Zitat von YsaTyto:auch ich finde etwas sogar sehr interessant! Nämlich, dass Du ganz Mann, auf das Unwesentlichste meiner Schilderung reagierst (keine meiner Freundinnen täte das, nur Männer). Wohl oder übel zeigst auch Du klassisch männliche Affekte. War ja genau das gleiche, als ich KGR getroffen habe. Zielsicher hast Du das unwesentlichste für mich ins Zentrum gestellt
Also als Erstes möchte ich mich bei Dir aus der blanken Unschuld heraus entschuldigen, falls ich Dir, wie es sehr wahrscheinlich wirkt, mit meinem typisch männlichen Affekten, die sich zielsicher auf das Unwesentlichste stürzen und es wie eine Beute aus dem eigentlich Wesentlichen herausziehen, zu nahe getreten sein sollte in unabsichtlicher, d. i. männlicher Einfalt.
Zweitens möchte ich Dir aber auch in aller gebotenen Kürze erklären, wie es dazu überhaupt kommt. Denn das scheint
mir als das Wesentlichste überhaupt.
Es ist ja so, dass ich Dich als hochvergeistiges, mehr oder weniger rein seelisches Wesen erlebe, das ich in gar keiner Erdnähe vermute, ja nicht einmal denken kann. Wenn gerade Du dann eine so fleischliche Bemerkung machst, sticht das für mich natürlich besonders heraus. Wie ein Erdklumpen auf einem Juwelenfeld, könnte man sagen.
Das andere ist, dass ich gerade diese - wie ich sagen möchte: den klassischen weiblichen Affekten entsprungene - Bemerkung ja tatsächlich schon recht häufig gehört habe (nur von Frauen wohlgemerkt!) und immer gerätselt habe, was hier eigentlich dahintersteckt. Ich meine, mit diesem "Nicht von der Bettkannte stoßen = unvermittel, unumworben Säggs haben) muss es ja irgend etwas auf sich haben, das die Strahlkraft des Mannes auf der einen Seite und die unbesehene Hingabe der Frau auf der anderen Seite erklärt (die Frau will damit ja etwas sagen, vielleicht auch sich die Ehre geben, ich weiß es nicht). Bedenkt man nun weiters, das der durchschnittliche Mann im Vergleich dazu geradzu ungeheuerliche Anstrengungen und Balzereien unternehmen muss, um zum selben Ziel zu gelangen, das aber noch nicht einmal erreicht ist, sitzt er bereits auf der Bettkante oder liegt gar schon mit heißer Haut neben seiner Prinzessin in den Federn, so steht und liegt und rumpelt der Normalmann ja stets in irgendeinem Schatten, und mag er sich selbst noch so sehr als Sonnenkönig fühlen. Und nicht zuletzt: Ist er einigermaßen wackelig auf den Beinen und wüsste, wen allen seine Angehimmelte nicht von der Bettkante stoßen würde, so wäre es ja überhaupt gleich aus und vorbei mit ihm.
Würde nun ich, um mir eine letzte Bemerkung dazu zu erlauben, noch irgendeinen Rest an Strahlkraft besitzen und mich hier, wie einige andere, auf die Pirsch begeben mit einem Noch-über-die-Bettkante-hinein-Selbstbewusstsein, so würde ich es bei Dir, liebe Ysa, nicht einmal im Traum versuchen - wegen eben dieses meines Dafürhaltens der völligen Vergeistigung und Beseeltheit bis in die Wurzeln hinein. Das tabusiert sozusagen alles Fleischliche und sogar noch Halbfleischliche.
Daher habe ich mir erlaubt, dieses gerade bei Dir so Überraschende herauszugreifen, und das bereits zum zweiten Mal - was aber daran liegt, das ich so schnell vergesse, werde ich nicht erinnert.
Zitat von Frauenfarn:Das eine Frau auch ein eigenständig begehrendes Subjekt ist, hat sich zu Dir also noch nicht herumgesprochen.
Doch, natürlich hat sich das sogar bis zu mir durchgesprochen. Fallweise ja sogar, wie gesagt, mit schauderhafter Zudringlichkeit.
Allerdings erklärt das ja nicht, was ich meinte. Nämlich, was eine Frau damit aussagt, was sie meint, inwieferne das für einen Mann eine Ehre oder ein Glück oder eine Gunst oder sonst etwas Gutes sein soll. Das setzt ja etwas voraus, das gar nicht vorausgesetzt werden kann. Ich meine, der Mann könnte sich ja auch denken: Ogottogott! Hilfe! - und das nicht nach dem Lustprinzip. Sei es gleich oder erst dann. Für mich scheint das eine ganz gelassene, ganz selbstverständliche, offenbar allein genitalbegründete Selbstüberzeugtheit zu beweisen, die einem Mann als nasser Fetzen um die Ohren fliegen würde.
Ich weiß ja nicht: warst Du selber schon einmal mit einer Frau im Bett? (Die Frage ist rhetorisch gemeint!) Ich kann Dir nur sagen: Auch das kann ein Elend sondergleichen sein, wenn nicht gar ein Trauma! Und hat man dazu womöglich auch noch allerlei Anstrengungen und Unzumutbarkeiten auf sich genommen, so könnte man sich am liebsten ja gleich an Ort und Stelle alles ausreißen, was es nur auszureißen gibt.
Zitat von Tempi-Gast:@wn --> Caren Miosca?
Streiche allerdings c, setzte g.