Noch knapp 50 Minuten - dann ist 2018 vorbei. Ein bewegtes, teils hartes, teils lustiges Jahr.
Was ist mein persönliches Resümee? Nun, im Grunde hat sich bei mir gegenüber Ende 2017 wenig verändert. Job gleich, Finanzen gleich, Gesundheit gleich. Alles im bescheidenen Lot, ausreichend, große Sprünge waren und sind nicht drin. Aber auch nicht notwendig.
Ich gehe jetzt gleich schlafen, muss in ca. 4 Stunden aufstehen und zur Arbeit. Wie letztes Jahr. Frühschicht.
Und wieder werde ich Alk. Menschen, durchfeierte Menschen, aber auch glückliche Paare sehen. Händchenhaltend, küssend schlendern sie durch die Nachtstunden bzw. frühen Morgenstunden. Und wachen irgendwann gemeinsam auf.
Da kommt mir wieder der Gedanke: Auch 2018 habe ich es nicht geschafft. Das 5.Silvester in Folge ohne Liebe, Freundin, Partnerin und all die schönen Dinge des Lebens. Five f..ing years in a row. Ich kann eine These meiner ehemaligen Therapeutin bestätigen:
Wer länger alleine bleibt, wird dieses auch mit zunehmender Dauer bleiben. Ich lachte noch über die Sprüche meiner Verwandten und Bekannten: Warte mal ein Monate, dann biste wieder in festen Händen. Ja ja......
Heute reiben sich jene Verwandte verwundert die Augen, wenn ich sie mal sehe oder spreche und sie fragen: Und, haste eine neue Freundin/Partnerin und ich dann wieder mal erwidere: NEIN. Sie können es nicht glauben, ich eigentlich auch nicht. Aber es ist so. Und ich denke, es wird vermutlich so bleiben. Ich bin mir selbst wohl im Wege, aber was mir besonders im Wege steht, ist die heutige Zeit. Darin fühle ich mich fremd, manchmal unwohl. Ich kann mit dieser neuartigen Zeit nicht viel anfangen. Ich muss Änderungen betreiben, mich anpassen - was ich eigentlich nicht mag. Wenn andere immer nach mehr streben, ist für mich irgendwann mal genug. Wenn andere immer ans erobern denken, möchte ich nur geniessen, was ich habe. Wenn andere reicher, erfolgreicher und berühmter werden wollen, möchte ich nur in meinem Leben zufrieden sein, ohne Hast, ohne Durst, ohne Trieb.
Das schönste Ereignis im Jahr 2018 war die Essensausgabe an Bedürftige am 24.12. . In Augen zu blicken von Menschen, die nicht viel haben, teilweise nicht einmal ein Dach über dem Kopf, die dann strahlen, wenn sie eine warme Mahlzeit, Zuwendung und Geborgenheit erfahren, das ist schon etwas sehr schönes für mich. Diese Menschen gaben mir in den paar Stunden mehr Wärme als jeder erbärmliche Versuch meinerseits, dieses von einer Dame meines Begehrens zu bekommen.
Vielleicht ist das mein Schicksal. Alleine bleiben bis zum Abtritt. Im nächsten Jahr bin ich alterstechnisch der 5 am Anfang näher als der 4. Ich hatte kürzlich eine aberwitzige Erinnerung, Gedanken, die ich kurz nach der endgültigen Trennung hatte:
Frauen in den 20ern sind permanent auf Wanderung/Männersuche und Experimente
Frauen in den 30ern sind permanent auf Familiengründung aus
Frauen in den 40ern sind permanent unzufrieden und auf Trennung und Veränderungen aus
Frauen in den 50ern sind - ? Ich kenne ja gar keine Frau in den 50ern.
Männer in den 20ern sind permanent potent und fit
Männer in den 30ern sind permanent auf Familie und Beständigkeit aus
Männer in den 40ern sind permanent in Gefahr, verlassen und/oder betrogen zu werden
Männer in den 50ern sind permanent - ? So alt bin ich noch nicht, aber ich sehe schon die Tür mit der Ziffer 50, bald klopfe ich daran.
Und die Moral von der Geschichte: Auch 2019 wird sich nichts ändern, denn es reicht nicht, wenn nur ich mich ändere. Ich habe seit der Trennung vor 5 Jahren viel an mir gearbeitet und viel versucht. Auf die Frage "Wie schaffe ich den Turnaround?" habe ich bisher keine konkrete Antwort. Viele Tipps und Aufmunterungen der Menschen hier, wofür ich allen danke.
Aber die Ziffer 5 verbinde ich mit nicht viel Gutem in der Welt. Ich frage mich: Muss ich meine Grundprinzipien aufgeben, wonach ich bisher gelebt habe? Muss ich neues Terrain beschreiten, was mir nicht behagt oder nicht vorstellbar ist? Bleibe ich stehen und funktioniere so weiter wie bisher - funktionierenja, leben nein, Liebe nie.
Jeden Tag stirbt etwas ab, ich stumpfe ab. Wer mir den Spruch "Es wird irgendwann wieder werden ..." entgegenbringt, riskiert sein Leben.

Ich kann´s nicht mehr hören. Die bisherigen Erlebnisse und Resultate widerlegen jeden einzelnen Buchstaben.
So werde ich dieses Jahre im Schlaf beenden und wache mit bevorstehender Arbeit auf. Wie immer. Same procedure as every year.
Ich wünsche allen hier einen guten Start in das neue Jahr, besser als 2018 und verbunden mit viel Hoffnung und Glück für alle hier, die an 2018 auch nicht allzuviel Positives zu vermelden haben. Ich werde nicht sagen: 2019 wird besser, denn das wäre vermutlich eine Lüge, denn in die Zukunft kann ich (leider) nicht sehen. Aber ein Vorteil hat das Altern:
Man wird zäh wie Leder.
In diesem Sinne: Frohes neues Jahr!
