Zitat:Die sozialen Regeln der Gesellschaft wie Respekt, Höflichkeit und Integrität bleiben von Bestand. Sie KENNT sie auch. Stell' Dir mal vor, Du wärst ihr ein Mal so gekommen, wie sie Dir.
Auch ein neuer Gedanke. Hätte ich einmal gesagt, dass sie nicht mein Typ ist, dass ihr Körper zwar okay, aber der Rest 'ne Katastrophe ist (übertrieben gesagt, aber es ging in die Richtung) oder auch ihr so eindeutig gesagt hätte, dass sie sich verpissen soll, dann wär's wohl schnell vorbei gewesen. Oder wenn ich mich an ihre Freundinnen rangeschmissen hätte. Denn auch das gab es bei mir.
Zitat:Es ist überflüssig generell andere verstehen zu müssen. Du musst mit deinem Umfeld zu Recht kommen können, es akzeptieren, wie andere sind.
Ob alles hinnehmbar ist, ist dann eine andere Frage.
Völlig richtig, aber es zieht mir trotzdem den Boden unter den Füßen weg, wenn man dachte, dass man doch eine gewisse Wertigkeit hatte, investiert hat und sich schlicht Mühe gegeben hat. Ich meine, klar wusste ich, dass es am Ende des Tages Mist wird, aber man gibt sich eben gerne der Illusion hin, dass es "anders" werden könnte. Das Gute ist, und das weiß ich inzwischen auch, dass man aus sowas nur Lehren ziehen kann.
Zitat:was sagt denn dein Kopf, wenn er nicht schweigt?
Kannst Du dich selbst beruhigen?
Kannst Du mit deinem Leben wie es ist gut leben?
Bist Du zufrieden mit Dir? Magst Du dich selbst?
Setzt Du dich gerade selbst sehr stark unter Erfolgsdruck?
Läufst Du vor etwas in deinem Leben oder deiner Vergangenheit weg?
Siehst Du dich heute als "Jemanden" oder musst Du noch "Jemand" werden?
Ich versuch's mal wieder spontan und ehrlich zu beantworten, so, wie es aktuell ist. Auch wenn sich das relativ häufig ändert. Ich nutze hier wie auch bei den Fällen mal wieder die dritte Person, weil ich ja eigentlich "logisch" weiß, dass es anders ist und ich auch weiß, welchen Weh ich im Grunde genommen zu gehen habe.
Der Kopf schweigt quasi nie. Momentan ist es entweder so, dass er nach Lösungen für "das Problem" sucht. Das spinnt sich so zusammen, dass ich diverse Möglichkeiten durchgehe, von dem Punkt ihr noch eine Nachricht zu senden. Diese könnte entweder eine weitere Entschuldigung beinhalten oder die Tatsache, wie enttäuschend es ist, nach all der gemeinsamen Zeit nicht mal mehr eine Antwort zu erhalten. Der andere Fall sind die klaren Momente. Die kommen meistens am Abend. Dann bin ich auch emotional voll bei euch, weiß, dass ich den Kontakt cutten muss und sehe auch wieder mich selbst mit meinen Werten und Zielen.
Beruhigen kann ich mich in zweiterer Situation - ja. Auch in ersterer hab' ich inzwischen genug Selbstkontrolle. Ich geh dann meistens einfach raus, treffe mich mit Freunden und gehe einfach spazieren. Das Training habe ich erstmal unterbrochen, weil ich mich dabei momentan nicht wohl fühle und einfach etwas Ruhe davon brauche.
Mit meinem Leben kann ich gut leben. Ich bin auch weitestgehend zufrieden mit mir, mit dem was ich erreicht habe. Ich denke auch, dass ich anderen ein Vorbild in vielerlei Hinsicht sein kann und ich weiß, dass ich ehrgeizig bin. Ich weiß, dass ich alles schaffen und erreichen kann, was ich mir vornehme. Was mich zweifeln lässt ist eben genau das Thema Beziehungen. Ich sehe da momentan keinen gesunden "inneren" Umgang damit. Ich denke, dass ich aufgrund meiner Ex und eben auch dieser Affäre ein massives Problem entwickelt habe, Vertrauen aufzubauen. Fühle mich auch, beziehungstechnisch relativ "wertlos" - vllt. ist auch unzulänglich das Bessere Wort. Oder unattraktiv. Ich sehe da sehr schnell Konkurrenz und entwickle schnell Eifersucht oder zumindest Zweifel.
Dass ich weglaufe, glaube ich nicht. Ich denke, ich habe mich in den letzten Jahren sehr vielen Defiziten gestellt und bin auch immer dran, an mir zu arbeiten. Bei der Vergangenheit bin ich mir unsicher. Ich gebe einfach nicht viel auf die Vergangenheit, denke nicht oft daran. Versuche im Moment das Beste für die Zukunft zu tun. Ich hänge nur zu sehr an solchen Menschen und Situationen und bin da extrem perfektionistisch, was meinen eigenen Umgang anbelangt. Ich glaube wohl irgendwo, dass ich hier versagt habe. Zumindest fühlt es sich oftmals so an.
Zitat:UND glaubst Du ernsthaft, Du bist der 1., der versucht sie zu "retten" oder ihr zu helfen?
Du überschätzt deine Fähigkeiten und deine Relevanz in ihrem Leben.
Sie will momentan keine Hilfe.
Nein, das hat B sicherlich auch. Und womöglich auch andere. Beim Rest hast du Recht. Ich hab das tatsächlich überschätzt. Und genau das ist es, was mich zur Zeit auch irgendwo "enttäuscht". Wobei das Ende einer "Täuschung" ja auch gut ist, wie ich mittlerweile realisiere.

Zitat:Weil Du kein Wattebausch warst wurde sie sauer. Selbstkontrolle = 0 in ihrem Alter ist ein Defizit. Kinder mit Wutanfall in der Trotzphase DARF man nicht unterstützen. Da kommt nichts Gutes raus.
Wenn im Kleinen Absprachen schon nicht eingehalten werden und Du das schluckst, wo soll das dann im Großen hinführen?
Auch hier hast du ohne Zweifel Recht. Ich habe im Endeffekt das eingehalten, was ich seit Monaten schon ankündige. Die Sache zu beenden, wenn A im Spiel ist. Und ich habe mir die respektlose Behandlung nicht gefallen lassen. Das ist gut. Aber
er entgegnet halt trotz allem ihre Aufgewühltheit und vor Allem die Tatsache, dass ich am gleichen Abend vor dem Drama gesagt habe, dass ich sie nicht verlassen werde und trotzdem gegangen bin. Und versprochen habe, dass ich sie nicht verletzen werde, was ich letzten Endes ja dann doch getan habe. Diese Inkonsequenz in meinem Reden und späteren Handeln macht mich fertig. Auch wenn die Handlung selbst wohl völlig richtig war. Verstehst du, was ich meine?
Zitat:Vielleicht hättest Du auch gerne noch eine kl. Entschuldigung von ihr. Wird nicht kommen.
Hast Du vielleicht was in ihr erkannt, was Du früher auch hattest als Problem?
Was Du damals nicht lösen konntest und heute gerne wieder gutgemacht hättest bei jemand anderem?
Die Entschuldigung kam ja tatsächlich am gleichen Abend noch. Als ich dann versöhnlich darauf einging, brach sie mehr oder weniger den Kontakt ab. Das ist es, was ich nicht verstehen kann. Es hat sich hier komplett gedreht und ich frag mich, was da im Kopf vorgeht.
Nein, ich glaube nicht, dass sie mich an mich selbst erinnert. Ich hatte andere Probleme. Ich denke eher, dass das Ganze so eine Art Helferinstinkt war und eben der Fakt, dass ich sie wollte. Sexuell sowieso, das wusste sie ja auch. Aber auch emotional irgendwo. Ich wollte sie nicht als feste Freundin, weil ich von Anfang an zu viele roten Flaggen gesehen hatte. Aber sie war mir eben auch nicht egal, ihr Befinden hat mich irgendwie... berührt. Ich wollte eine Art der Beziehung, die es "nicht gibt". Klingt wirr, aber das trifft es wohl am ehesten.
Zitat:Kannst Du allgemein verlieren? Mit eigenem Scheitern umgehen? Oder kommt dann der Sermon an Selbstvorwürfen, Selbstbestrafung und das Fazit, dass Du jetzt weniger Wert bist?
Unterbewusst kommt der sicher. Ich habe 'nen recht hohen Anspruch an mich. Ich sag mir dann nicht bewusst, dass ich nichts wert bin oder dergleichen - beschäftige mich ja auch sehr viel mit der Psychologie dahinter. Aber ich denke, unterbewusst verurteile ich mich schon.
Zitat:Ich denke Du kriegst die Kurve.
Find' ich gut, dass Du dir eine Einschätzung vom Profi holst.
Inzwischen denke ich das auch. Auch das, was @Offspring78 schon sagte, dass die ganze Sache eine Chance ist, an mir zu arbeiten, sehe ich inzwischen ziemlich deutlich.
Zitat:Anständiges nörgeln klappt am besten im Gespräch. Hingebungsvoll, mit mehr Emotion und viiiiiiel mehr Worten.
Falls Du das auch noch perfektionieren möchtest... *Hihihihihihihihihihihihih!*
Ich denke ich fang erstmal bei den aktuell präsenteren Baustellen an, aber auch hier werd ich nächstes mal an deine Worte denken.
Auf jeden Fall vielen Dank für deine Mühe. Und auch die der Anderen. Der Austausch hier ist wirklich Gold wert.
