@hahawi
Zitat:Warum habe ich diesen Strang eröffnet.
Nicht, wie hier vielfach behauptet, um zu provozieren.
Nein, Gewalt ist etwas, dass mich persönlich tatsächlich beschäftigt.
Das hängt sicherlich meiner Kindheit zusammen, die davon geprägt war.
Es ist ein Thema, das lange Jahre in meinem Leben präsent war.
Zum anderen sind es auch persönliche Momente, wo ich in meiner Umgebung mit Gewalt in Partnerschaften konfrontiert war, besonders eine Trennung in meinem Freundeskreis ist mir nachhaltig in Erinnerung geblieben.
Und eine Freundin, der vorgeworfen wurde, mit ihrem Verhalten ihren Partner "provoziert" zu haben.
Ich habe tatsächlich ein Problem damit, dass man Opfern häufig offen oder zumindest indirekt unterstellt, mit ihrem Verhalten zur Tat beizutragen.
Ob es zu kurze Rocke, weniger als eine Armlänge Abstand, zu viel Alk., freche Antworten, empfundenes respektloses Benehmen oder gar das Gespräch mit einer fremden Person ist, es wird oft eine Mitschuld unterstellt.
Das finde ich, gelinde gesagt, zum Kotzen.
An gewalttätigem Verhalten Mitverantwortung an das Opfer zu delegieren ist schlichtweg Mittäterschaft.
(Ich erwarte mir an dieser Stelle selbstverständlich diffizil konstruierte Fallbeispiele, die das in Abrede stellen werden.)
Mir ist es von Anfang an um eine Diskussion gegangen, inwieweit diese Gewalt gegen Frauen, die leider oft in Femiziden enden können, ob es dafür eine Sensibilisierung gibt.
Vor allem hier in einem Forum, welches auf Grund der Eintrittsschwelle einen gewissen Grad an Bildung und Reflexionsvermögen benötigt.
Ich kann auch feststellen, dass sich hier eine zum Teil spannende und auch sehr konstruktive Auseinandersetzung ergeben hat.
Dass ich nicht auf alle Beiträge, die hier geschrieben werden eingehen konnte und kann, das liegt zum teil daran, dass sie mit dem eigentlichen Thema nichts zu tun haben, dass sie für mich in der Masse der Antworten einfach untergegangen sind oder ich schlicht aus zeitlichen Gründen nicht dazu gekommen bin.
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Und warum ich hier eigentlich so wenig wie möglich Persönliches einbringen möchte; ich denke, dass einige noch den netten Auftritt Karinas in Erinnerung haben.
Und die hier nach wie vor aktiv ist.
dass Du nicht allzu privat werden willst, wird jeder verstehen und ich würde es mir auch gut überlegen, ob ich das tue. Es kommt schnell zu Projektionen, Angriffen etc., aber Du verhältst Dich halt ambivalent, z.B. durch Deine Signatur und Andeutungen.
Oder was ich auch seltsam finde sind so Situationen, in denen (ich glaube es war) LaFleur schreibt, dass ihr hier gruselt oder die Frauen doch die angeschi**seien und Du Dich nur bestätigend bedankst. Das hat für mich schon etwas von Angstmache. Dazu würde meinem Empfinden nach dann schon noch ein Kommentar dazu gehören- wenn man schon so heikel spricht.
Und auch wenn man nichts persönliches erzählen will, so kann man durchaus intensiv auch über sehr schwierige Themen diskutieren, wie es ja oft im Forum geschieht. Über Traumatisierungen, Kindheitserlebnisse, Psychologie wird zuweilen sehr intensiv diskutiert, ohne das immer konkret aus der eigenen Biografie erzählt wird.
Das sehe ich aber nicht bei Dir. vielleicht ist es nicht die rechte Zeit dafür, warum auch immer, aber dann tut es auch keine Not, wieder einmal auf einen Mord oder ähnliches hinzuweisen.
Oder was sollte das bringen?
Selbst wenn hier am Tag mal 50 (auch themenfremde) Beiträge geschrieben wurden, so ist es doch ein Leichtes, sich das heraus zu picken, was einen beschäftigt und sich damit auseinander zu setzen.
Mir geht es jedenfalls öfter mal so: irgendwo wird wie irre geschrieben und ich greife mir etwas heraus, was mich bewegt und gehe drauf ein. Und sei es drei Tage später, eben weil es mich interessiert.
Das muss alles nicht sein, aber Du betonst immer wieder Dein Interesse am Thema und dann kommt einfach nicht viel von Dir. Ich meine mit Kommentaren über einen Mord oder dass die Täter wohl eine schwere Kindheit hatten oder Männer vielleicht potentiell gewaltbereiter sind, schneidet man alles lediglich an.
Ich selbst bin ständig mit Psychothemen befasst. Dann lese ich wie bekloppt drüber, stelle Fragen, will diskutieren. Und mein Eindruck ist eben, dass Du das alles eben nicht willst, eher ein bisschen drüber plaudern, durchaus ernsthaft, aber doch oberflächlich. Und bei so einem Thema kann das schon provozieren.
Mich provozieren jedenfalls wiederholte Verlinkungen zu Mordberichten weil sie absolut keinen Mehrwert haben.