Hallo ihr Lieben, liebe Uschi und lieber Dominique!
Es ist schön zu fühlen und zu lesen, daß mich einmal jemand vermisst.
Und es ist schön (auch wenn es vorher auch kein Problem war) Namen zu haben, zu netten Leuten, mit denen man sich unterhält.
Ich bin nicht verschollen. Nur heute ist *leide* Freitag und meine Kleine beginnt heute ihr Papawochenende. Da ist ja meist allerhand vorzubereiten. Tasche packen, Spielzeuge aussuchen, einkaufen zum Freitag ect.
Ich hoffe, ihr könnt meine Zeilen vor dem WE noch lesen, daß es nicht schon zu spät ist.

Zuerst einmal zu dir, liebe Uschi.
Beim Lesen deiner Zeilen hatte ich die gleichen Gedanken, die dir Dominique (werd wohl weiter bei Dom bleiben, ist kürzer...

) schon geschrieben hat.
Darf ich dir eine Frage stellen. Bitte beantworte sie nicht mir oder jemand anderem, sondern dir selbst.
Was erwünschst, erhoffst du dir für Gedanken bei deinem Ex (hab leider keinen Namen oder Kürzel...) bezüglich deiner selbst?
Hoffst du, er würde dich noch irgendwo lieben und kann/will es nur nicht äußern? Oder möchtest du (was sehr verständlich wäre) nie wissen, wenn er wirklich keine *partnerschaftlichen* Empfindungen mehr für dich hat?
Du hast geschrieben, daß du gewisse Reaktionen von ihm gern sehen würdest. Wie sollten sie aussehen? Wie sollte er sich dir gegenüber verhalten, außer das normale Verhältnis zu einer Kollegin?
Ich will jetzt keine Wunde aufreissen, aber mein Gefühl ist, daß er den optimalen Weg nutzt, um euch beiden, gerade weil ihr zusammen arbeitet, zumindest das berufliche Leben zu halten und zu sichern.
Leider ist es doch so, daß bei einer zerbrochenen Liebe am Arbeitsplatz oft auch die Arbeit leidet und einer dann gehen *muss*.
Die andere Sache mit dem Psychologen. Da musste ich ein wenig lächeln.
Du hast recht, der hört auch nur zu. Es solllte ja auch nicht sein, daß er Tips und Ratschläge verteilt. Er soll dir eigentlich nur bewußt machen, was in und um dir geschieht. Das du den Weg findest. Und es ist wohl so, daß man erst aufarbeiten muß, um den Weg zu sehen.
"Den Wald vor Bäumen nicht sehen." - sag ich mir dann immer.
Also erst mal grob ausdünnen und dann schauen...
Nun zu dir, lieber Dom!
Ich gebe zu, mir ist gestern dein Lebenslauf gar nicht bewußt geworden. Nun habe ich ihn jedenfalls gelesen und bin einerseits furchtbar erschrocken, auf der anderen Seite auch positiv beeindruckt, wie du dein/euer Leben bisher wirklich und wahrhaftig gemeistert hast.
Klar, ich bin noch um einige Jährchen jünger als du und deine Frau, und es klingt garantiert wieder total klischeehaft, was ich jetzt schreiben möchte. Einfach nur meine Gedanken. Keine Entschuldigungen, Erklärungen oder sonstiges.
Mein Empfinden ist (GENAU DAS war das Problem meines Exmannes), daß deine Frau vielleicht auf diesen gefürchteten Trip ist, etwas verpasst zu haben. Sie/ihr ward noch so jung (die gleicher Alterskonstellation wie mein Exmann und ich damals; 17 und 19) als ihr zusammen kamt. 3 wunderbare Kinder, schon sehr zeitig geboren, lassen sie heute vielleicht resümieren über das urpersönlichste Leben. Was hat sie gehabt an *Spaß*? Einfach nur *in den Tag hineinleben...*
Mein Exmann hatte vor mir noch keine feste Beziehung, wenn ich nicht sogar die erste s.uelle Erfahrung für ihn war.
Er blickt zurück und nach vorn und sagt sich: "Es gibt so viele Menschen/Frauen auf dieser Welt. Warum soll und darf ich keine davon näher kennenlernen? Ich will/MUSS erfahren, wie andere Leute sind. Auch im Bett."
So dumm es auch klingt, dieses Argument kann ich zum Teil nachvollziehen. Nicht, daß ich ihm verzeihe, aber es ist ein logisches Argument in meinen Augen.
Aus diesem Grunde hielt die Beziehung mit dieser anderen Frau auch nur so kurz.
Er ist von unserer festen Beziehung gleich in die nächste, feste, enge geflüchtet. Sprich, von einem Gefängnis ins nächste. Er brach auch dort aus.
Du schriebst, daß du so furchtbar erschrocken und überrascht warst von deinem emotionalen Fall letztens.
Wenn ich deine Geschichte vom Januar und Februar lese, hast du auch ungheuer schwer gelitten, gekämpft gehofft.
Ununterbrochen diese schmerzhaften Gefühle ertragen. Dann, ich weiß nicht wann, konntest du nach vorn blicken.
War es das erste *Loch* seitdem?
Welch ein Glück wir mit unseren Kindern haben, können wir nur erahnen. Dieses Glück, diese Liebe, dieser Sinn (meines) Lebens kann man mit Worten nicht ermessen.
Momentan fehlen mir die Worte. Ich möchte noch so viel sagen, fragen, lernen. Aber ich denke, ich werde sie ersteinmal ordnen und melde mich später noch einmal.
Ich wünsche euch ein wunderschönes, erholsames und möglichst glückliches Wochenende, mit hoffentlich endlich mehr Sonnenschein.
Viele liebe Grüße Nicole