Oh ja, der tolle Wochenendelternteil, tolle Ausflüge, tolle Geschenke, Mc Pomm und Co. In der Beziehungen sind alle Verlasser(innen) gleich. Das schlechte Gewissen gegenüber dem Kind mit Dingen beruhigen wollen, die oftmals nur gegen die bisherigen Regeln gehen und häufig schaden.
Leider kann man reden und wütend sein wie man will. Dann kommen eben heimliche Aktionen und die Kinder werden zum Lügen angestiftet.
Der Erzeuger meiner Kinder, schenkt gerne mal Handys mit Flat in allen Bereichen (obwohl er selbst, den beiden größeren Handys erst ab 14 gestatten wollte, dann auch nur die Version Nottelefon), oder es werden Games ab 18 bestellt. Ach da, war doch die Vereinbarung keine Kriegsspiele für die Kinder usw. Oder die Regeln, Ersatz nicht einfach so, wenn das Kind etwas verbummelt/zerstört usw. hat. Alles ausgehebelt. Sie erleben ein wahres Füllhorn.
Ich tröste mich damit, das meine Erziehung trotzdem Wurzeln geschlagen hat. Sie fragen jetzt öfter mal, wie es sein kann, das sie häufig keinen/wenig Unterhalt bekommen, der Verantwortliche aber mehrere Handys hat und mehrfach in den Urlaub fährt, obwohl angeblich kein Geld vorhanden ist.
Auch wenn der Familie ein Teil fehlt, sind wir doch jetzt mehr Familie als zuvor. Ich habe neue Rituale geschaffen, wir kochen zusammen, wir hatten regelmäßige Spieleabende mit Gesellschaftsspielen, Fahrradausflüge mit Wettradeln(gab es vorher nie, weil er lieber spazieren geht), spontan Picknick am See mit Mc Pom, Planschparty mit Schlacht um die Luftmatratze am See wenn alle Familien brav zuhause Abendessen, Zelten im Wohnzimmer oder zumindest eine großes Luftmatratzenlager auf dem alle schliefen. Kissenschlachten jeder gegen jeden .....
Ja, und auch so lästige Pflichten wie Haushalt pflegen werden gemeinsam bei Musik gemacht. Jeder hat eine Aufgabe, zwischendurch wird dann auch mal mit dem Besen getanzt oder die Sprühflasche zum Micro.
Wo früher Entscheidungen nur unter den Eltern getroffen wurden, halten wir heute Familienrat. Wo ich früher mit meinem Partner zusammen angepackt hätte, packe ich heute mit den Kindern zusammen an. Möbeln aufbauen, Zimmer streichen, Reparaturen, Einkauf hochtragen und verräumen usw. immer ist mindestens ein Kind dabei. Untereinander sind sie viel hilfsbereiter als früher. Auch was Probleme angeht, teilen sie jetzt viel mehr untereinander und mit mir.
So haben wir doch eine Menge gewonnen. Die Bindung ist heute viel stärker und auch schöner.