Zitat von Plentysweet:Nur lese ich @E-Claire in ihrem ganzen dumpfen oder spitzen Weltschmerz und ihren nächtlichen Posts und Gesellschaftsschmerz so, daß sie gerade etwas anderes sucht. Eher Antworten auf einschneidende Lebensfragen und politisch-gesellschaftlich zufriedenstellende Antworten.
Hm, ich bin mir nicht sicher, ob Du Recht hast. Hab ich Weltschmerz? Vielleicht. Keine Ahnung, ich fühle ihn im Moment nicht. Meine Posts gestern sind meine Beobachtungen, sicher kritisch, vielleicht auch ein wenig bissig oder eben pointiert rüber gebracht, aber ich bin weder sonderlich empört über die Gesellschaft noch grundsätzlich von dieser enttäuscht, im Gegenteil.
Womit Du aber völlig Recht hast, ist die Beschäftigung mit Lebensfragen bzw Lebenskonzepten. Ich habe ja dieses unpackbar schöne und aufregende Leben und bin zudem auch ganz schön krass privilegiert, aber es ist eben auch ein Leben, was so völlig anders geworden ist, als eben das, was ich mir vorgestellt habe.
Das was ich mir so vorstellte, ist ein Klassiker und kennt daher viele Vorbilder. Was ich lebe, ist deutlich weniger traditionell und die Suche nach Vorbildern bzw Austausch treibt mich um. Ich denke halt in letzter Zeit viel darüber nach, wie ein erfülltes, glückliches Leben ausschauen könnte, wenn man zwei extrem maßgebliche Bezugspunkte, Partnerschaft und Nachkommen, einfach mal aus der Gleichung herausnimmt.
Das Ding ist nämlich, so schön Partnerschaft, so erfüllend Kinder sind bzw sein können, sie binden ganz schön viele Ressourcen und sie passieren nicht für jeden. Ja auch mit Partner und Kindern sind noch so einige verschiedene Lebensmodelle denkbar, aber sobald man beide Faktoren mal ausklammert, wird es extrem vielfältig und es ist nicht immer leicht, die eigene Orientierung zu behalten. Der große Vorteil, völlig auf sich selbst zurück geworfen zu werden, ist eben manchmal auch ein Nachteil.
Damit es nicht gleich wieder heißt, die Arbeit am eigenen Selbst wird nicht durch Partnerschaft obsolet. Das ist nicht was ich versuche zu beschreiben. Ich gehe einfach in letzter Zeit häufig der Frage nach, welche Modelle es allgemein gibt, die ohne Partnerschaft und Kinder auskommen und was davon mich glücklich machen könnte oder glücklich macht.
Diese Auseinandersetzung wiederum hat als wenn man so will Nebenwirkung auch immer mal wieder neue Beobachtungen oder Fragen hinsichtlich wie Partnerschaft allgemein bewertet wird zur Folge. Eine Beobachtung war gestern, in unserer Gesellschaft legen wir Wert auf Leistung und Erreichtes, zum Teil auch rituell; bei Partnerschaften bzw im Falle von Trennungen haben wir da aber einen anderen Maßstab, der selten hinterfragt wird.
Ich kann nachvollziehen, daß sich meine Beiträge gestern eben auch mit einer Art von vermeintlicher Empörung lesen ließen. Geschrieben waren sie er mit einem fragenden Blick, so eine hochgezogene Mr-Spock-Augenbraue und ein gerufenes logisch ist das nicht.
Du bist aber auch nicht die einzige, die mich durchaus so anders gelesen hat, ich hatte heute auch schon das Wort resigniert.

Wie ich gestern ja durchaus freimütig geschrieben habe, es kann einfach sein, daß ich eine deutliche und große Pause vom Forum brauche. Vieles von dem, was mich hierher trieb und dann mitschreiben ließ, hat sich verändert. Ich schaue jetzt schon seltener herein und weniger und weniger Themen verfolge ich mit Spannung.
Dazu hat sich in den letzten Monaten auch mein Interesse im Austausch verändert. Mehrere Jahre habe ich Wertschätzung geübt. Egal, wie schräg ich bestimmte Geschichten oder deren Schreiber empfand, so gut wie alle fanden ihren Weg hierher im tiefen Leid, welches als solches eben auch gesehen werden sollte. Dieser Austausch hat mich auch im RL viel wertschätzender werden lassen, erst anderen gegenüber und schließlich mir selbst gegenüber.
Mein Interesse im Austausch jetzt ist eher auf eine andere Übung gerichtet
@Sonnen_schein welcome back im Forum.
Ich musste ein wenig schmunzeln. Es wäre möglich, daß Du mich mit einer anderen Teilnehmerin verwechselst. Ich danke dir in jedem Fall für Deinen netten Zuspruch, darf aber anmerken, daß keine der mir von Dir zugeordneten Eckdaten stimmen.
Auch Deine Tipps fand ich sehr liebevoll. Mach Dir keinen Kopf, unser Haus feiert jedes Jahr großen Weihnachtspunsch und für den Teil des Hauses, in dem ich wohne, spiele ich für meine Nachbarn auch gern den Nikolo mit selbstgebackenen Keksen (ehrlich, das hätte mal jemand E-Claire aus dem Jahre 2015 erzählen sollen, rofl). Ich habe zudem ein wunderbares Betätigungsfeld, durch welches ich unglaublich viele, super spannende Leute kennenlerne. Ich bin nicht so der Hobby-Fan, aber ich versuche meinen Hintern ab und zu ins Yoga zu schleifen, damit die Schulter weniger zwickt.
Zitat von Zugaste:Ich finde diesen Ansatz gut. Das heißt, du glaubst, dass Beziehungstaten entstehen, weil der "spätere" Täter sich komplett gescheitert fühlt? Das Ende der Beziehung als "Lebensscheiterung" empfindet und das dann nicht anders einordnen kann oder will?
Finde ich plausibel.
Ich halte das zumindest für eine der möglichen Ansätze bei manchen Beziehungstaten. Ich denke schon, daß es da gesellschaftlich so eine Überzeugung gibt, daß eine Partnerschaft zu haben, einen Erfolg darstellt; Verlust der Partnerschaft ist Mißerfolg. Das Retten (! Wir nennen das ja so) einer Beziehung ist gut, die Trennung dagegen eher nicht.
Und zwar allgemein und nicht individuell, also völlig unabhängig, ob es nicht langfristig für beide cooler wäre sich noch mal neu zu orientieren. Genauso schräg ist, daß es eine Verknüpfung zu den Jahren gibt. Wenn ich nach 30 Jahren in einem Job sage, so jetzt ist es Zeit in Rente zu gehen oder noch mal was anderes zu machen, dann klopfen einem zumindest bei der Rente (manche sicher auch für den Mut zum Neuanfang) alle auf die Schulter und sagen, joh haste dir verdient.
Wenn sich ein Paar nach 30 Jahren trennt, wird das anderes eingeordnet, als wenn sich ein Paar nach 8 Jahren trennt. Und in keinem Fall klopft irgendeiner einem auf die Schulter und meint, haste Dir jetzt aber auch verdient.
Ich glaube schon, daß es ne ganze Reihe von eben auch allgemein gesellschaftlichen Bewertungen gibt, die eben auch eine zusätzliche Belastung darstellen. Völlig platt formuliert: meine Frau kann mich nicht verlassen, wie stehe ich denn dann vor den Nachbarn da.
Zitat von Plentysweet:Eine weihnachtlich dekorierte Bude hilft IHR glaub ich gerade nicht primär.
Jetzt muß ich dir aber wirklich widersprechen, ich als bekannter am Boden der Tatsachen liegt eindeutig zu wenig Glitzer-Fan, Vorsitzendes des Vereins zur Förderung von Einhörnern und Ehrenmitglied im Club der Regenbögen, finde das eine weihnachtlich dekorierte Bude selbstverständlich hilft

Ich habe sogar seit letzten Jahr einen Design Adventskranz!
Happy Punsch-Season, everyone.
und für die crazy @Tempi-Gast nen Kuss.