U.K.
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mittlerweile sehe ich es auch so, dass ich von IHM (zur Zeit?) nicht viel erwarten kann. Ich versuche mich der Realität zu stellen und nichts wirklich zu erwarten. Die Hoffnungen bleiben, aber ich bin mir klar, dass es nur Hoffnungen sind. Wenn ich von nichts ausgehe, kann ich nur positiv überrascht werden. In diesem Sinne hast Du Recht - ich muss es mit einer gewissen Nüchternheit betrachten.
Es trifft mich jedoch immernoch jedes Mal wieder, wenn ich morgens in die Firma komme und er ist da. Allein bei der Registrierung seiner Gegenwart (auch wenn ich ihn noch nicht gesehen habe) spüre ich den Schmerz tief in mir. Und leider werde ich auch die Paraneuer nicht los, jedesmal wenn es klingelt Angst zu haben, dass SIE vor der Tür steht. Es sind lauter Kleinigkeiten, die es mir so schwer machen, Abstand für mich zu gewinnen, meine Gedanken nicht zu sehr ständig mit den unweigerlichen Fragen zu quälen. Gerade liegt z.B. SEINE Handyrechnung zum Buchen vor mir. Früher waren diese immer sehr niedrig, da er es fast nie an hatte und kaum telefoniert hat. Jetzt ist sie mind. so hoch wie meine eigene - und ich habe im Gegensatz zu ihm kein Festnetz! Und der Zeitraum ist ab der Zeit, in der wir schon so gut wie getrennt waren und er mich kaum oder garnicht angerufen hat. Ich weiss, es ist blöd, mich damit zu quälen, aber es überkommt mich einfach.
Bei Deiner momentanen Situation ist es unheimlich wichtig, dass Du Dir unabhängig von ihrer Entscheidung für Dich klarwirst, ob Du bereit für was neues bist. Es ist gut, dass Du das auch selbst so siehst. Ich weiss, es ist sehr schwer. Man muss bei solchen Entscheidungen eigentlich genau das außer Acht lassen, was einen am meisten belastet - die Emotionen. Die Sehnsucht nach Nähe, Geborgenheit, Liebe... kenne ich zu gut. Aber Du musst Dir nicht klarwerden, ob Du das willst, sondern ob Du es mit diesem einen Menschen erleben willst. Ob sie Dir so viel bedeutet, dass Du bereit bist, eine neue Beziehung einzugehen. Ich denke schon, dass Du das kannst. Denn nach all Deinen Ausführungen zu schließen, hast Du die Vergangenheit als solche abgeschlossen. Und das ist genau der Punkt, an dem die Wende kommt und eine neue Beziehung wieder in Betracht kommt. Sie scheint noch nicht so weit zu sein wie Du. Aber auch sie wird ihre Entscheidung treffen. Du musst ihr eben bis dahin Zeit geben und Dir in dieser Zeit klarwerden, ob Du eine Zukunft mit ihr möchtest.
Im Moment ist es sicher schwer, sie zu sehen. Ich erlebe es jeden Tag. Du siehst sie und sehnst Dich nach ihrer Nähe, kannst aber weder mit ihr darüber reden, noch von Dir aus die Nähe suchen. Ich kenne diesen Zwiespalt so gut. Auch ich überlege immer wieder, ob es nicht besser wäre, ihn eine Zeitlang nicht zu sehen um die Wunden nicht immer wieder aufzureißen. Aber ich suche trotzdem immer wieder seine Nähe. Ich erhalte auch nie Antworten, wenn ich ihm schreibe, und frage mich immer, ob er es übehaupt ließt, ober er Angst hat zu antworten, nicht weiß wie oder einfach nicht antworten will (warum?). Bei den wenigen Gesprächen heule ich immer und er weiß kaum etwas zu sagen. Das macht einen nur noch zusätzlich fertig. Ich denke aber auch, das Nicole irgendwie Recht hat, dass wir auf lange Sicht gesehen besser damit umgehen können, wenn wir uns damit auseinandersetzen und nicht davor *flüchten*. Angriff ist bekanntlich die beste Verteidigung. Vielleicht trifft das auch auf die Verarbeitungsphase zu.
Ich bin sicher, Du wirst die Antwort auf die Frage, was Du wirklich brauchst/willst/fühlst sicher finden. Gib Dir ein bißchen Zeit. Auch ich suche sie immernoch. Aber ich bekomme mit der Zeit immer mehr Erkenntnisse. Der Schmerz bleibt und ebenso die Gefühle für ihn, aber ich kann schon besser damit umgehen, wie noch vor zwei Wochen.
Das Problem mit der Provokation ist bei mir ähnlich wie bei Dir -ich möchte ihm nicht bewusst weh tun. Auch wenn er mir sehr weh getan hat und es immer noch tut. Ich liebe ihn und möchte nicht, dass er leidet. Mir tut es auch leid und stört mich irgendwie, wenn die anderen Kollegen wegen der ganzen Sache bzw. seinem Verhalten schlecht von ihm denken. Eigentlich sollte ich ja froh sein, dass sie auf meiner Seite sind, aber ich sehe ihn ja nicht als Gegner. Verstehst Du, was ich meine bzw. wie ich empfinde?
Wir werden den *Kampf* um unseren Seelenfrieden und unser Glück aufnehmen. Er ist sehr schwer, aber wenn wir lange genug durchhalten, werden wir gewinnen. Da bin ich mir mittlerweile ziemlich sicher. Ich zweifle im Moment nur manchmal daran, ob ich die Kraft habe, so lange durchzuhalten.
Liebe Grüsse
Uschi