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Wie mit dem allein sein umgehen?

Rheinfee

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Hallo! Wie einige aus meinem anderen Thread ja wissen ist meine Ehe letztes Jahr zerbrochen. Noch wohnen wir aber zusammen, es ist wie früher nur eben ohne Liebe, Nähe und S.. Wir kochen weiter gemeinsam, gehen zusammen Einkaufen, machen weiter alles zusammen. Aber in 3 Wochen zieht er in seine eigene Wohnung und dann wird auch das verbliebene "gemeinsame" miteinander enden. Ich habe unglaublich Panik vor dem allein sein. Davor das abends keiner mehr zum reden da ist. Wir haben uns in den 15 Jahren jeden Tag gesehen oder gehört und das wird in 3 Wochen enden. Der Gedanke das er nie wieder da sein wird wenn ich nach Hause komme löst bei mir Panik aus, gerade weil wir uns ja jetzt trotzdem weiter täglich gesehen haben. Hat jemand damit Efahrungen gemacht? Wie geht man mit diesem Verlust um? Mit der Leere, der Einsamkeit? Ich bin nicht der Typ der viele Freunde hat und viel unterwegs ist, mein Mann war immer mein Lebensmittelpunkt.

08.02.2021 10:53 • x 3 #1


monchichi_82

monchichi_82


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Ist man alleine ist es von Vorteil wenn man sich einen großen Freundes- und Bekanntenkreis aufbaut, viel rausgeht und unternimmt. Einen Partner zum Lebensmittelpunkt zu machen ist nie gut. Man braucht was eigenes.

08.02.2021 11:00 • x 5 #2



Wie mit dem allein sein umgehen?

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DieFrau

DieFrau


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Liebe Rheinfee, die Zeit, die bevorsteht wird nicht einfach sein. Vielleicht kannst du versuchen es objektiv zu sehen:

Wenn er weggeht, wirst du dich in einer neuen Situation befinden. Das bedeutet, dass das alte und bekannte verschwindet. Unser Körper reagiert nicht gut auf solche Situationen. Er mag keine Veränderung und tut alles um uns in das Alte zurückzuholen. Also wirst du wahrscheinlich Ängste haben, dich unwohl fühlen, Panik bekommen, nicht schlafen können. Sei dir im Klaren, dass dies eine Umgewöhnung ist und dass sie natürlich ein Ende hat. Ihr zwei habt euch entschieden, dass ihr unterschiedliche Wege geht. Auf dich wartet ein freies Leben auf der anderen Seite der Brücke. Mach dir bewusst, dass die Phase auch auf physischem Niveau geschieht und immer wenn du Panik bekommst, sag dir selbst " Es ist alles ok, das ist mein Körper, das bin ich nicht, ich bin sicher und gesund".

Viel Kraft wünsche ich dir!

08.02.2021 11:01 • x 7 #3


Nostraventjo


Dann wird es Zeit neue Leute kennen zu lernen und neue Hobbys! Oder Alte wieder aufflammen zu lassen.

Ich stelle es mir schlimm vor, noch so zusammen zu leben. Da hat man doch als Verlassener immer noch Hoffnung und kann gar nicht richtig abschliessen.

Darauf muss ich mich auch schon vorbereiten wobei wir die Möglichkeit einer räumlichen Trennung anhand von Etagen haben.

08.02.2021 11:02 • x 1 #4


Rheinfee


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Es ist viel Gewohnheit und das macht mir Angst. Auch trotz getrennt war man ja füreinander da, auf freundschaftlicher Basis. Und das jetzt rauszubekommen wird schwer. Ich bin ein introvertierter Typ, meine Hobbys waren unsere Hobbys. Meine Freunde leben weit weg, hier habe ich wenige und grade mit Corona echt schwer neue Freunde zu finden, da war ich aber auch vorher nicht der Mensch für. Auf Menschen zugehen: total schwierig. Was für mi h alleine machen? Hab ich 15 Jahre lang nicht, muss ich lernen ( habe bereits eine Therapie angefangen letztes Jahr). Aber allein der Gedanke: heimkommen und es ist keiner da löst Angst aus die sich körperlich stark zeigt

08.02.2021 11:10 • #5


Maximilian21

Maximilian21


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Hallo @Rheinfee , ich war auch viele jahre nicht alleine, 9 Jahre feste Beziehung, davon 6 Jahre zusammen gelebt, vorher bei den Eltern. Nun kam die Trennung , ich zog vorrübergehend zu meinen Eltern, lernte parrellel eine Frau kennen, die mich sehr aufbaute, während ich mir eine eigene Wohnung herrichtete.

Leider wurde aus dieser Bekanntschaft nichts, also kamen bei mir erneute Trennung, beruflicher Stress, Corona und die erste eigene Wohnung (allein) zusammen. Ich fiel in ein tiefes Loch, das war tatsächlich letzte Woche erst, der Tiefpunkt meines Lebens - ungelogen.

Was half mir, auch wenn es ein täglicher Kampf ist? Ich nehme mir Dinge vor. Ich habe auch keinen riesen Bekanntenkreis, obwohl ich sehr gesellig bin, aber die wenigen sehr guten Freunde lade ich nach und nach in meine neue Wohnung ein. Dazu lese ich viel, mache mir dafür täglich Termine, meditiere und schreibe mir täglich Erledigungen auf. Küche putzen, Bett beziehen, ein ausgedehnter Spaziergang. Es baut mich Abends auf, wenn ich Haken um Haken setze, versuch es doch einfach mal, das sind echte Erfolgserlebnisse.

Menschen kennenlernen ist aktuell natürlich schwierig, das würde ich auf den Frühling verschieben. Buchclub, politisch aktiv werden, Häkeln, sozial engagieren, Freiwilligendienst usw.. wird es bei Dir sicher auch geben.

Übrigens, zur Therapie gehen ist ein toller, wichtiger und richtiger Schritt.

08.02.2021 11:14 • x 6 #6


Nostraventjo


Ich finde es immer schwierig wenn man mit dem Partner alles teilt und nichts für sich hat. Sich aus so eine Symbiose zu lösen ist dann immer besonders schwierig.

Trotz alledem brauchst du doch Stunden Partner nicht unbedingt für die Hobbys oder du suchst dir neue.

08.02.2021 11:14 • x 2 #7


Butterblume63


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Liebe Rheinfee!
Versuche dem Ganzen was positives abzugewinnen. Du hast dann Zeit Hobbys zu entdecken die du schon immer gerne mal ausprobiert hättest und nur aus Rücksicht auf deinen Mann unterlassen hast.
Und es ist nie gut,dass Mann und / oder Kinder zum Lebensmittelpunkt werden. Sie begleiten einem im Leben und trotzdem ist wichtig bei sich selbst zu bleiben.
Gut die Zeiten sind schwierigsten aber sie werden wieder besser. Trete einen Klub bei,mache einen Tanzkurs usw.
Das Leben ist schön lerne es zu genießen

08.02.2021 11:15 • x 2 #8


Rheinfee


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Zitat von Nostraventjo:
Ich finde es immer schwierig wenn man mit dem Partner alles teilt und nichts für sich hat. Sich aus so eine Symbiose zu lösen ist dann immer besonders schwierig. Trotz alledem brauchst du doch Stunden Partner nicht unbedingt für die Hobbys oder du suchst dir neue.

Das klingt so einfach- aber das ist es nicht. Wir waren ja nicht nur Ehepartner sondern auch beste Freunde. Und meinen Besten Freund zu verlieren tut mir gerade am meisten weh. Das gemeinsame Lachen und rumblödeln, gemeinsame Ausflüge etc... Das was man halt mit Freunden macht.

08.02.2021 11:28 • x 2 #9


Schlurfi2020


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Zitat von Rheinfee:
Hallo! Wie einige aus meinem anderen Thread ja wissen ist meine Ehe letztes Jahr zerbrochen. Noch wohnen wir aber zusammen, es ist wie früher nur eben ohne Liebe, Nähe und S.. Wir kochen weiter gemeinsam, gehen zusammen Einkaufen, machen weiter alles zusammen. Aber in 3 Wochen zieht ...


Och Rheinfee!

Ich bin seit über 20 Jahren alleine und möchte es gar nicht mehr anders haben. Es ist alles eine Frage der Gewöhnung, so wie Du es jetzt (noch) gewohnt bist, jeden Tag den Mann zu erleben, so wirst Du Dich darauf einstellen, auch alleine zu leben.

Am Anfang solltest Du, wenn es schlimm wird, versuchen, eigene Wege zu gehen, neue Bekanntschaften etc machen, neue Hobbies. Eben alle Dinge, die Dir das Entfernen des ehemaligen geliebten Partner erleichtern. Der Rest kommt dann von alleine.

08.02.2021 11:32 • x 3 #10


Nostraventjo


Zitat von Rheinfee:
Das klingt so einfach- aber das ist es nicht. Wir waren ja nicht nur Ehepartner sondern auch beste Freunde. Und meinen Besten Freund zu verlieren tut mir gerade am meisten weh. Das gemeinsame Lachen und rumblödeln, gemeinsame Ausflüge etc... Das was man halt mit Freunden macht.


Ich verstehe dich da total.

08.02.2021 11:35 • #11


monchichi_82

monchichi_82


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Zitat von Rheinfee:
Und meinen Besten Freund zu verlieren tut mir gerade am meisten weh.

Sieht er das auch so?

08.02.2021 11:42 • x 1 #12


Rheinfee


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Zitat von monchichi_82:
Sieht er das auch so?


Ja! Das macht es ja grade so schlimm. Er ist weiter total lieb und bemüht, kocht mir mein Lieblingsessen, geht weiter mit mir Einkaufen, will auch gerne weiter Zeit mit mir verbringen, auch nach dem Auszug, wir sollen uns ganz oft gegenseitig besuchen, auch zusammen in Urlaub fahren... Aber eben getrennte Wohnungen, getrennte Leben als Partner...

08.02.2021 11:47 • #13


Rheinfee


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Zitat von Schlurfi2020:
Och Rheinfee! Ich bin seit über 20 Jahren alleine und möchte es gar nicht mehr anders haben. Es ist alles eine Frage der Gewöhnung, so wie Du es jetzt (noch) gewohnt bist, jeden Tag den Mann zu erleben, so wirst Du Dich darauf einstellen, auch alleine ...


20 Jahre? Respekt. Ich bin leider so erzogen das man "allein" nichts wert ist, das man nur mit Partner vollständig sein kann und das zwingend dazu gehört. Ich war auch nie allein. Erst bei den Eltern, dann mit einem Partner zusammen gelebt, nach der Trennung mal 3 Monate allein (das war die Hölle und nur mit Medikamenten zu ertragen) dann kam mein jetziger Mann mit dem es das erst halbe Jahr eine Wochenendbeziehung war und mit dem ich seitdem eigentlich rund um die Uhr zusammen war. Als er letztes Jahr in der Klinik war folgte bei mir wieder: Nervenzusammenbruch, Medikamente, Therapie,... Und es würde erst besser als ich ihn - wenn auch nucht als Partner- wieder um mich hatte. In dem Moment konnte ich wieder atmen und Ruhe finden. Wie bei einer Dro. von der man nicht wegkommt

08.02.2021 11:55 • x 1 #14


Schlurfi2020


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Zitat von Rheinfee:
20 Jahre? Respekt. Ich bin leider so erzogen das man "allein" nichts wert ist, das man nur mit Partner vollständig sein kann und das zwingend dazu gehört. Ich war auch nie allein. Erst bei den Eltern, dann mit einem Partner zusammen gelebt, nach der Trennung ...


Da bleibt wohl nur zu sagen:

In Sichtweite der zu erwartenden Probleme solltest Du schon jetzt einen Arzt oder einen Profi auf diesem Gebiet konsultieren. Wenn es schon so schlimm immer war und Du das auch wieder eventuell erwartest, dann gehe in die Offensive und hole Dir ärztlichen und/oder professionellen Beistand. Wenn Du sogar schon Nervenzusammenbrüche hattest .. krass.

Dann ist das Problem aber viel tiefgreifender, ob Du da hier die richtige Hilfe und Anleitung bekommst, wage ich zu bezweifeln.

Oh weh, Du tust mir echt leid. Hoffentlich findest Du Hilfe aus dieser Notlage für Dich.

08.02.2021 12:02 • x 3 #15



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