Lieber Dom!
Es tut mir fürchterlich leid zu lesen, daß es dir momentan nicht so gut geht.
Es ist bei dir ja auch schon ein Weilchen her und ich habe die Befürchtungen, daß diese Löchger mich auch noch nicht ganz verschonen werden. Mit Sicherheit liegen noch einige vor mir.
Nur gebe ich mir jetzt Mühe sie zu umgehen, sie rechtzeitig zu erkennen. Nur wird mir das wahrscheinlich nicht immer gelingen.
Was tue ich, wenn es mich doch erwischt?
Was habe ich getan, wenn ich stürzte?
Das ist sehr schwer zu beantworten. Ich habe jeden Fall anders empfunden.
Gerade zur Anfangszeit haben meine Phasen der Hoffnungslosigkeit und der Tränen teilweise über Wochen hinweg angehalten.
Da habe ich des öfteren kein Licht mehr erblickt, habe mich manchmal sogar fastaufgegeben und mich in meinem Schmerz versteckt.
Ich WOLLTE NICHT, daß es aufhört. Ich sah es irgendwie als Beweis meiner Liebe.
Das war vermutlich der entscheidente Punkt, daß es dann zukünftig anders lief.
In diesen Zeiten habe ich mit Sicherheit viele Menschen vor den Kopf gestossen. Ich habe NIEMANDEN mehr an mich heran gelassen.
Heute kann ich verstehen, daß man sich nur selbst kaputt macht, wenn man versucht zu helfen und der andere will es pardou nicht annehmen. Man zieht sich dann zurück.
Ich war blind und wollte nicht sehen, was das Beste ist.
Trotzdem bin ich der Meinung ein gewisses Maß an Trauerarbeit muß sein. Ich hätte es vor mir selbst sonst als Flucht empfunden. Man/ich muß/te *abschließen. Und bis dahin muß man erst einmal den *Schlüssel* finden.
Die Vergangenheit holt einen sonst immer wieder ein.
(Ist das ein Grund, warum die meisten Beziehungen, die kurz nach einer Trennung begonnen wurden, so schnell wieder zerbrechen? Flucht vor den Tatsachen?)
Oh, Mann. Schon wieder so viele Fragen....
Eigentlich weiß ich nicht, ob ich länger bei Euch bleiben kann / soll. Ich habe meine Gefühle momentan nicht mehr im Griff. Oh! Wie ich das hasse! Das kommen Tränen hoch, man weiß nicht genau warum. Man fühlt sich so down, weiß aber auch nicht warum. Sehnsüchte quälen einem plötzlich, und man ist dem gegenüber machtlos... Nach soviel Zeit noch.... Lernt man denn nie, damit klarzukommen? Wie gehst Du mit solche Momente um? Hast Du für Dich ein Rezept gefundenJa, ich kenne das sehr gut.
Wenn du aber allerdings das Gefühl hast, erst einmal deine Ruhe zu brauchen, wäre wir die Letzten die dafür kein Verständnis hätten.
Urplötzlich, meist aus dem Kalten raus, erwischt es einen mit einer eisigen Umklammerung.
Habe ich ein Patentrezept?
Oh, schön wär es. (Ich glaub, da könnte ich Millionen mit verdienen ;))
Bei mir waren es allerdings weniger die Wochenenden speziell.
Es ist nicht festzumachen, welche Tage nun öfter betroffen waren.
Am schlimmsten empfand ich immer die Abende. Allein zu Hause zu sitzen, als einzigen Partner der Fernseher. Und du sagtest es schon, die Wände wissen auch schon alles und können keine Antwort geben.
Was habe ich in solchen Momenten getan? Zuallerserst habe ich mich intensiv mit meiner Tochter beschäftigt. Dann habe ich wirklich gesucht, was ich unternehmen kann. Und sei es mitten im Winter in die Eisdiele zu gehen. Nur raus hier und andere Gesichter sehen, sehen, daß man nicht allein in dieser Welt ist.
Tagebücher habe ich en mass geschrieben. Bestimmt 4 Stück in 2 Monaten. Aber fliehen konnte ich auch nicht. Ich habe es mir nur etwas erleichtert.
Ich wußte dann, die Phasen gehen auch wieder vorbei, daß ich es schaffe, wenn ich daran arbeite, aus dem Loch rauszukommen. Schon allein dieses WISSEN, dass ich es KANN hat mir oft geholfen.
Ich bin außer in den Anfängen eigentlich nie zu meinen Freunden gegangen um zu reden. Aus schon oft besagten Gründen habe ich alles in mich hinein gefressen und mir mir allein geregelt. Ob es gut so war?
Du machst dir noch so viele Gedanken über deine Freundin.
Ich finde dies schön. Du versteckst dich nicht hinter deiner gescheiterten Ehe, sondern denkst an SIE.
Ich glaube es nicht, daß du zu fest geklammert hast. Es wird vermutlich wirklich so gewesen sein, wie bei mir damals. Ich habe Angst vor meinen EIGENEN Gefühlen bekommen. Angst, sie nicht kontrollieren zu können und mich gleich wieder zu verlieren. Meine Stärke hätte noch nicht ausgereicht, mich zu schützen und *realistisch* in diese Sache zu investieren.
Es war alles in diesen Momenten rein emotional abgelaufen. Gerade die besonders schöne intensive Zeit. Mein Verstand und Kopf waren auch da voll ausgeschalten.
Irgendwann vergleicht man und sieht: Oha! Das will ich nicht. NIE WIEDER WILL ICH ERLEBEN, dass Herz und Verstand nicht miteinander arbeiten. Egal, ob positiv oder negativ.
Meine ehrliche Meinung? Diese Einstellung fnde ich sehr gut.
Nichts gegen Emotionene. Aber man sollte für alles was man tut auch gerade stehen können.
Damals konnte ich die Konsequenzen noch nicht abschätzen und das hat mir Angst gemacht.
Diese Erkenntnis traf mich wie ein Schlag von hinten, als wir uns gegenseitig das erste mal einander *hingaben*.
Ich spürte von seiner Seite diese positiven Gefühle mir gegenüber, diese Emotionen und antwortete innerlich darauf. Erwiderte diese Gefühle.
DAS hat mir Angst gemacht. Das ich darauf positiv reagierte und habe mir scheinbar irgendwie eigeredet, DASS darf noch nicht sein. Es lief mir aus der Kontrolle. Es war zu viel, zu intensiv.
Obwohl, oder gerade, weil es so PERFEKT war.
Mein Comouterkurs. Ja, es macht mir irre viel spaß. Auch privat arbeite ich viel am und mit dem PC. Allerdings immer eher im *Heimgebrauch*.
Es ist eine Umschulung, also mit einem anerkannten IHK-Abschluß. Dies ist mir sehr wichtig.
Ich komme ja ursprünglich aus dem Bauwesen. Habe Bautechnik studiert. Nur wie die Baubranche aussieht, wird wohl jeder wissen...

Klingt vielleicht unverständlich, aber noch größer ist meine Freude und der Spaß mit meinen Kollegen und Dozenten. MENSCHEN. Ich bekomme Antworten auf meine Fragen, Reaktionen... Ich kann es schwer beschreiben.
So, mir ist jetzt nach heulen zumute. Werde ich wohl auch tun, es hilft mich weiter und erleichtert die Seele. Musik von Xavier Naidoo, die Hoffnung... lassen wir das lieber.
Tu dies, wenn es dir hilft. Auch ich, jeder hier wird Massen an Tränen gelassen haben. Es wird wohl nicht umsonst gesagt, es reinigt die Seele und klärt den Blick.
Ich habe leider in manchen Situationen anders, unkontrolliert reagiert.
Ich habe mit mir selbst gehadert und habe sogar eimal mein eigenes Bett verprügelt. So sehr, daß die Kissen geplatzt sind und die Federn flogen.
Danach ging es mir bedeutend besser und ich musste sogar lachen.
Heute nun, wenn ich diese *Aggression* spüre schnappe ich mir meine Laufschuhe und geh eine Stunde joggen.
Wenn ich depressiv werde gönne ich mir eine Runde Extra-Sonne im Solarium. Auch das hilft mir. Wärme, Licht und schöne Urlaubsmusik. ;)
Reden? Reden tue ich nun hier. Und es befreit mich. Mit jeder Zeile mehr habe ich das Gefühl der Druck, der auf mir lastet, wird kleiner.
Apropos Last.
Glaub mir. Meine Last ist nicht zu schwer für mich. Sonst wäre ich schon zerbrochen.
Ich bin nicht so schwach, wie ich selbst immer glaubte.
Es ist was dran: GETEILTES LEID IST HALBES LEID
Wenn du also weiterhin das Bedürfnis hast, den Wunsch, so werden wir hier für dich da sein.
WIR SIND ALLE STÄRKER ALS WIR SELBST GLAUBEN WOLLEN.
Auch ich denke an Uschi und hoffe sehr, daß sie heute Abend mit erhobenem Haupte nach Hause gehen wird.
Sie wird es auch schaffen. Sie ist stark, nur gibt sie es vor sich selbst noch nicht zu.
So, lieber Dom!
Es ist wieder ein Riesen Stück Arbeit bis hierher geworden.
Ich wünsche dir noch einen wunderschönen und hoffentlich emotional besseren Samstag. Genieß die Sonne, fahr Rad oder Motorrad, so du eins hast.
Gönn dir ein Eis. Schokolade soll auch gut sein für die Seele. Nur die mag ich nicht besonders....

Ich geh nun mit meiner Süßen zu einem Kindergeburtstag. Das ist immer sehr *lustig*.
Ich wünsche dir was und denke an Dich!
Viele liebe Grüße Nicole