lampe10
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vor einem halben Jahr habe ich sie (25) kennengelernt. Recht zurückhaltend, verschlossen und introvertiert, ähnlich wie ich. Wir hatten viele Gemeinsamkeiten wie z.B. Lebensstil, Hobbys, Essen, Kinderwunsch (in entfernter Zukunft).
Sie hat bisher nur schlechte Erfahrungen mit betrügenden Männern gemacht. Es waren aber nur kurze Kennenlernphasen. Ihre letzte Kennenlernphase war schon gut 2 Jahre her. Sie sagte, dass sie deswegen eine gewisse emotionale Mauer aufgebaut hat.
Bei unseren Treffen kam die Initiative meist von mir. Ich habe öfter nach Treffen gefragt als sie. Ich habe den ersten Kuss initiiert. Kuscheln ging auch meist von mir aus. Zu "mehr" kam es nicht, da ich wenigstens hier ein bisschen Initiative von ihr erhofft habe. Generell hatte ich ständig das Gefühl, dass sie ihrem Hund und auch ihrer Mutter mehr Aufmerksamkeit schenkt als mir. Irgendwann fing auch ich an ein bisschen passiver zu werden, weil ich mich blöd dabei gefühlt habe, ständig nach Nähe zu suchen, während von ihrer Seite wenig kommt.
Unsere Treffen waren meist recht langweilig. Spazieren, was Kochen, Fernsehen, Kuscheln. Manchmal in die Stadt und ins Restaurant. Wir sind auch mal für paar Tage weggefahren, war schön. Auf Gefühlsebene immer sehr nüchtern statt liebestrunken. Bisher kannte ich nur liebestrunkene Kennenlernphasen mit denen ich keine guten Erfahrungen gemacht habe, deshalb fand ich es ganz gut, dass es nüchterner war.
Obwohl sie eher distanziert war, suchte sie nach Bestätigung. Wo wir stehen würden, ob sie mein Typ ist, usw. Ihr war es auch wichtig, dass ich ihre Familie und Freunde kennenlerne.
Als alle "Highlights" (Familie kennenlernen, Sicherheit geben, usw.) durch waren, ist es zwischen uns beiden noch mal mehr abgekühlt. Unsere wöchentlichen Treffen an den Wochenenden haben sich (auch für mich) wie Pflichtveranstaltungen angefühlt.
Vor einer Woche wollte sie mit mir reden. Es ging darum, dass es sich zwischen uns eher freundschaftlich anfühlt und sie sich Sorgen macht, dass es so bleibt. Wir haben einige Stunden geredet und ausgemacht, dass wir uns mehr emotional öffnen sollten. Wir haben uns gesagt, dass wir uns Zeit geben wollen und dass ich an unsere Beziehung glaubt. Sie hat die Tage danach gefragt, ob ich an diesem Wochenende mit ihrer Familie essen gehen will und das nachfolgende Wochenende mit ihren Freunden was unternehmen will. Ich habe mich gefreut und zugesagt. Da wir schon vor einigen Wochen über einen gemeinsamen Urlaub gesprochen haben, haben wir auch noch einen möglichen Urlaubstermin festgelegt.
Gestern fragte ich sie wann ich zu ihr fahren solle, schrieb sie mir dann plötzlich, dass sie wieder merkt, dass sie sich von mir zurückzieht bzw. die Anziehung fehlt. Darauf hat sie es mit uns beendet.
Ich verstehe nicht, wie man innerhalb von einer Woche so viele Pläne schmiedet, um am Ende der Woche festzustellen, dass man sich trennen will.
Wie geht man mit sowas um, ohne Vertrauensängste zu entwickeln? Es ist nicht das erste Mal, dass mir sowas beim Dating passiert. Aber meistens hatte ich es schon kommen sehen, da diese Personen innerlich viel Chaos hatten. Bei ihr hatte ich ein ganz anderes Gefühl, da sie sehr selbstreflektiert und rational wirkte.