass es automatisch bedeutete, dass ich da mit hinein schlüpfte.
Das würde ich nie wollen. Ich möchte nicht in das Leben eines anderen hineinschlüpfen. Auf gar keinen Fall. Ich möchte im besten Fall ein gemeinsames Leben aufbauen. In dem jeder noch Platz für sich hat, aber der Rest ist eben irgendwann etwas gemeinsam aufgebautes.
Aus diesem Grund würde ich auch niemals zu jemandem in eine bereits existierende Wohnung oder ein Haus ziehen. Wenn die Liebe groß ist, würde ich mir irgendwann mit jemandem etwas drittes, etwas gemeinsam ausgesuchtes wünschen. Nicht bei ihm und nicht bei mir.
Zitat von YsaTyto:ich denke, dass es in unserem Alter (so zwischen 40 und 50) schwer ist jemanden zu finden, der nicht sehr eingebunden ist und viel freie Zeit hat.
Finde ich gar nicht. Ich habe ja auch eine Tochter und natürlich möchte ich die ab und zu sehen. Aber ich muss mich nicht mehr jedes zweite Wochenende um sie kümmern, denn sie ist erwachsen.
Da ist also kein Zwang. Sie ist einfach jemand, der einen Platz in meinem Leben hat und mit dem ich manchmal Zeit verbringen möchte. Ob mit meinem Partner oder ohne.
Und da ist auch kein Ex, der an mir zerrt und mich fragt, ob ich mich nicht am Tag X um sie kümmern kann, weil er gerade keine Zeit hat.
Mir haben da viel zu viele Leute an dem Typ gezerrt. Und an mir zerrt keiner. Das passt für mich nicht zusammen.
Und ich gebe dir da nicht unbedingt recht, dass es schwer ist, jemanden zu finden, der in einer ähnlichen Situation ist wie ich. Das gibt es durchaus gar nicht so selten.
Hinzu kam mir bei dem Typen, dass ich ohnehin viel Ruhe brauche und will. Jedes Wochenende mit irgendeiner Family (egal ob mit seiner oder meiner) oder mit seiner Tochter zu verbringen, ist überhaupt nichts für mich. Seit ich es kann, versuche ich mir regelmäßige Verpflichtungen in meiner Freizeit generell vom Hals zu halten. Ich arbeite ohnehin viel und empfinde das als Stress. Ich möchte in meiner Freizeit genau das haben: Freiraum. Frei entscheiden können, was ich gerade machen möchte und was nicht. Ohne dass das schon von vornherein festgelegt ist.
Aber da ist jeder anders.
Für mich hat es aus dem Grund absolut nicht zusammengepasst.
Obwohl der Typ mich keineswegs belogen oder getäuscht oder hingehalten hat.
Übrigens glaube ich auch nicht, dass es gutgegangen wäre, wenn ich willens gewesen wäre. Ich habe gespürt, dass der Kerl selbst von seinen ganzen Verpflichtungen total gestresst und überfordert ist. Der arbeitet auch viel und versucht in seiner Freizeit irgendwie alles unter einen Hut zu bringen. Hat kaum Zeit für sich und seine Wünsche. Rennt von Termin zu Termin und versucht es allen recht zu machen.
Der hat ohnehin schon ein Problem. Auch ohne eine Beziehung, die er sich noch zusätzlich aufhalst. Ich habe das schon in der Anbahnungsphase gemerkt. Der hätte mich gern getroffen, hatte aber keine Zeit und war deshalb selbst frustriert.
Ich kann mir gut vorstellen, worauf das später hinausgelaufen wäre.