Zitat von SimplyRed:
JA!
Hast Du! Denn derartige Fragen, sind komplexer Natur und können daher nicht einseitig "gelöst" werden.
Wir haben die Ratio, welche uns Menschen von allen anderen Lebewesen abgrenzt. Auf der Ratio, entscheiden wir, ob etwas "gut oder schlecht" ist, wenn sich die Antwort nicht durch angeborene Instinkte selbst erklärt.
In dieser Ratio befindet sich alles, was Menschen zusätzlich zur natürlich vorhandenen, an künstlichen Strukturen und Systeme implementiert hat. Schuld, Gerechtigkeit, Moral, Regeln, Normen, Verbote, ect. pp.
Hier ist die wohl grundsätzlich bejahte Wertung, dass es unerwünscht ist, wenn das Opfer in irgendeiner Form ebenfalls fatale Entscheidungen getroffen hat, ohne die es eben nunmal ebenfalls nicht zu der Tat gekommen wäre, trotzdem ist das Opfer "moralisch" unantastbar.
Das würde ich selbst auch vollumfänglich unterschreiben.
Aber wir haben den Vorgang an sich vergessen, der damit zu tun hat, dass wir trotz all unserer Normen, Gesetze, Bewertungen und was noch alles, immer noch ein wildes Lebewesen bleiben, dessen rohe Instinkte eben ganz plötzlich aufschreien. Egal wie sehr wir uns einbilden, so steuerbar und vorhersehbar zu sein, wir bleiben immer nur gut erzogene Pitbulls, die ganz friedlich sind und auf einmal, ohne Vorwarnung ausrasten.
Ob uns das nun gefällt oder das akzeptabel ist für eine Gesellschaft, spielt auf der Tatsachenebene keine Rolle.
Wenn man ein bestimmtes Beute schema bedient, dann muss man damit rechnen, weil man selbst auch die Gelegenheit bietet, angegriffen zu werden, sonst käme man nicht in diese Lage.
Natürlich muss und hat das auch Grenzen im Alltag, aber kein Lebewesen käme auf den Gedanken, sich bewusst in Gefahr zu bringen, das ist unnatürlich und destruktiv, soetwas machen nur Menschen.
Es gibt hier also schlicht zwei Komponenten, einmal die Selbstgefährdung und einmal den Konsens, dass das Opfer moralisch niemals Schuld sein kann, an dem Verbrechen des Täters.
Man geht schließlich auch nicht bei Rot über die Ampel, nur weil man es kann und sagt dann, dass es schaise ist, angefahren zu werden.
Wäre das eine mögliche Lösung?
Simply
Ich weiß nicht recht, Simply.
Das bedeutet ja im Umkehrschluß, dass man leichter angegriffen wird, wenn man sich S.y kleidet und was mich daran stört ist, dass ich finde, dass man sich einschränken muss um sich für potentielle Täter unsichtbar zu machen und das empfinde ich einschränkend.
Und ich glaube auch, dass das so nicht stimmt. Ich bin zum Beispiel als junge Frau, weil es Mode war und ich meinen Bauch super fand, immer super bauchfrei feiern gegangen. Kann sein, dass das die Jungs aufreizend oder billig oder sonst was fanden. Mir auch wupps gewesen.
Trotzdem hätte ich jedem auf die Finger gehauen, wenn er mich angetascht hätte.
Aber ich weiß von Mädels, die immer sehr zurückhaltend gekleidet waren, dass ihnen sehr wohl nachgestellt wurde und sie angegrapscht wurden, auf den gleichen Partys.
Jetzt gibt es für mich zwei Erkkärungen: entweder haben meine Freundin und ich eine so unattraktive Gesamterscheinung gehabt, dass es weder Bauch noch die Beine rausreißen konnten oder wir waren einfach in den Augen potentieller Täter keine Opfer.
Diesen Sommer wäre ich jedoch beinahe zusammen mit einer anderen Frau Opfer von einem tätlichen Übergriff geworden.
Ich war verstrubelt, in verschwitzten Klamotten, völlig ungeschminkt.
Der Unterschied ist aber: er hat gemerkt, dass ich unsicher bin, Angst habe und unsicher (ich kannte mich nicht gut aus, dieUmgebung war einsam, war augenscheinlich müde, und bin seinem Blick mehrfach ausgewichen.
Die andere Frau war taubstumm.