Zitat von Urmel_:Ich wollte noch was zur aktuellen Situation sagen.
Die Dame trennt sich.
Die Dame will räumliche Trennung.
Die Dame will ihre Ruhe.
Die Dame will doch nicht, dass sich räumlich getrennt wird.
Die Dame will mehr Aufmerksamkeit.
Lieber TE, vielleicht war Dir dies bislang nicht so klar, aber die Frau ist auch mit Ring und Kind die Frau, wie sie zu Anfang eurer Zeit war. Mit allen Bedürfnissen und allen Fehlern. Nur weil da ein Ring/Kind ist, brauchst Du nicht glauben, dass aus einem emotionalen Wesen ein rationaler Mensch wird, der auf Basis von rationalen Abwägungen Entscheidungen trifft.
Für Frauen sind Emotionen Wahrheit.
Ja, genau darum geht es, um die Emotionen! Ich weiß gar nicht, wie Du darauf kommst, dass ich sie nicht als emotionales Wesen sehe. Das habe ich, glaube ich , in keinem meiner Beiträge thematisiert.
Ich muss da vielleicht mal etwas weiter ausholen: Wir sind seit gut 15Jahren zusammen. Die ersten 3-4 Jahre waren bei uns die Verliebtheitssphase, die, wenn es nach ihr ginge, aber niemals aufgehört hätte...
Ich war es, der immer mehr in den Alltagstrott geriet und bisweilen etwas genervt auf ihre Liebesbezeugungen reagiert hat. Aber das war noch kein sooo großes Problem.
Wir waren uns nach wie vor der Liebe des jeweils anderen sicher. Diese Phase dauerte so ca. weitere 5-7 Jahre.
Dann kam es immer öfter vor, dass sie mich davor gewarnt hat, dass es dazu kommt und ihre Liebe zu mir schwindet.
Das hab ich leider nicht ernst genug genommen.
In den letzten 3 Jahren hat das Ganze dann durch einen anderen Einfluss eine Eigendynamik angenommen, die dann nicht mehr aufzuhalten war.
Sie begann neben dem Beruf (selbständige Steuerfachwirtin) noch die Ausbildung zum Steuerberater.
Damit war sie nicht nur rund um die Uhr beschäftigt, es hat sie auch nervlich stark belastet, zumal sie trotzdem noch auch einen Teil der häuslichen Pflichten übernahm (nicht weil siemusste, sie wollte das).
Als wir in diesen Jahren in den Urlaub fuhren, war das halbe Auto mit Büchern und Ordnern beladen.
Sie musste tatsächlich bis auf wenige Stunden auch hier durchackern.
Sowas ist auf Dauer natürlich für den Partner nicht besonder attraktiv und die Intimität nahm immer weiter ab, ohne das mich das gestört hätte.
Ich habe mir immer gesagt: Irgendwann ist es überstanden. Für mich unmerklich, wurde ich in dieser Zeit aber teilweise schroffer und kälter zu ihr.
Irgendwann war es dann soweit, sie hatte die Prüfungen alle erfolgreich hinter sich gebracht und wir dachten über zukünftige gemeinsame Unternehmungen nach. Nur dazu kam es dann nicht. Sie hatte in Ihrer Firma so viel Stress, dass es fast so war ,wie während der 2 Jahre zuvor. Dann hat auch noch ihre wichtigste Mitarbeiterin gekündigt und sie hat keinen Ersatz bekommen.
Das ging dann soweit, dass sie tatsächlich ihre Firma aufgeben musste und sich mit Ihren Mandanten in eine große Steuerkanzlei "eingekauft" hat. Dort war sie dann auch gleich voll eingespannt und die Arbeitszeiten waren fast wie vorher.
Na ja, und wenn wir dann mal zusammen waren, kam es dann immer öfter, wegen Kleinigkeiten zum Streit.
Das ging jetzt seit August letzten Jahres + 2 einhalb Jahre vorher die Weiterbildung + 5-7 Jahre vorher Alltagstrott.
Für mich war das nicht so schlimm, ich halte das aus, aber sie ist eben die Emotionalere.
Es gab Szenen, meist spät abends im Bett, da fing sie an zu weinen vor lauter Stress und Selbstzweifel, ob sie das alles schafft. Und ich habe es nicht fertiggebracht, sie dann mal in den Arm zu nehmen, weil ich müde war und schlafen wollte.
Vielleicht ist das sogar teilweise verständlich, denn für mich war diese Zeit natürlich auch nicht schön und es hat mich bisweilen halt ganz schön genervt. Aber aus ihrer Sicht, war das natürlich der SUPER-GAU! Dein Partner nimmt dich nicht mal in den Arm, wenn es dir dreckig geht!
Aber selbst da war sie noch nicht voll auf Trennungskurs.
Na ja und ich denke, dass sie jetzt, auch bedingt durch den neuen Job und die neuen Kollegen, ins Grübeln kam, ob es das ist, was sie in den nächsten Jahren haben möchte, oder ob sie auf eine andere Weise glücklich werden kann. Und da sich zwischen uns nicht viel verändert hat und ich sie immer wieder mit Kleinigkeiten emotional verletzt habe, ohne dass es mir in dem Ausmaß bewusst war, ist sie irgendwann an dem Punkt gewesen, wo der Wunsch nach Glück den letzten Funken Liebe zu mir erstickt hat.
Meine Güte! Was für ein Text...Aber ich denke: Ja, so musses gewesen sein.